Agrarökologie in der Lausitz – mit Bäumen zur klimaresilienten Landnutzung

03.12.2025

Was ist eigentlich Agrarökologie?! Und was hat das mit Agroforstwirtschaft zu tun? Das ist Thema des Projektes EELAP, in dem sich der DeFAF e.V. in Zusammenarbeit mit mehreren europäischen Partnern damit auseinandersetzt, wie Agroforstsysteme dazu beitragen können, die Agrarökologie voranzubringen. Und damit das Ziel der Gestaltung einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft zu erreichen. Die Agroforstwirtschaft gilt hierfür als ein wichtiger Baustein, der Vorteile auf verschiedenen Ebenen bietet.

In der Lausitz, einem der beiden Reallabore des Projektes, setzt EELAP an verschiedenen Ebenen an, um Lösungsansätze für eine bessere Umsetzung der Agroforstwirtschaft in der Praxis zu erarbeiten. Dazu gehören u.a. die Themen Wertschöpfung und Geschäftsmodelle sowie mögliche Stellschrauben im Bereich der rechtlichen Rahmenbedingungen und regionalen Planung und Entwicklung. In den vergangenen Wochen konnte Rico Hübner, der das Reallabor in der Lausitz betreut, an diese Themen bei mehreren Veranstaltung mit regionalen Akteuren anknüpfen.

Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt setzt sich beispielsweise seit vielen Jahren unter anderem für die Pflege, Entwicklung und Neuanlage von Streuobstwiesen in Sachsen ein und bieten auch einen Zertifizierungskurs an. Agroforstsysteme als eine moderne Form des Streuobstanbaus in die Bildungs- und Fortbildungsaktivitäten aufzunehmen ist daher naheliegend. Auf der Mitteleuropäischen Pomologentagung in Bad Muskau am 26. Und 27. September 2025 mit Teilnehmenden aus Polen, Tschechien und Deutschland wurde die aktuellen Ergebnisse des DeFAF zur besseren Integration moderner Agroforstwirtschaft und traditionellen Streuobstsystemen präsentiert. Die Tagung fand in den historischen Gemäuern des Pückler-Schlosses statt. In der Orangerie war eine überwältigende Obstausstellung zu bewundern, die Klaus Schwartz aus Löbau organisiert hat und der eine Spezialbaumschule zu alten und bewährten Apfelsorten aus eigener Anzucht aufgebaut hat.

Auch die Gruppe der zertifizierten Natur- und Landschaftsführenden Sachsens wurden mit der Agroforstwirtschaft als Landnutzungsform, die Kulturlandschaften maßgeblich prägt, in Kontakt gebracht. Im Rahmen der Jahrestagung am 2. Dezember 2025 im UNESCO Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ führte Rico Hübner an das Thema heran und präsentierte, welche Rolle Agroforstsysteme für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landnutzung spielen. Bei einer Fachexkursion zu einem renaturierten Abschnitt der Spree, wo das Thema „Baum und Biber“ sowie sonstige Herausforderungen beim Anlegen von Pufferzonen entlang von Gewässern vertieft wurde, kam auch die Rolle der Agroforstwirtschaft für den Gewässerschutz zur Sprache.

Eine weitere Veranstaltung fokussierte vor allem die Integration von Agroforstsystemen in die Naturschutzarbeit bzw. in Renaturierungsmaßnahmen. Am 26. November 2026 veranstaltete hierzu der Landschaftspflegeverband Westsachsen e.V. in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Informationsveranstaltung „Agroforst – von der Praxis bis zur Vermarktung“ in der Gräfenmühle in Neukirchen/Pleiße für interessierte Landbesitzer, Landwirte und Landnutzer. Verschiedene Bewirtschaftungssysteme wurden vorgestellt, Finanzierungsmöglichkeiten erläutert sowie rechtliche Fragen rund um das Thema beantwortet. Eine Auswahl an Präsentationsfolien steht zum Download zur Verfügung.

Im Frühjahr 2026 geht es mit weiteren spannenden Veranstaltungen im Projekt EELAP weiter, u.a. zum Thema Energieproduktion in Agroforstsystemen in Brandenburg und Sachsen sowie eine Fachexkursion. Sollten Sie sich für weitere Aktivitäten im Projekt EELAP interessieren oder sich aktiv mit einbringen wollen, wenden Sie sich über unser Kontaktformular gerne direkt an den die Projektmitarbeitenden beim DeFAF.