DigitAF

DIGItal Tools to help AgroForestry meet climate, biodiversity and farming sustainability goals: linking field and cloud

DIGItal Tools zur Unterstützung der Agroforstwirtschaft bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in den Bereichen Klima, Biodiversität und Landwirtschaft: Verlinkung von Feld und Cloud

DigitAF ist ein vierjähriges Horizon Europe-Projekt. Das DigitAF-Konsortium vereint 25 Partner aus 20 Ländern der EU, assoziierten Ländern und darüber hinaus, bestehend aus neun Forschungsorganisationen, fünf Universitäten, sechs Kleinen & Mittelständischen Unternehmen (KMUs), vier europäischen und internationalen Organisationen und einer NGO. Das DigitAF-Konsortium decken alle Akteure der Agroforst-Wertschöpfungskette ab und unterstützen so effizient die Umsetzung der Agroforstwirtschaft in der EU. Projektkoordinator:in ist die INRAE (Institut national de recherche pour l’agriculturel’alimentation et l’environnement), Montpellier (FR).

Hintergrund zum Projekt

Die Agroforstwirtschaft hat ihr Potenzial für die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe, die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an den Klimawandel, die Erhaltung der biologischen Vielfalt und den Bodenschutz bereits vielfach unter Beweis gestellt.  Es gibt allerdings kein Standardmodell oder „Einheitsgrößen“ – Agroforstsysteme sind in Design und Ausrichtung individuell vom Standort und vom Betrieb abhängig. Digitale Entscheidungshilfen, Tools, Modelle oder Apps könn(t)en bei der Planung und dem Management helfen – sind aber häufig nicht einfach zu bedienen oder zu verstehen.

DigitAF will gemeinsam mit PraktikerInnen, Interessens- und MarktvertreterInnen digitale Instrumente (Tools, Modelle, Apps) testen und Anregungen zu deren Verbesserung und möglichen Vereinfachung geben. Das Projekt gibt Hilfestellung für:

  1. Politische Akteure: um effizienter politische Maßnahmen zur Förderung der Einführung von AF zu entwickeln;
  2. PraktikerInnen (LandwirtInnen…): um mit der Komplexität von Agroforsten in der Praxis umzugehen. Es sollen Tools zur Planung und Gestaltung der Pflanzung als auch Hilfestellung für das jährliche Management und die Verwaltung auf Feld- und Betriebsebene bereitgestellt werden.
  3. Marktpartner: um die Bewertung und Vermarktung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Leistungen von Agroforstsystemen zu vereinfachen bzw. voranzutreiben.

Der auf die Endnutzer ausgerichtete Multi-Akteurs-Ansatz von DigitAF wird durch die Einrichtung von sechs Living Labs (LL) in Italien, Deutschland, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Finnland und der Tschechischen Republik ermöglicht. Open-Source-Tools werden gemeinsam entwickelt, dank vorhandener oder neuer praktischer Kenntnisse, wissenschaftlicher Erkenntnisse und Modelle. Sie werden mit den Endnutzern von LL getestet und dank ihres Feedbacks verbessert. Eine größere Verbreitung an die Zielgruppen wird durch die DigitAF-Partner, die Mitglieder und Netzwerke in der gesamten EU versammeln, sichergestellt.

Aktuelles

Kick-Off Treffen L’Institut Agro Montpellier

06.09.2022 

Teilnehmer:Innen am DIGITAF Kick-Off-Treffen am Campus des L’Institut Agro Montpellier

Exkursion zur Weinbau Forschungsstation der INRAE

07.09.2022 

Domaine du Chapitre - Villeneuve les Maguelonne

Mit Bäumen gegen die Dürre - Wie Agroforstwirtschaft unsere Felder schützt

08.09.2022

Reportage von Andrea Koeppler zeigt die Erfahrungen aus Frankreich und Deutschland zum Thema Agroforstwirtschaft und Klimawandel.  Link zur BR Mediathek.

DeFAF beim Zukunftsforum Land.Kann.Klima in Berlin

06.02.2023

Unter dem Motto Land.Kann.Klima. gab es ein Fachforum „Bäume auf den Feldern? Agroforst als Klimachance!“

Link zum Rückblick

Konferenz „Landwirtschaft & Klimakrise: WASSER – ein knappes Gut?“

10.03.2023

MEP Martin Häusling lud nach Berlin, um Möglichkeiten zum Wasserschutz in der Landwirtschaft zu diskutieren.  Nachlese hier.

Exkursion zu Agroforstbetrieb in der Schweiz

08.06.2023 

Agroforst im Weinbau auf dem Betrieb von Pascale & Jürg Strauss, Rickenbach

134. VDLUFA-Kongress in Freising

05.-09.09.2023

DeFAF auf dem 134. VDLUFA-KONGRESS zu Klimaanpassung und Ernährungssicherheit – Herausforderungen für die Landwirtschaft

CDR Terra Dialog im Deutschen Museum in München

11.10.2023

(v. l. n. r.): Moderatorin Dr. Jennifer Hauck, Sophie Scherger (IATP), Dr. Rico Hübner (DeFAF), Stefan Müller (BMBF), Prof. Dr. Sabine Fuss (MCC Berlin), Prof. Dr. Imke Hoppe (LMU) bei der Podiumsdiskussion des CDR-Dialogs

Potentiale und Chancen der CO2-Entnahme wurden von Experten unterschiedlicher Fachgebiete nach der Methode Fish-Bowl auf der abschließenden Podiumsdiskussion diskutiert. Veranstaltungsrückblick und Medienecho.

Digitale Tools im Wahlmodul Agroforstwirtschaft in Weihenstephan

02.12.2023

Präsentation der Ergebnisse durch Studierende

Studierende der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) lernten die digitalen Tools des DeFAF zur Planung und Berechnung von Agroforstsystemen kennen. Mehr Infos hier.

Zusammenfassung der ersten Ergebnisse im Projekt DigitAF

11.09.2024

Halbzeit im Projekt - erste Ergebnisse aus dem Projekt DigitAF sind hier kompakt und auf deutsch zusammengefasst.

Inhalte der Forschungsarbeit

DigitAF Living Lab Brandenburg

Der DeFAF organisiert und leitet die Aktivitäten im Living Lab Brandenburg im Projekt DigitAF.  Sollten Sie Interesse an der Teilnahme als Akteur im Living Lab Brandenburg haben, bitte eine Nachricht an uns schicken.  Derzeit suchen wir noch interessierte Landwirtschaftsbetriebe in Brandenburg, gerne auch Betriebe die ganz am Anfang der Agrofrostwirtschaft stehen, aber auch Berater, Verbände, Initiativen für unser LivingLab. Zwar können wir keine finanzielle Kompensation für die Teilnahme anbieten, aber spannende Vernetzungstreffen, Exkursionen, Infoveranstaltungen in Brandenburg. Auch der Austausch auf europäischer Ebene hat besondere Priorität. Bei Interesse oder Fragen gerne unter huebner[at]defaf.de melden.

Projektlaufzeit:
1.7.2022 – 30.06.2026

Koordinator:
INRAE

Link zur Projektseite

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Ergebnisse der Forschungsarbeit

Das DigitAF-Projekt brachte 25 Partner aus 21 Ländern aus der EU, assoziierten Ländern und darüber hinaus zusammen.  Es bestand aus neun Forschungs- und Technologieorganisationen, fünf Universitäten, sechs kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), vier europäischen und internationalen Organisationen und einer NGO.  Zusammen deckten die Mitglieder des Konsortiums und die sechs ausgewählten „Living Labs“ (LL) die wichtigsten Akteure der Wertschöpfungskette ab, die benötigt werden, um eine breitere Umsetzung der Agroforstwirtschaft in Europa zu unterstützen.


Das Agroforst-Living-Lab in Deutschland konzentrierte sich auf die Agroforstwirtschaft (AF) in Brandenburg, im Umfeld der Geschäftsstelle des DeFAF e.V. in Cottbus (Abbildung 1).  Da Brandenburg viele landwirtschaftliche Flächen mit eher ungünstigen natürlichen Standortbedingungen aufweist, z. B. hinsichtlich Bodentyp, Wasserhaltekapazität und Erosionsanfälligkeit, kann der konventionelle Ackerbau in Zeiten der Klimakrise keinen ausreichenden Schutz der Ressourcen Boden, Wasser und Biodiversität mehr gewährleisten.  Diese geschützten Naturgüter lassen sich allerdings durch die Einrichtung von Agroforstsystemen (AFS) erhalten und aufwerten.  Gleichzeitig gehört Brandenburgs Landwirtschaft zu den Agrarregionen in Deutschland, die am stärksten von der Klimakrise betroffen sind, sodass von der Agroforstwirtschaft hier eine besonders positive Wirkung zu erwarten ist.


Abbildung 1.  Das DIGITAF DE Living Lab Brandenburg mit den Standorten der wichtigsten LL-Standorte und -Einrichtungen.


Der DeFAF pflegte während der Laufzeit des Projektes DIGITAF (01.07.2022 – 30.06.2026) einen intensiven und regelmäßigen Kontakt zu den Akteuren vor Ort und organisierte verschiedene Veranstaltungen oder nahm an diesen in Kooperation mit anderen Projekten des DeFAF teil.  Diese reichen von Feldtagen, Vorträgen, Vorlesungen und Bildungsveranstaltungen, der Teilnahme an Messen bis hin zu kulturellen Veranstaltungen wie der Unterstützung eines Kinoabends in Cottbus.  Im Projekt lag der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung, Erprobung und Verbreitung digitaler Werkzeuge im Bereich der Agroforstwirtschaft.  Das Interesse daran war überwiegend groß.  Die Zusammensetzung der Gruppe im Living Lab schwankte und war durch unterschiedliche Beteiligungsintensitäten gekennzeichnet, je nach Interesse und verfügbarem Zeitbudget.  Regelmäßige Informationen zum Projekt DIGITAF und zu den Aktivitäten im Living Lab wurden über eine eigens dafür eingerichtete Unterseite auf der DeFAF-Website www.agroforst-info.de/digitaf kommuniziert, einschließlich eines Aktivitäts-Sliders, Berichten und Briefings (e.g. Hübner, 2024) sowie Einladungen per E-Mail.

Domin’s Farm im äußersten Süden Brandenburgs gilt als einer der ersten AF-Betriebe in Deutschland. Thomas Domin legte 2015 die ersten AFS in Form von sieben Alleenstreifen auf Ackerland (ca. 5 Hektar) an, hauptsächlich mit Pappeln zur Energiegewinnung.  2016 vervollständigten zwei Streifen (1 ha) auf Dauergrünland das System.  2020 wurde das AFS um drei weitere Gehölzstreifen (ca. 2 ha) auf Ackerland mit gemischten Gehölzen und Sträuchern erweitert.  Vor wenigen Jahren kamen ein als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme (AuE) gefördertes Obstgartensystem sowie Reihen von Obstbäumen auf den Flächen vorhandener kommunaler Wegegrundstücke hinzu.


Die ZGJ Landwirtschafts GmbH hat ihren Sitz im südlichen Brandenburg, zwischen Calau und Luckau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.  Robert Häussler bewirtschaftet an drei Produktionsstandorten insgesamt rund 1.400 Hektar.  Zu den Anbaukulturen zählen Getreide (Roggen, Gerste, Triticale, Weizen und Hafer) sowie Sonnenblumen, Raps, Silomais und Körnermais.  Neben dem Anbau von Marktkulturen hat die Futtermittelproduktion hohe Priorität, da der Betrieb 340 Milchkühe hält.  Da in dieser Region durchschnittlich nur 540 mm Niederschlag fallen, hat sich dabei der Anbau von Luzerne – die vergleichsweise trockenheitstolerant ist – als Futterpflanze etabliert.  Bereits 2020 wurden auf den Ackerflächen des Betriebs mehrere Baumstreifen für die Geflügelhaltung im Rahmen des AFS angelegt, die durch die Anpflanzung einzelner Bäume zur Holzproduktion erweitert wurden.  2025 wurde ein silvoarables System mit Pappeln angelegt, das mittlerweile zu den größten AFS in Brandenburg zählt.


„Wilmar’s Gärten“, geleitet von Maria Giménez, hat sich auf die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern entlang von Konturlinien spezialisiert, um die Wasserspeicherung und das Mikroklima in dieser trockenen Landschaft zu verbessern, die durch sandige Böden mit geringem Gehalt an organischer Substanz gekennzeichnet ist.  In einem AFS wurden verschiedene Obstbäume wie Apfel- und Quittenbäume gepflanzt.  Während die Alleen von Rindern beweidet werden, gibt es auch Pläne, das Holz der Bäume künftig zu nutzen.  Zudem wurde ein 45 Hektar großes silvoaarables AFS angelegt, das aus in vier Reihen angeordneten Pappelstreifen besteht.  Der Abstand zwischen den Baumstreifen beträgt 30 Meter.  Das System ist vergleichsweise effizient zu bewirtschaften und eignet sich besonders für den Einsatz auf größeren Flächen.  Die Biomasse soll jeweils nach 10 Jahren geerntet und als Schnittholz oder Hackschnitzel genutzt werden.  Der Betrieb unterhält zudem eine Gemüsebau-Sparte, die auf 5 Hektar erweitert wurde.  Dort werden verschiedene Gemüsesorten angebaut und an Marktständen in Berlin oder an die Gastronomie verkauft.


Rainer Guhl leitet den 650 Hektar großen Landwirtschaftsbetrieb Düpow in der Nähe von Perleberg im Landkreis Prignitz im Nordwesten Brandenburgs.  Die Böden des Betriebs reichen von sandig bis lehmig-sandig mit einer durchschnittlichen Bodenqualität von 30 Punkten, und die Niederschlagsmenge beträgt etwa 550 mm.  Der Landwirt baut Winter- und Sommergetreide, Raps, Mais, Stärkekartoffeln, Zuckerrüben und Sonnenblumen an.  Seit 2020 wurden drei AFS mit Pappeln angelegt, die insgesamt eine Systemfläche von 88 Hektar umfassen, wovon 10,8 Hektar auf den Gehölzbestand entfallen (2020: 8 ha AFS mit 1,8 ha Gehölzbestand; 2023: 60 ha AFS mit 6,5 ha Baumbestand, 2024 auf Grünland: 20 ha AFS mit 2,5 ha Baumbestand).

Abbildung 8. Überblick über die Aktivitäten 2022.

Zusammenfassung 2022:  Im Laufe des Jahres 2022 hat das Brandenburger Living Lab seine Aktivitäten im Rahmen des DIGITAF-Projekts erfolgreich aufgenommen.  Zu den wichtigsten Erfolgen zählte die Durchführung von Online-Fragebögen unter Mitgliedern der LL und deutschlandweit mit 90 Teilnehmern in einer zweiten Runde, was zur Anfertigung der Masterarbeit von Sophia Oakes an der Humboldt Universität zu Berlin beitrug.  Aber auch praktische Exkursionen, wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit durch universitäre Lehre, die Beteiligung an der Koordination europäischer Projekte, die Einbindung von Interessengruppen in Bioökonomie- und Biomasse-Strategien, Kommunikationsmaßnahmen sowie Demonstrationsveranstaltungen zur Präsentation von AF-Lösungen.  Diese Aktivitäten stärkten regionale und internationale Netzwerke und förderten gleichzeitig AF als wichtiges Instrument für Klimaresilienz, den Erhalt der Biodiversität und eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung.


24. Juni 2022 – Anhörung des Deutschen Bioökonomie-Rates: Im Rahmen der Arbeit des DeFAF’s erfolgte die Teilnahme an einer Anhörung des Deutschen Bioökonomie-Rates. Die Veranstaltung mit ausgewählten TeilnehmerInnen bot die Gelegenheit, die Rolle von AFS im breiteren Kontext der deutschen Bioökonomie-Strategie zu erörtern.  Die Anhörung trug zur Einbindung der Interessengruppen bei und stärkte die Verbindungen zwischen AF-Praktikern, politischen Entscheidungsträgern und Bioökonomie-Experten.


26. Juni 2022 – Obstgarten-Exkursion „Alte Obstsorten, ausgewählt nach Ertrag“: DeFAF organisierte im Anschluss an die Mitgliederversammlung in Witzenhausen, Hessen, eine Obstgarten-Exkursion mit Schwerpunkt auf traditionellen Obstsorten und ihrem potenziellen Beitrag zu widerstandsfähigen Agrarsystemen (Abbildung 2). Rund 20 Interessierte trafen sich mit Hans-Joachim Bannier, einem der führenden deutschen Experten für alte Apfel- und Süßkirschsorten.  Die Exkursion verdeutlichte die Bedeutung der genetischen Vielfalt, des regionalen Obstkulturerbes und einer nachhaltigen Obstgartenbewirtschaftung.  Rückblick auf der DeFAF Webseite.


Abbildung 5.  DIGITAF-Projekt Konsortium auf der Auftaktveranstaltung, Montpellier, Frankreich.


5.–7. Juli 2022 – Agroforst-Sommerexkursion in Brandenburg:  DeFAF organisierte eine dreitägige AF-Sommerexkursion mit etwa 40 Teilnehmern, deren Zusammensetzung sich im Laufe der Tage änderte, da eine eintägige Teilnahme bevorzugt wurde.  Im Rahmen der Exkursion wurden vier vorbildliche Agroforstbetriebe besucht, die den Kern des Brandenburger Living Labs bilden (Abbildung 3): a) Domin’s Hof, Peickwitz, b) Landwirtschaftsbetrieb Düpow (Rainer Guhl), 3) Schlossgut Alt Madlitz (Benedikt Bösel), Briesen (Mark), 4) ZGJ Landwirtschafts GmbH (Robert Häussler), Zinnitz bei Calau.  Die Exkursion bot Einblicke in verschiedene Ansätze der Agroforstwirtschaft, Strategien der Betriebsführung, Ökosystemleistungen und generell Möglichkeiten zur Integration von Bäumen in landwirtschaftliche Produktionssysteme.  Im Anschluss wurde von Julia Günzel ein „Agroforst-Stammtisch“ mit etwa 30 Teilnehmern organisiert, der die Vernetzung und den Wissensaustausch zwischen Praktikern, Forschern und Interessengruppen förderte.  Die Veranstaltung wurde im Rahmen von DIGITAF und in Zusammenarbeit mit Initiativen zur Agroforstwirtschaft und zu Agrarumweltmaßnahmen (AUKM) durchgeführt.  Rückblick auf der DeFAF Webseite.

a) Thomas-Domin-Hof, Peickwitz.

b) Landwirtschaftshof Düpow.

c) Schlossgut Alt Madlitz, Briesen.

d) ZGJ Landwirtschafts GmbH, Zinnitz.

Abbildung 3.  Agroforst-Sommerexkursion durch Brandenburg.


11. Juli 2022 – Vortrag an der Universität Kassel: Kohlenstoffbindung im Boden in Agroforstsystemen: Der Vortrag am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel war Teil des Moduls „Bodenfruchtbarkeit und Nährstoffkreisläufe“ und befasste sich detailliert mit der Kohlenstoffbindung im Boden in Agroforstsystemen. In der Präsentation wurde gezeigt, wie Agroforstwirtschaft zu einer verbesserten Bodenfruchtbarkeit, zu Nährstoffkreisläufen und zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung beiträgt.  Da auch Teilnehmer eines parallelen Moduls anwesend waren, bot sich die Gelegenheit, agroforstwirtschaftliche und kompostbasierte Ansätze zur Steigerung der Kohlenstoffbindung im Boden miteinander in Beziehung zu setzen.


Abbildung 4Betriebsbesichtigung Domaine du Chapitre, Villeneuve-lès-Maguelone, FR.

6.–8. September 2022 – DIGITAF-Projekt-Kick-off-Meeting, Montpellier, Frankreich:  Der offizielle DIGITAF-Kick-off-Termin fand beim französischen Projektpartner INRAE in Montpellier, statt.  Die Veranstaltung brachte DIGITAF-Partner aus ganz Europa zusammen, um den Gesamtrahmen des Projekts festzulegen, LL-Methoden zu erörtern, Arbeitspakete zu koordinieren und zukünftige Kooperationsaktivitäten zu definieren.  Feldbesichtigungen rundeten das Programm ab (Abbildung 4).  Das Treffen markierte den offiziellen Start des DIGITAF-Projekts und legte den Grundstein für die Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Regionen (Abbildung 5).


Abbildung 6.  Feldtag bei Wilmars Gärten in Märkisch Wilmersdorf.

Am 4. September 2022 fand bei Wilmar‘s Gärten nördlich von Berlin ein Feldtag zum Thema „Schaffung klimaresistenter Landschaften durch Agroforstwirtschaft und Keyline-Design“ statt.  Der Feldtag wurde vom Netzwerk-Wasser-Agri in Zusammenarbeit mit der BTU Cottbus-Senftenberg organisiert.  Über 20 Teilnehmer besichtigten die Agroforstflächen von Maria Giménez (Abbildung 6).


September 2022 – Beteiligung der Interessengruppen an der Nationalen Biomasse-Strategie:  Das Brandenburger Living Lab war an den Aktivitäten zur Öffentlichkeitsbeteiligung im Zusammenhang mit der Nationalen Biomasse-Strategie Deutschlands beteiligt.  Es fand ein Informationsaustausch mit dem Bioökonomie-Rat und dem Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) statt, darunter Katharina Schwarz.  Dieser Austausch stellte sicher, dass Agroforst-Perspektiven in den Diskussionen über nachhaltige Biomasseproduktion und die Entwicklung der Bioökonomie berücksichtigt wurden.


Abbildung 7.  Screenshot aus einer Sendung beim BR.

Herbst/Winter 2022 – Kommunikations- und Dreharbeiten im Rahmen von DIGITAF:  Im Rahmen der Kommunikations- und Verbreitungsmaßnahmen von DIGITAF wurden Filmdreharbeiten initiiert.  Die Aufnahmen fanden an mehreren Standorten statt, darunter in Volkertshaus in Baden-Württemberg und an Drehorten in Frankreich in Kooperation mit der INRAE (Abbildung 7).  Der Film „Mit Bäumen gegen die Dürre – Wie Agroforstwirtschaft unsere Felder schützt“ (Serie 925, 32 Min.) in der Serie ARTE-RE wurde bisher mehr als sieben Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.  Der Film wurde außerdem im tschechischen Fernsehen (CZ TV) gezeigt.  Der BR-Film aus der Reihe „DokThema“ mit dem Titel „Ackern unter Bäumen – Landwirte entdecken den Agroforst“ ist (derzeit noch) auf YouTube und in der ARD-Mediathek verfügbar.  Beide Filme unterstützen die Projektkommunikation, die Einbindung von Interessengruppen sowie die Entwicklung von Bildungs- und Kommunikationsinhalten, die innovative Agroforstsysteme in ganz Europa vorstellen.


7. November 2022 – Feldtag: Agroforstsysteme für mehr Natur- und Klimaschutz: Auf den Living Lab-Betrieben wurde ein Feldtag unter dem Motto „Agroforstsysteme für mehr Natur- und Klimaschutz“ organisiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praktische Beispiele für die Umsetzung von Agroforstsystemen und deren Beitrag zur Förderung der Biodiversität, zur Klimaanpassung und zur nachhaltigen Landbewirtschaftung. Der von den Landwirten Thomas Domin und Robert Häussler ausgerichtete Feldtag umfasste Vorführungen und Diskussionen an Standorten in Peickwitz und Groß Jehser.  Die TeilnehmerInnen lernten, wie Agroforstsysteme gleichzeitig die landwirtschaftliche Produktivität, Ökosystemleistungen und Klimaschutzziele unterstützen können.


Zusammenfassung 2023:  Im Laufe des Jahres 2023 hat das BB LL seine Aktivitäten in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkbildung und Wissensverbreitung im Rahmen von DIGITAF erheblich ausgeweitet.  Zu den Aktivitäten gehörten die Teilnahme an europäischen Workshops und Konsortiumssitzungen, wissenschaftlichen Konferenzen, politischen Dialogen, Feldvorführungen sowie Schulungsveranstaltungen für Landwirte und Berater.  Ein besonderer Schwerpunkt lag auf digitalen Werkzeugen für die landwirtschaftliche Planung, die Klimaanpassung, die Kohlenstoffbindung und die Förderung der Biodiversität.  Durch diese Aktivitäten stärkte das LL die Verbindungen zwischen Forschung, Praxis und Politik und trug gleichzeitig zur breiteren Einführung von AFS in Deutschland und ganz Europa bei.


Abbildung 9.  Living Lab-Mitglieder auf dem Zukunftsforum im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin (Autor: JG).

25.01.2023 – 16. Zukunftsforum für ländliche Entwicklung, Internationale Grüne Woche, Berlin:  Einige Landwirte aus dem Brandenburger Living Lab wurden zur Teilnahme am „Zukunftsforum für ländliche Entwicklung“ eingeladen (Abbildung 9).  Im Rahmen des Expertenforums mit dem Titel „Bäume auf den Feldern? Agroforstwirtschaft als Chance für den Klimaschutz!“, hob der Beitrag „Klimaschutz: Das Potenzial von Agroforstsystemen“ die Rolle der Agroforstwirtschaft bei der Eindämmung des Klimawandels und der Anpassung an dessen Folgen hervor.  Die Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin bot eine Plattform für den Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern, Praktikern, Forschern und Interessengruppen über die Integration von Bäumen in Agrarlandschaften.  Die Ergebnisse des Workshops wurden zudem vom Bundesministerium für Landwirtschaft veröffentlicht (BMLEH, 2023).


7.–9. März 2023 – Landcare Europe-Workshop, Jaén, Spanien:  Der DeFAF nahmen am Landcare Europe-Workshop „Agroforstsysteme zur Verbesserung der Biodiversität, des Wasser- und Bodenmanagements sowie der wirtschaftlichen Tragfähigkeit innerhalb und außerhalb von Natura-2000-Gebieten“ teil.  Der Vortrag „Ökologische und wirtschaftliche Vorteile traditioneller und moderner Agroforstsysteme“ stellte die Agroforstwirtschaft als wirksamen Ansatz vor, um Umweltziele mit der notwendigen Rentabilität landwirtschaftlicher Betriebe zu verbinden.  Der Workshop und die Exkursionen ermöglichten den internationalen Austausch über Praktiken und politische Rahmenbedingungen im Bereich der Agroforstwirtschaft.  Programm bei Landcare Europe.


10. März 2023 – Konferenz zu Landwirtschaft und Klimakrise, Berlin: Auf der Veranstaltung „Wasser – eine knappe Ressource?“ in Berlin, die vom Europaabgeordneten Martin Häusling organisiert wurde, zeigte der Vortrag „Mit Bäumen gegen Dürre – Wie Agroforstsysteme unsere Felder schützen können“, wie Agroforstsysteme die Wasserspeicherung verbessern, die Winderosion verringern und die Klimaresilienz in Agrarlandschaften erhöhen. Nachlese auf der DeFAF Webseite.


Abbildung 10.  Versuche mit Biokohleausbringung zur Überwachung der Bodeneigenschaften auf der LL-Farm.

4. Mai 2023 – Experimentelle Anwendung von Biokohle: Im Rahmen der Aktivitäten zur Bewertung der Auswirkungen der Biokohleanwendung wurden in Zusammenarbeit mit der BTU Cottbus-Senftenberg (Abbildung 10) Versuche auf der Waldackerkulturfläche des LL-Betriebs durchgeführt.


Abbildung 11.  Das zweite Projekttreffen fand am AGROSCOPE in Zürich statt.

6.–8. Juni 2023 – DIGITAF-Konsortialtreffen, Agroscope Zürich, CH:  Im Sommer fand das zweite DIGITAF-Konsortialtreffen beim Projektpartner Agroscope in Zürich, statt und umfasste auch eine Exkursion zu Agroforststandorten in der Schweiz. Als wichtiger Aspekt in den Besprechungen stand die Entwicklung einer „Europäischen Agroforstlandkarte“ sowie Diskussionen darüber, wie die Karte von einem einfachen Visualisierungstool zu einer umfassenden europäischen Agroforst-Datenbank weiterentwickelt werden kann.  Das Treffen stärkte die Zusammenarbeit zwischen den DIGITAF-Partnern und förderte die Entwicklung digitaler Tools für die Agroforst-Planung und -Überwachung (Abbildung 11).


Abbildung 12.  Gründung  Internationales Netzwerk für Agroforstsysteme (INAS) im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Köllitsch (Quelle: LFULG).

16. August 2023 – Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Köllitsch: Im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Abbildung 12) fand eine Präsentation über die Aktivitäten von DeFAF und die Gründung des Internationalen Netzwerks für Agroforstsysteme (INAS) statt. Die Veranstaltung förderte die Vernetzung und den Wissensaustausch zwischen AF-Akteuren in Deutschland.


4. September 2023 – Exkursion zum Landwirtschaftshof Düpow: Es wurde eine Exkursion zum Landwirtschaftshof Düpow organisiert, einem der wegweisenden Agroforstbetriebe in Brandenburg. Betriebsleiter Rainer Guhl stellte praktische Erfahrungen mit Windschutzstreifen und Agroforstsystemen vor, die die Auswirkungen der zunehmend trockenen Sommerwinde mindern.  Während des Rundgangs diskutierten die Teilnehmer den Beitrag der Agroforstwirtschaft zur Klimaanpassung, zur Ernteerträge und zur Widerstandsfähigkeit.  Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Agroforstwirtschaft – Eine Versicherung gegen den Klimawandel?  Erfahrungen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.“


Abbildung 13.  VD LUFA-Konferenz in Weihenstephan.

6. September 2023 – 134.VDLUFA-Kongress, Freising-Weihenstephan: Auf dem VDLUFA-Kongress zum Thema „Klimaanpassung und Ernährungssicherheit – Eine Herausforderung für die Landwirtschaft“ präsentierte DeFAF vor einem großen Publikum von etwa 200 Personen den Vortrag „Agroforstwirtschaft für Klimaanpassung und Ernährungssicherheit – Erkenntnisse aus der Forschung und wie wir damit umgehen“ (Abbildung 13). Der Beitrag fasste wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Vorteilen der Agroforstwirtschaft zusammen und erörterte praktische Herausforderungen und Chancen bei der Umsetzung.


12. September 2023 – Agroforstwirtschaft in Armenien (online): DeFAF leistete mit dem Vortrag „Klimasanierung und Anpassung durch Agroforstwirtschaft – Wie Agroforstwirtschaft unsere Felder schützen kann!“ einen Beitrag zu einer internationalen Online-Veranstaltung zum Thema Agroforstwirtschaft in Armenien. Der Vortrag hob das Potenzial der Agroforstwirtschaft hervor, die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel zu verbessern und eine nachhaltige Landbewirtschaftung in verschiedenen Klimaregionen zu unterstützen.


12. September 2023 – Expertendialog zu Agroforstwirtschaft und Naturschutz, Märkisch Wilmersdorf: Beim AUKM-Expertendialog „Agroforstwirtschaft – Chancen und Herausforderungen für den Naturschutz“ präsentierte DeFAF das Thema „Agroforstwirtschaft als Chance für den Naturschutz in der Landwirtschaft und aktuelle Herausforderungen – Standorteignung für die Einrichtung von Agroforstsystemen in Brandenburg“. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Integration der Agroforstwirtschaft in Agrarumweltprogramme und Biodiversitätsstrategien.


Abbildung 14.   CDR terra-Dialog in München.

10.–11. Oktober 2023 – CDR terra-Dialog, München: DeFAF nahm am CDRterra-Workshop „Mögliche Wege der Kohlendioxidentfernung (CDR) in Deutschland“ im Deutschen Museum in München teil.  In einer Podiumsdiskussion wurde die Rolle von Landnutzungssystemen, einschließlich Agroforstwirtschaft, bei Strategien zur Klimaminderung und zur Kohlenstoffentfernung erörtert (Abbildung 14).


Oktober 2023 – Kartierung der Wertschöpfungskette: Die Kartierung der Wertschöpfungskette wurde zunächst im September 2023 auf theoretischer Basis erstellt und in einem zweiten Schritt im Oktober 2023 bei einem Betriebsbesuch sowie in einem Online-Gespräch mit dem Landwirt verifiziert. In einem dritten Schritt wurden im Dezember 2023 externe oder nicht direkt an der Wertschöpfungskette beteiligte Akteure in das Modell aufgenommen (Tranchina et al., 2023).


12. Oktober 2023 – Die Expertendiskussion „Agroforstwirtschaft: Chancen und Herausforderungen für den Naturschutz“ organisiert im Projekt SEBAS brachte Personen aus den Bereichen Naturschutz und Agroforstwirtschaft im Konferenzzentrum am Seddiner See bei Potsdam zusammen. Die Folien zum Vortrag „Erwartungen an die Agroforstwirtschaft aus der Agrar-, Umwelt- und Kimapolitk“ stehen auf der DeFAF-Seite.


Abbildung 15.  Unterricht in der Agroforst-Akademie.

6.–8. November 2023 – Agroforstakademie, Witzenhausen:  Bei der Agroforstakademie an der DEULA Witzenhausen trug das BB LL zwei Schulungssitzungen bei: 1) „FarmTreeTool als Instrument zur Agroforstplanung“ und 2) „Praktische Tools und Apps“.  In den Veranstaltungen wurden den Teilnehmern digitale Entscheidungshilfetools vorgestellt, die im Rahmen von DIGITAF entwickelt und gefördert werden und die Planung und Bewirtschaftung von Agroforstsystemen auf Betriebsebene unterstützen (Abbildung 15).


1. Dezember 2023 – Studiengang im Modul Agroforstwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Freising: Im Rahmen der Projekte REFOREST und DIGITAF wurde der Vortrag „Praktische Tools und Apps“ gehalten. Den Teilnehmern wurden digitale Lösungen vorgestellt, die die Planung, Umsetzung und Überwachung von Agroforstwirtschaft unterstützen.


6. Dezember 2023 – LL-Veranstaltung auf dem Hof von Thomas Domin in Peickwitz: Bei einer von Thomas Domin in Peickwitz ausgerichteten LL-Veranstaltung wurde ein Vortrag zum Thema „Rahmenbedingungen für die Gestaltung von Agroforstsystemen, die nach dem Agrarförderungsgesetz anerkannt sind“ gehalten. Der Beitrag konzentrierte sich auf rechtliche und politische Anforderungen, die die Umsetzung von Agroforstwirtschaft und die Förderfähigkeit im Rahmen landwirtschaftlicher Förderprogramme beeinflussen.  Als Ergebnis dieses Workshops, der zugleich das jährliche LL-Treffen darstellte, wurde eine Wertschöpfungskette entwickelt, die im DigitAF-Deliverable 3.2 mit dem Titel „Schematische Darstellung der Agroforst-Wertschöpfungskette für jedes LL“ (Tranchina et al., 2023) beschrieben wurde.


14. Dezember 2023 – DIGITAF-Online-Workshop: Akteure im Brandenburger Living Lab nahm an einem DIGITAF-Online-Workshop teil, der der Vorstellung von Projekt-Tools und digitalen Lösungen gewidmet war. Der Workshop ermöglichte es den Projektpartnern, Erfahrungen auszutauschen, den Fortschritt bei der Tool-Entwicklung zu erörtern und Möglichkeiten für weitere Verbesserungen sowie die Akzeptanz durch die Interessengruppen zu identifizieren.

Abbildung 20. Überblick über die Aktivitäten 2024.

Zusammenfassung 2024:  Im Laufe des Jahres 2024 baute DeFAF seine Rolle als wichtiger Vermittler zwischen Forschung, Politik und landwirtschaftlicher Praxis im Rahmen des DIGITAF-Projekts und darüber hinaus weiter aus.  Die Aktivitäten umfassten die Entwicklung und Verbreitung digitaler Tools, Bildungsmaßnahmen, die Einbindung von Interessengruppen, den politischen Dialog, internationale Zusammenarbeit sowie Living-Lab-Aktivitäten in Brandenburg.  Durch die Teilnahme an nationalen und internationalen Veranstaltungen trug DeFAF dazu bei, die Agroforstwirtschaft als praktische Lösung für die Klimaanpassung, den Erhalt der Biodiversität, eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung und resiliente landwirtschaftliche Produktionssysteme voranzubringen.


Januar 2024 – Gründung einer Dachorganisation für regenerative Landwirtschaft (online):  DeFAF hielt einen kurzen Online-Vortrag, in dem der Verein, seine Geschichte und seine Rolle bei der Förderung der Agroforstwirtschaft in Deutschland vorgestellt wurden. Der Vortrag unterstützte die Diskussionen über die Gründung einer breiter angelegten Dachorganisation für regenerative Landwirtschaft und hob die Agroforstwirtschaft als Schlüsselelement regenerativer Landnutzungssysteme hervor.


27. Februar 2024 – DeFAF-Kolloquium (online): Im Rahmen der regelmäßigen DeFAF-Kolloquiumsreihe wurden in einem Vortrag mit dem Titel „DIGItal Tools to boost AgroForestry – Tools and Applications for Agroforestry Planning“ die Ziele und Fortschritte des DIGITAF-Projekts vorgestellt. Die Teilnehmer wurden über das „Horizon Europe“-Konsortium informiert, das 25 Partner aus 20 Ländern zusammenbringt, darunter Forschungseinrichtungen, Universitäten, KMU, NGOs und internationale Organisationen.  Die Veranstaltung verdeutlichte, wie digitale Werkzeuge die Umsetzung der Agroforstwirtschaft und die Entscheidungsfindung in ganz Europa unterstützen können.


17. April 2024 – Expertendialog zu den Erwartungen an die Agroforstpolitik, Seddiner See, Brandenburg: DeFAF organisierte und moderierte eine Expertendiskussion mit dem Titel „Erwartungen an die Agroforstwirtschaft aus landwirtschaftlicher, umwelt- und klimapolitischer Sicht“. Die Veranstaltung konzentrierte sich auf die Umsetzung von AFS aus naturschutzfachlicher Perspektive und brachte Experten aus Verwaltung, Forschung und Praxis zusammen.  Die Diskussionen befassten sich mit politischen Hindernissen und Chancen für die Umsetzung der Agroforstwirtschaft sowie mit deren Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, zur Klimaanpassung und zur nachhaltigen Landbewirtschaftung.


 16. Mai 2024 – Vorlesung an der HNE Eberswalde, Brandenburg: Im Rahmen des Lehrmoduls zur Agroforstwirtschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) wurde eine dreistündige Vorlesung gehalten. Die Vorlesung befasste sich mit dem Thema „Digitale Werkzeuge bei der Planung und Bewertung von Agroforstsystemen“ und führte die Studierenden in aktuelle digitale Anwendungen ein, die im Rahmen des DIGITAF-Projekts entwickelt wurden.


 18. Juni 2024 – Agroforstwirtschaft in der Lausitz: Neue Wege für die Landwirtschaft, Peickwitz: DeFAF organisierte gemeinsam mit anderen Akteuren die Abschlussveranstaltung des AgroBaLa-Projekts sowie einen Workshop zur Nachhaltigkeitsbewertung von Agroforstsystemen im Rahmen der AGROWERT-REGIO-Initiative. Die Veranstaltung fand auf dem Demonstrationsbetrieb „Thomas Domin“ in Peickwitz statt und verband praktische Vorführungen mit partizipativen Diskussionen zur Bewertung ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Nachhaltigkeitsaspekte von Agroforstsystemen.  Rund sechs Stunden mit Vorträgen, Feldvorführungen und dem Austausch zwischen den Akteuren trugen zur Stärkung der regionalen Netzwerke im Bereich der Agroforst bei.  Die Ergebnisse dieses Workshops, der zugleich das jährliche LL-Treffen darstellte, flossen in das Ergebnisdokument 2.4 ein, einem „Fahrplan“ zur Ermittlung von Nutzen und Kosten von AF-Innovationen (Cumplido-Marin et al., 2025).


22. Juli 2024 – FAO Dialog zum Ausbau der Agroforstwirtschaft (online): DeFAF nahm am FAO-Hochrangigen Dialog zum Ausbau der Agroforstwirtschaft teil, einer internationalen Veranstaltung zur Förderung von Investitionen in widerstandsfähige Agrar- und Ernährungssysteme. Die Teilnahme ermöglichte den Erfahrungsaustausch mit globalen Akteuren und stärkte die internationale Sichtbarkeit europäischer Agroforstinitiativen.


 9.  September 2024 – Konferenz des Aspen Institute, Berlin: Der DeFAF nahm an der Veranstaltung des Aspen Institute mit dem Titel „Transatlantische Perspektiven zur digitalen Transformation der Landwirtschaft“ teil. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Chancen und Herausforderungen, die sich aus der Digitalisierung in der Landwirtschaft ergeben, sowie die Rolle innovativer Technologien bei der Unterstützung nachhaltiger Landwirtschaftssysteme.


17.  September 2024 – Generalversammlung von Landcare Europe (online): DeFAF nahm an der ersten Generalversammlung von Landcare Europe teil. Dabei wurden strategische Entwicklungen innerhalb des Netzwerks sowie Möglichkeiten für eine zukünftige Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Landbewirtschaftung und bei Agroforst-Initiativen diskutiert.


 18. September 2024 – Vorbereitungssitzung für das Globale Forum für Ernährung und Landwirtschaft (GFFA) 2025: DeFAF nahm an der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) organisierten Vorbereitungssitzung des Beratungsgremiums für das Globale Forum für Ernährung und Landwirtschaft 2025 teil. Zentrales Thema der Sitzung standen Wege zu einer nachhaltigen Bioökonomie; sie bot die Gelegenheit, AF-Perspektiven in anstehende internationale politische Diskussionen einzubringen.


21. September 2024 – Kreis-Erntedankfest, Peickwitz: DeFAF unterstützte das Kreis-Erntedankfest in Zusammenarbeit mit Thomas Domin (Abbildung 15). Den ganzen Tag über betrieb der DeFAF einen Informationsstand, an dem über AFS, Klimaanpassung, Biodiversität und die Aktivitäten des BB LL informiert wurde.  Die Veranstaltung erreichte ein breites Publikum und trug dazu bei, das Bewusstsein für AF bei Landwirten und Bürgern zu schärfen.

a) Willkommensschild zum Kreis-Erntedankfest in Peickwitz.

b) Eröffnungszeremonie durch den Ministerpräsidenten mit Thomas Domin.

c) Vertretung der DeFAF beim Infostand.

Abbildung 17.  Eindrücke vom Kreis-Erntedankfest in Peickwitz.


29. September – 2. Oktober 2024 – Landcare Europe-Workshop, Pardubice, Tschechische Republik: DeFAF nahm am Landcare Europe-Workshop mit dem Titel „Böden als natürliche Kohlenstoffsenken – Praktische Umsetzung von Wasser- und Bodenmanagement sowie Anforderungen an GAP-Maßnahmen“ teil. Der Workshop befasste sich mit praktischen Ansätzen zur Kohlenstoffbindung im Boden, zum Wassermanagement und zur Umsetzung politischer Maßnahmen im Rahmen der GAP.  Die Teilnahme förderte den internationalen Austausch über Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen, einschließlich der Rolle von AFS.


Abbildung 18.  Thomas erhält in Berlin die Professor-Niklas-Medaille.

8. Oktober 2024 – Politische Dankesveranstaltung, BMEL, Berlin: DeFAF nahm an der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Abbildung 18) ausgerichteten politischen Dankesveranstaltung teil. Die Veranstaltung bot Gelegenheit zum Networking und Austausch mit Akteuren aus der Landwirtschaft und politischen Entscheidungsträgern. LL-Landwirt Thomas Domin erhielt vom Minister für sein Engagement für die Agrarforstwirtschaft die höchste Auszeichnung für deutsche Landwirte.


 10. Oktober 2024 – Workshop der Brandenburger Staatskanzlei, Potsdam: DeFAF nahm am Workshop „Synergien nutzen – Umsetzung der Bodenmission“ teil. Zentrales Diskussionsthema war die Einbindung von Bodenschutz- und Bodenverbesserungszielen in regionale und nationale politische Rahmenbedingungen, wobei der Beitrag der AFS zu gesunden Böden hervorgehoben wurde.


 15. Oktober 2024 – ILVO-Flandern-Webinar (online): Während des Webinars „Landwirte mit Bäumen: Auf dem Weg ins Jahr 2035“ („Boeren met bomen: op weg naar 2035“) stellte DeFAF vor rund 200 Teilnehmenden die Europäische Agroforst Landkarte vor. Die Präsentation zeigte, wie digitale Kartierungstools die Planung, Überwachung und den Wissensaustausch im Bereich der Agroforstwirtschaft in ganz Europa unterstützen können.  Zu diesem Zweck wurden zwei Videos mit Anleitungen aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt.


21. Oktober 2024 – Treffen der Plattform der Landwirtschaftsverbände, Berlin: DeFAF nahm an einem Treffen von Landwirtschaftsverbänden teil, das nach den Chatham-House-Regeln abgehalten wurde. Im Mittelpunkt des Treffens standen aktuelle agrarpolitische Entwicklungen und Möglichkeiten für eine koordinierte Einbindung der Interessengruppen.


Abbildung 19.  Präsentation eines Feldroboters am ATB.

25. Oktober 2024 – Workshop zu digitalen Werkzeugen für ressourcenschonendes Bodenmanagement, Potsdam: Am ATB nahm DeFAF an einem Workshop teil, der sich mit digitalen Werkzeugen für nachhaltiges Bodenmanagement befasste (Abbildung 19). Die Diskussionen umfassten Möglichkeiten zur Integration von AF-bezogenen digitalen Anwendungen in umfassendere Entscheidungshilfesysteme für die Landbewirtschaftung.


12.–14. November 2024 – ILVO-Workshop zu wirtschaftlichen Instrumenten, Utrecht, Niederlande:  DeFAF nahm am von ILVO veranstalteten DIGITAF-Workshop teil und präsentierte Arbeiten zum Thema „Digitale Instrumente für die finanzielle Analyse der Agroforstwirtschaft“.  Der Workshop konzentrierte sich auf die Bewertung und den Vergleich digitaler Instrumente, die wirtschaftliche Bewertungen von AFS unterstützen.  Die Diskussionen befassten sich mit der Entscheidungsfindung auf Betriebsebene, Rentabilitätsanalysen und Investitionsplanung.


2. Dezember 2024 – Ausschuss für Ackerbau des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Berlin: DeFAF hielt den Vortrag „Was macht die Agroforstwirtschaft zukunftsfähig? Aktuelle Bestandsaufnahme und Ausblick“. Der Vortrag bot einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen in der Agroforstwirtschaft, erörterte aktuelle Herausforderungen und Chancen und beleuchtete Zukunftsperspektiven für die Integration der Agroforstwirtschaft in konventionelle landwirtschaftliche Systeme.  Die Präsentationsunterlagen wurden anschließend an die Ausschussteilnehmer verteilt.

Abbildung 25. Überblick über die Aktivitäten 2025.

Zusammenfassung 2025: Im Jahr 2025 hat DeFAF seine Rolle als Vermittler von AF-Innovationen, des Dialogs zwischen den Interessengruppen und der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen des DIGITAF-Projekts weiter gestärkt.  Zu den wichtigsten Aktivitäten gehörten die Organisation des DIGITAF-Konsortialtreffens, die Ausrichtung von Besuchen politischer Entscheidungsträger und Interessengruppen, die Teilnahme an Diskussionen über Carbon Farming und Agrarpolitik, die Unterstützung von AF-Schulungen und des Wissensaustauschs sowie die Durchführung von Mersskampagnen. Diese Bemühungen trugen zur Verbreitung von AF-Wissen, zur Weiterentwicklung digitaler Entscheidungshilfetools und zur Förderung von AF als wichtiger Bestandteil resilienter und nachhaltiger Agrarsysteme in Deutschland und Europa bei.


11. März 2025 – Besuch von Staatssekretärin Sylvia Bender in Peickwitz, Brandenburg: Das BB LL empfing Staatssekretärin Sylvia Bender vom brandenburgischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz auf dem Demonstrationsbetrieb von Thomas Domin in Peickwitz (Abbildung 21). Der Besuch umfasste eine Führung über den Hof, Gespräche über die Umsetzung der Agrarforstwirtschaft in Brandenburg sowie eine Podiumsdiskussion mit Personen aus Praxis, Verwaltung und Forschung.  Die Veranstaltung fand in den regionalen Medien Beachtung und bot die Gelegenheit, die Agrarforstwirtschaft als praktische Lösung für die Klimaanpassung, die Förderung der Biodiversität und eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion vorzustellen.


13. März 2025 – Anhörung der Europäischen Kommission (online): DeFAF nahm an einer von der Europäischen Kommission organisierten Online-Anhörung im Zusammenhang mit den laufenden Diskussionen über Agroforstwirtschaft und nachhaltige Landnutzungspolitik teil. Die Veranstaltung zeigte die zunehmende Bedeutung der Agroforstwirtschaft innerhalb der europäischen politischen Prozesse auf und unterstrich die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Einbindung der Interessengruppen.


Abbildung 22.  Eingangsschild zum „Bildungsgut Schmochtitz“.

2. Mai 2025 – Agroforstwirtschafts-Workshop, Schmochtitz, Sachsen:  Auf Einladung des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) leistete DeFAF einen Beitrag zu einem Workshop, der sich mit Agroforstsystemen (AFS) und deren praktischer Umsetzung befasste.  Die Diskussionen unter rund 20 Lehrkräften im Bereich „Grüne Berufe“ konzentrierten sich auf Möglichkeiten zur Integration von Agroforstwirtschaft in die Ausbildung von Fachkräften sowie auf aktuelle Entwicklungen in Politik und Beratung, die ihren Platz in den Lehrplänen finden müssen (Abbildung 22).


19. Mai 2025 – EURAF-Generalversammlung (online / Brüssel): DeFAF nahm an der Generalversammlung der European Agroforestry Federation (EURAF) teil. Die Diskussionen befassten sich mit organisatorischen Fragen, der Erneuerung der Mitgliedschaft und den laufenden Entwicklungen bezüglich der Agroforstkarte Europas.  Besonderes Augenmerk wurde auf die Integration digitaler Werkzeuge und georäumlicher Informationen gelegt, die im Rahmen von DIGITAF entwickelt wurden.


20. Mai 2025 – EU-Workshop zum Thema „Carbon Farming“, Brüssel: DeFAF nahm an einem europäischen Workshop zum Thema „Carbon Farming“ und dem Zertifizierungsrahmen für Kohlenstoffentzug (CRCF) teil. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Rolle von Agroforstsystemen (AFS) bei der Kohlenstoffbindung, Ansätze zur Überwachung und Verifizierung sowie zukünftige Möglichkeiten für Landwirte, an „Carbon Farming“-Programmen teilzunehmen.


23. Mai 2025 – Sächsischer Bauernverband, Dresden: DeFAF nahm an Gesprächen mit dem Sächsischen Bauernverband über die künftige Entwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) teil. Der Austausch befasste sich sowohl mit dem aktuellen GAP-Strategieplan als auch mit möglichen Ausrichtungen für den GAP-Rahmen nach 2027.  Agroforstwirtschaft wurde als multifunktionaler Landnutzungsansatz vorgestellt, der einen Beitrag zu Klima-, Biodiversitäts- und Produktionszielen leisten kann.


Abbildung 23.  Teilnehmer der DIGITAF-Generalversammlung in Peickwitz“.

 25.–27. Juni 2025 – DIGITAF-Konsortialtreffen, Cottbus, Peickwitz und Calau: DeFAF organisierte das jährliche DIGITAF-Konsortialtreffen in Brandenburg.  Projektpartner aus ganz Europa versammelten sich in Cottbus zu Arbeitssitzungen, strategischen Diskussionen und zum Wissensaustausch.  Auf dem Programm standen Besichtigungen vor Ort bei zwei brandenburgischen „Living Lab“-Betrieben (Abbildung 23) sowie ein Ausflug zum einem traditionellen AFS im Spreewald.  Die Teilnehmer befassten sich mit praktischen Beispielen für die Umsetzung von Agroforstwirtschaft, diskutierten Living-Lab-Aktivitäten und tauschten Erfahrungen hinsichtlich der Entwicklung und Anwendung digitaler Agroforst-Tools aus.  Das Konsortiumstreffen stärkte die Zusammenarbeit zwischen den DIGITAF-Projektpartnern und präsentierte Brandenburg als führende Region für Innovation und Demonstration im Bereich der Agroforstwirtschaft in Deutschland. Link zum Film.


26.–27. September 2025 – Internationale tschechisch-deutsche Agroforst-Exkursion: Im Rahmen einer internationalen Exkursion mit Teilnehmern aus Deutschland und der Tschechischen Republik wurde das LL Brandenburg besucht (Abbildung 24).  Auf dem Programm standen Besuche von Agroforstbetrieben in den Regionen Peickwitz und Calau sowie der grenzüberschreitende Austausch über Agroforstpraktiken, Betriebsführungsansätze und politische Rahmenbedingungen.  Die Exkursion bot Praktikern, Forschern, Beratern und Interessengruppen die Gelegenheit, Erfahrungen mit der Umsetzung von Agroforstwirtschaft zu diskutieren und die Zusammenarbeit zwischen benachbarten Regionen zu stärken.  Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den praktischen Erkenntnissen aus den LL-Betrieben und der Rolle der Agroforstwirtschaft bei der Klimaanpassung und der nachhaltigen ländlichen Entwicklung.  Bericht auf der DeFAF Webseite.

a) Internationale Gäste aus Tschechien auf dem LL-Betrieb Thomas Domin.

b) Auf der ZGJ-Farm erhielten wir Erläuterungen zum silvopastoralen AFS mit Hühnern und Pappeln.

c) Das regnerische Wetter hielt die Gruppe nicht davon ab, innovative Obstgarten-AFS zu besichtigen.

Abbildung 24.  Eindrücke von der internationalen tschechisch-deutschen Agroforst-Exkursion.


4. Oktober 2025 – Bodenprobenahme im Brandenburg Living Lab, Peickwitz: Auf Grünlandflächen innerhalb des Brandenburg Living Lab wurde eine weitere Bodenprobenahme durchgeführt. Ziel der Maßnahme war es, die Überwachungs- und Bewertungsbemühungen im Zusammenhang mit Agroforstsystemen und deren Auswirkungen auf die Bodenqualität, die Kohlenstoffspeicherung und Ökosystemleistungen zu unterstützen.  Die gesammelten Daten werden zu den laufenden Forschungsaktivitäten im Rahmen von DIGITAF beitragen und die Bewertung der Leistung von Agroforstsystemen unter praktischen landwirtschaftlichen Bedingungen unterstützen (den Herder et al., 2026).

Abbildung 27. Überblick über die Aktivitäten 2026.

Abschlusssitzungen von REFOREST und DIGITAF, Brüssel, Belgien:  Der DeFAF nahm an den Abschlusssitzungen der „Horizont Europa“-Projekte DIGITAF und REFOREST in Brüssel teil.  Die Sitzungen brachten Projektpartner aus ganz Europa zusammen, um die Projektergebnisse zu überprüfen, die abschließenden Ergebnisse zu erörtern, die Auswirkungen zu bewerten und Möglichkeiten für eine zukünftige Zusammenarbeit  zu identifizieren.  Besonderes Augenmerk wurde auf die Verbreitung und langfristige Nutzung der Projektergebnisse gelegt, darunter digitale Entscheidungshilfetools, Living-Lab-Erfahrungen, AF-Datenbanken, politische Empfehlungen und Ansätze zur Einbindung von Interessengruppen, die während der Projektlaufzeit entwickelt wurden (Abbildung 24).


13.–14. Juni 2026 – Living Lab-Abschlussveranstaltung mit wichtigen Interessengruppen und der Öffentlichkeit, Peickwitz, Deutschland:  Im Rahmen der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der 31. Brandenburger Landpartie, die in Peickwitz stattfand, war die DeFAF mit einem Stand vertreten und konnte so die Öffentlichkeit über Agroforstwirtschaft informieren.  Am Samstag wurden am Stand der brandenburgische Landwirtschaftsminister, der Vorstand des Brandenburgischen Bauernverbandes, Agrar-Influencer und die derzeit amtierende Erntehoheit Christian Braune, sowie Landbesitzer mit eigenen Agroforstwirtschaftsplänen begrüßt (Abbildung 25).  Neben Informationen zur Agroforstwirtschaft und zu digitalen Tools konnten die Besucher auch einem Lehrpfad zum Thema Agroforstwirtschaft folgen.


Juni 2026 – Europäische Agroforstkonferenz („EURAF 2026“), Neuchâtel, Schweiz:  Der DeFAF war auf der EURAF 2026 in Neuchâtel, vertreten, wo auch das DIGITAF Abschlusstreffen stattfand.  Die Konferenz brachte Forscher, Landwirte, Berater, politische Entscheidungsträger und Praktiker aus ganz Europa zusammen, um Wissen und Erfahrungen zum Thema Agroforstwirtschaft auszutauschen.  Die Teilnahme unterstützte die Verbreitung der Ergebnisse sowohl des DIGITAF- als auch des REFOREST-Projekts, darunter Fortschritte bei digitalen Werkzeugen, Living-Lab-Methoden, der Kartierung von Agroforstsystemen, der Nachhaltigkeitsbewertung und der Politikentwicklung.  Die Konferenz bot zudem Gelegenheit, internationale Netzwerke zu stärken, künftige Forschungs- und Innovationsschwerpunkte zu identifizieren und zu Diskussionen über die Rolle der Agrarforstwirtschaft bei der Bewältigung des Klimawandels, des Verlusts der biologischen Vielfalt, der nachhaltigen Lebensmittelproduktion und der ländlichen Entwicklung beizutragen.  Die Abschlusssitzungen war ein guter Anlass, gewonnene Erkenntnisse zu reflektieren und die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Agrarforstnetzwerken über die Laufzeit der Projekte hinaus zu stärken.  Bericht auf der DeFAF Website.  Der Tagungsband ist hier verlinkt.

Ausblick:  Im Jahr 2026 sind wichtige europäische AF-Projekte ausgelaufen, an denen der DeFAF aktiv mitgewirkt hat.  Durch die Teilnahme an Abschlussveranstaltungen der Projekte und internationalen Konferenzen hat der DeFAF dazu beitragen, dass die Projektergebnisse für Landwirte, Berater, Forscher, politische Entscheidungsträger und andere Interessengruppen zugänglich und relevant bleiben.  Diese Aktivitäten haben dazu beitragen, das durch DIGITAF und REFOREST generierte Wissen zu festigen und die weitere Ausbreitung der AF in Deutschland und Europa zu unterstützen.

Abbildung 28. Der diesjährige Champagner-Roggen – eine traditionelle Getreidesorte – gedeiht bei Sonnen-untergang auf dem Agroforststandort der LL-Farm.

Das Living Lab wird durch die fortgesetzten Aktivitäten der verschiedenen Teilnehmer fortgeführt, die sich in den vergangenen vier Jahren bei DigitAF engagiert haben.  Die Systeme auf der Domin’s Farm, bei ZGJ Agrar, Wilmars Gärten, dem Landwirtschaftsbetrieb Düpow und mehreren anderen Agroforstbetrieben in Brandenburg werden weiterhin kommerziell bewirtschaftet.  Beim DeFAF setzt mittlerweile das Projekt EELAP in der Agroökologie-Partnerschaft die Arbeit mit den Akteuren in Brandenburg fort, wobei aber auch das benachbarte Bundesland Sachsen einbezogen worden ist (LL Lausitz).  Der DeFAF bietet weiterhin ein wichtiges Forum auf europäischer Ebene für Agroforstaktivitäten und deren Förderung in Deutschland.

Nummer Titel auf deutsch Titel auf englisch
D1.1 Bewertung der angekündigten Maßnahmen des nationalen GAP-Strategieplans zur Schaffung und Erhaltung von Agrarforstflächen und Landschaftselementen Evaluation of announced national CAP Strategic Plan measures for establishment and maintenance of AF and Landscape Features
D1.2 Bericht und Datenbank zur Verfügbarkeit von Agrarumweltindikatoren in den Mitgliedstaaten auf NUTS-3-Ebene sowie Optionen für die Datenerhebung auf Betriebsebene Report and database on availability of agri-environmental indices in MS at NUTS3, and options for data collection at farm scale
D1.3 Bewertung und Empfehlungen zu den von den Mitgliedstaaten verwendeten Methoden zur Erfassung von Agrarforstflächen und Treibhausgasemissionen Evaluation and recommendations on methods used by MS to record AF areas and GHG emissions
D1.4 Räumliche Politikmodelle für Agrarforstflächen und Landschaftselemente (AF-LPIS), die für den Einsatz auf lokaler Ebene implementiert wurden AF-LPIS spatial policy models implemented for use in LL
D1.5 Strategien und MRV-Modelle für Carbon Farming im freiwilligen und im gesetzlich geregelten Sektor. Policies and MRV models for carbon farming in the voluntary and statutory sectors.
D1.6 Bewertung der Umsetzung nationaler Maßnahmen des GAP-Strategieplans zur Schaffung und Erhaltung von Agrarforstflächen und Landschaftselementen. Evaluation of implementation of national CAP Strategic Plan measures for the establishment and maintence of AF and Landscape Features.
D2.1 Fragebogen zu technischen und administrativen Fragen. Survey form on technical & administrative issues.
D2.2 Fahrplan zu Instrumenten für technische und administrative Fragen. Roadmap on tools for technical & administrative issues.
D2.3 Fahrplan 1.0 zu den erwarteten Nutzen und Kosten von Agrarforstinnovationen. Roadmap 1.0 on  anticipated benefits and costs of AF innovations.
D2.4 Fahrplan 2.0 zu Instrumenten für die Ermittlung der erwarteten Nutzen und Kosten von Agrarforstinnovationen. Roadmap 2.0 on tools for anticipated benefits and costs of AF innovations.
D2.5 Plan zur Verbesserung bestehender Instrumente/Modelle für die Produktivität von Bäumen und Kulturpflanzen Plan for improvement of existing tools/models for tree and crop productivity
D2.6 Fahrplan für Instrumente und Simulationsmodelle zur Produktivität von Bäumen und Kulturpflanzen unter Berücksichtigung von Arten- oder Sortenkombinationen und Bewirtschaftung. Roadmap on tools and simulation models for tree and crop productivity, considering species or variety combinations and management.
D2.7 Aus LIDAR-Scans gewonnene Parameter zur Baumarchitektur Tree architectural parameters obtained from LIDAR scans
D2.8 Fahrplan für Instrumente und Simulationsmodelle zum Mikroklima und zum Wasserstatus in der Agroforstwirtschaft. Roadmap on tools and simulation models for agroforestry microclimate and water status.
D2.9 Offene Plattformarchitektur auf Betriebsebene und Kompatibilität einzelner Instrumente/Modelle. Farm-scale open platform architecture and compatibility of individual tools/models.
D3.1 Schematische Darstellung der AF-Wertschöpfungskette auf jeder Ebene der LL Schematic map of the AF value chain at each of LL
D3.2 Bericht über die Nutzung einer interaktiven europäischen Karte und eines Verzeichnisses von AF-Produkten und -Dienstleistungen Report on the use of an interactive European map and inventory of AF products and services
D3.3 Bericht über den konzeptionellen Entwurf und die Spezifikationen für ein Instrument zur Quantifizierung des Biodiversitätsnutzens von AF Report on the conceptual design and specifications for a tool to quantify the biodiversity benefit of AF
D3.4 Instrument zur Quantifizierung des Biodiversitätsnutzens von AF Tool to quantify the biodiversity benefit of AF
D3.5 Methoden zur Überprüfung und Bilanzierung der Vorteile von AF in Bezug auf Kohlenstoff und Bodengesundheit Methods to verify and account for the carbon and soil health benefits of AF
D3.6 Bericht über die Zertifizierung und Markenbildung von AF-Produkten Report on certification and branding of AF products
D3.7 Leitfaden zur Erstellung eines Geschäftsplans auf der Grundlage neuer Zertifizierungs- und Markenbildungsansätze Guideline for designing business plan relying on new certification and branding approaches
D4.1 Bestandsaufnahme der Bedürfnisse und Erwartungen der Interessengruppen Inventory of stakeholder needs and expectations
D4.2 Datenmanagementplan Data management plan
D4.3 Plan zur Datenzusammenführung Data collating plan
D4.4 Zusammenstellung vorhandener Open-Source-Daten Compilation of existing open-source data
D4.5 Bestandsaufnahme und Bewertung von Tools und Daten Tool and data inventory and rating
D4.6 DigitAF-Virtual-Space DigitAF-Virtual-Space
D4.7 Datenmanagementplan (Aktualisierung zur Halbzeit) Data management plan (up date at mid term)
D4.8 Datenmanagementplan (Aktualisierung am Ende des Projekts) Data management plan (up date at the end of the project)
D5.1 PEDR PEDR
D5.2 Projekt-Website Project website
D5.3 Kommunikationskit Communication kit
D5.4 Kartierung der AF-Interessengruppen Mapping of AF stakeholders
D5.5 Aktualisierung des PEDR (1) Update of the PEDR (1)
D5.6 Aktualisierung des PEDR (2) Update of the PEDR (2)
D5.7 Policy Brief Policy Brief
D5.8 Praxiszusammenfassung –  Charge 1 Practice abstract –  Batch 1
D5.9 Praxiszusammenfassung –  Charge 2 Practice abstract –  Batch 2
D5.10 Plan zur Förderung digitaler Werkzeuge für AF Plan to boost digital tools for AF
D5.11 Öffentlicher Abschlussbericht Public final report
D6.1 Projektmanagementplan Project Management Plan
D6.2 Protokoll der Auftaktbesprechung Kick-off meeting minutes
D6.3 Mitgliederliste des Multi-Actor-Beirats Multi-Actor Advisory Board member list

INRAE, Instituut voor Landbouw-, Visserij- en Voedingsonderzoek (EV ILVO), Acta les instituts techniques agricoles (ACTA), Grab Groupe de recherche en agriculture biologique (GRAB), CIRAD, Czech University of Life Sciences Prague (CZU), Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V. (DeFAF), European Forest Institute (EFI), ICRAF, Louis Bolk Instituut (LBI), Scuola Superiore Sant’Anna (SSSA), Universidad de Extremadura (UEX), Ghent University (UGHENT), VUKOZ, European Agroforestry Federation (EURAF), European Landowners‘ Organization (ELO), VENETO, reNature, MVARC, Regen Farmer, Sinergise, Erdyn > Innovation Consultancy (ERDYN), Cranfield University (CRAN), General Secretariat GS-EAER (AGROSCOPE), Coop Carbone (COOPC), Savanna Institute (SAVANNA)

Dieses Projekt wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont Europa unter der Fördervereinbarung Nr. 101059794 gefördert.

Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autor:Innen und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für die Forschung (REA) wider.

Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können für diese verantwortlich gemacht werden.