Agroforstprodukte vermarkten – regional und gemeinsam? Feldtag und Workshop in Lage bringen neue Ideen

Julia Günzel | 24.09.2025

Mit Produkten, die in Agroforstsystemen entstehen, können Landwirtschaftsbetriebe teilweise neue wirtschaftliche Wege gehen. Die erfolgreiche Vermarktung dieser Produkte hängt aber von verschiedensten Faktoren ab. Bei einem Feldtag inklusive eines Workshops zur Regionalvermarktung von Agroforstprodukten kamen am Montag, den 22. September 2025, mehr als 20 Personen auf dem Bio Hof Brinkmann in Lage, Nordrhein-Westfalen, zusammen, um ihre Ideen und Erfahrungen dazu zu diskutieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von der AbL NRW e.V., der Regionalbewegung NRW e.V., der SoLaWi Ackervielfalt sowie dem DeFAF e.V.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden durch Eva Horrion von der AbL NRW und Wiebke Brinkmann-Roitsch vom Bio Hof Brinkmann, die den Feldtag gemeinsam über das Projekt Bäuerliche Agroforste organisiert hatten. Eine Führung über die Fläche des Marktgartens des Betriebs, auf dem in 2024 verschiedene Obst- und Nussgehölze gepflanzt wurden, zeigte, wie sich Gehölze mit kleinflächigerem Gemüseanbau kombinieren lässt. Anschließend berichtete der Agroforst-Landwirt Jan Große-Kleimann aus Steinfurt bei Münster von seinen Erfahrungen mit der Pflanzung und Pflege von Gehölzen auf seinen Flächen. Dabei betonte er, dass die Vermarktung, die aufgrund der noch sehr jungen Bäume erst später richtig relevant wird, schon jetzt mitgedacht werden muss. Ein gutes Netzwerk zu regionalen weiterverarbeitenden Unternehmen ist dabei sehr hilfreich. Brigitte Hilcher von der Regionalbewegung NRW e.V. stellte im Anschluss den Ansatz der regionalen Wertschöpfungszentren vor, die über mehrere Jahre strategischer Arbeit und die Entwicklung einer Regionalitätsstrategie NRW als Möglichkeit gesehen werden, regionale Betriebe bei der erfolgreichen Vermarktung ihrer Produkte zu unterstützen. Wie diese Vermarktung durch erfolgreiche Kommunikation profitieren kann, erläuterte als dritte Referentin Ingrid Klingen, Kommunikationsdesignerin und Garten Landschaftsgärtnerin.

Nach den Referentenbeiträgen schloss sich ein einstündiger Workshop an, den Julia Günzel vom DeFAF e.V. über das Projekt EELAP anleitete. Anhand einer Karte der im Projekt betrachteten Region Nord-NRW wurde gesammelt, welche Agroforstprodukte bereits erzeugt werden und welche weiteren Akteure entlang der Wertschöpfungsketten als mögliche zukünftige Kooperationspartner in der Region zu finden sind. Hier wurden neben Mostereien und Getreidemühlen auch Sägewerke, regionale Vermarktungsinitiativen und Ölmühlen betrachtet. Die Teilnehmenden brachten reichlich Ideen für mögliche zukünftige Kooperationen und Partner für die Verwertung und Vermarktung von Agroforstprodukten mit ein. Im weiteren Verlauf des Projektes EELAP werden diese Ideen weiterentwickelt.