Neuanlagen von Agroforstsystemen werden zur Normalität in der Landwirtschaft.

Pflanzung am 24. April 2026 beim Demonstrationsbetrieb für Agroforstwirtschaft Niklas Pape.

Betriebssteckbrief:

Am 24. April 2026 lud ein Feldtag im Nordharz dazu ein, Agroforstsysteme mit Pappeln aus nächster Nähe kennenzulernen – und zwar genau dort, wo Theorie und Praxis aufeinandertreffen: auf dem Acker von Landwirt Niklas Pape. Er hat sich aus ökologischen Gründen und in Hinblick auf eine eigene Energieholzversorgung für die Etablierung eines Pappel-Agroforsts entschieden.

Der Tag begann zeitig, kalt und windig, als die Pflanzmaschine getestet und die Pflanzung bereits vor dem Eintreffen der Gäste begonnen wurde.

Offiziell startete die Veranstaltung dann um 11 Uhr im Hofcafé des Betriebs. In gemütlicher Runde – ein Tisch direkt am Ofen sorgte für willkommene Wärme – kamen die Teilnehmenden zusammen. Die kleine aber feine Gruppe setzte sich aus landwirtschaftlichen Praktikerinnen und Praktikern zusammen. Ergänzt wurde die Runde durch Vertreter der MODEMA-Regionalkoordinationen Nordwest und Ost. Nach einer kurzen Begrüßung durch Manuela Bärwolff (TLLLR) folgten drei Fachvorträge.

  • Landwirt Niklas Pape stellt seinen Betrieb vor und erläuterte die Beweggründe für den neuen Betriebszweig Agroforstwirtschaft.
  • Anschließend wurden durch Denis Teubner (TLLLR) rechtliche Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten sowie Umweltwirkungen und mögliche Ertragseffekte von Agroforstsystemen dargestellt.
  • Ken Dohrmann (Lignovis GmbH) behandelte die Wirtschaftlichkeit von Pappelanlagen und die Bereiche Planung, Pflanzung, Pflege, Ernte und Verwertung.

Die Vorträge wurden von einer intensiven und fachlich fundierten Diskussion begleitet. Thematisiert wurden unter anderem Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, die Ausgestaltung von Anbausystemen, Fragen des Pflanzenschutzes an oder in Gehölzstreifen, mögliche Auswirkungen auf Grünland sowie naturschutzrechtliche Aspekte. Der Austausch war konstruktiv und zeigte ein hohes Interesse sowie eine große Praxisnähe der Teilnehmenden.

Beim Imbiss im Hofcafé statt gab es weiteren Raum für informellen Austausch.

Bei deutlich verbesserten Wetterbedingungen wurde anschließend die praktische Umsetzung auf einer nahegelegenen Fläche demonstriert. Vorgestellt wurden das Pflanzschema sowie die konkrete Anlage des Agroforstsystems. Dabei wurden insbesondere Sortenwahl, Pflanztiefe, Pflanzverband sowie Maßnahmen zum Schutz der Gehölze erläutert.

Ein zentraler Bestandteil des Praxisteils war die Vorführung der Pflanzmaschine, die im laufenden Einsatz gezeigt wurde. Die Kombination aus Demonstration und fortlaufender Pflanzung ermöglichte einen direkten Einblick in die technische Umsetzung und Arbeitsabläufe.

Der Feldtag endete mit einer offenen Fragerunde und dem weiteren Austausch zwischen Teilnehmenden und Referierenden.

Im Projekt MODEMA koordiniert das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) die Modellregion Ost mit den Bundesländern Thüringen und Sachsen-Anhalt. Danke an die Lignovis GmbH für die Kooperation beim Feldtag.

Die Pflanzung fand dank der Förderung im Projekt MODEMA statt. Die Förderung des MODEMA Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“.

Bericht & Fotos:

Denis Teubner • denis.teubner[at]tlllr.thueringen.de

Dr. Götz Haferburg • goetz.haferburg[at]tlllr.thueringen.de

Vinzenz Spengler • vinzenz.spengler[at]lwk-niedersachsen.de