Annett Gernhardt| 11. August 2026

Agroforst auf der Pferdeweide

In Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen ist ein Infoblatt entstanden, welches zum Download bereitsteht.

Die Autorin Nicole Jörgens ist nicht nur erfolgreiche Bachelor-Absolventin, sondern seit frühester Jugend Pferdehalterin und Reiterin mit Liebe und Sachverstand. In ihrer Bachelorarbeit beschäftigte sie sich mit artgerechter Pferdehaltung auf Agroforstflächen. Das Infoblatt fasst die zentralen Ergebnisse zusammen.

Pferde gehören zu den großen Pflanzenfressern. Rund 15 bis 20 % des deutschen Grünlands werden mit Pferden bewirtschaftet, überwiegend extensiv, klein strukturiert und damit ökologisch wertvoll. Pferde besiedelten ursprünglich Steppen, Halbwüsten aber auch offene und halboffene Lebensräume und lichte Wälder. Sie ziehen sich gern in den Windschatten von Gehölzen zurück. Auf der Weide fressen Pferde hauptsächlich Gräser und in geringerem Umfang Blätter, Rinde, Zweige und junge Triebe. Die verschiedenen Anpassungen (Nahrungsaufnahme, Futterverwertung) gegenüber dem Rind haben unterschiedliche Folgen beim Weidemanagement.

Steigende Temperaturen und längere Trockenphasen belasten Pferde auf dem Grünland, während eine artgerechte Haltung Schatten, Witterungsschutz, ein strukturreiches Umfeld und ein vielfältiges Futterangebot verlangt. Silvopastorale Agroforstsysteme, also die Kombination von Gehölzen und Weidehaltung auf derselben Fläche, können diese Bedürfnisse gezielt bedienen.