Pflanzen(Bau)Kasten

Eine Orientierungshilfe zur Gestaltung von Agroforstsystemen

Ein wichtiges Merkmal der Agroforstwirtschaft ist die große Gestaltungsvielfalt. So ist Agroforstsystem nicht gleich Agroforstsystem, sondern kann in Abhängigkeit von Standort, Betriebsziel und Flächenstruktur sehr unterschiedlich beschaffen sein. Im Folgenden werden Sie Schritt für Schritt durch das Auswahlverfahren geleitet, um individuelle Empfehlungen zum Aufbau Ihres Agroforstsystems zu erhalten. Die zehn ausgewählten Ökosystemleistungen (ÖSL) und Produktionsziele (Ziele) werden dazu kurz beleuchtet.

Dieses Online-Tool dient hauptsächlich dazu, die für Sie relevanten Themen herauszufiltern. Somit erhalten Sie konkrete Vorschläge der zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten der Fläche und spezielle Anordnungen der Gehölzstrukturen, sogenannte „Agroforst-Werkzeuge“. Um ein Ergebnis angezeigt zu bekommen, muss mindestens eine ÖSL oder ein Ziel ausgewählt werden. Die Vorschläge werden spezifischer, wenn insgesamt mehr Kriterien angeklickt werden. Maximal können je zwei ÖSL und Ziele gewählt werden – probieren Sie gerne verschiedene Kombinationen aus!

Bitte laden Sie das folgende PDF herunter, worin Sie die Volltexte und Detailinformationen zu den einzelnen Themen finden.

Ökosystemleistungen

  • 1 Schutz vor Bodenabtrag

    An Standorten, die durch Wind- und Wasser-Erosion gefährdet sind, sollte der Verlust von fruchtbarem Boden durch gezielte Maßnahmen verhindert werden. Auch die Verschmutzungen durch abgetragene Bodenpartikel außerhalb der Agrarfläche sind zu vermeiden. Die Erosionsgefahr wird durch Standortbedingungen wie Hangneigung, windexponierte Lagen, beispielsweise an Kuppen und ungünstige Bodenbeschaffenheiten verstärkt. Zudem tragen veränderte klimatische Bedingungen wie zunehmende Trockenperioden, Starkregenereignisse und erhöhte Windgeschwindigkeiten zu verstärkter Bodenerosion bei. Gehölzstreifen, speziell jene mit mehreren Baumreihen, stabilisieren das Bodengefüge durch ihre tiefreichenden Wurzelsysteme, verringern die Windgeschwindigkeiten, mindern den Oberflächenabfluss und verbessern die Versickerung, wodurch der Boden langfristig geschützt wird.

    Detailinformation, Seite: 12
  • 2 Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung

    Die nachhaltige Erhaltung und Optimierung der Bodenfruchtbarkeit ist entscheidend für gute Erträge auf landwirtschaftlichen Flächen. Ausschlaggebend für eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung der Kulturen sind dabei die Verbesserung der Bodenstruktur sowie die Anreicherung des Bodens mit organischem Material und der Aufbau von Humus. Gehandelt werden sollte insbesondere auf Flächen mit diesbezüglich bekannten Defiziten. Hierzu gehören unter anderem humusarme und / oder verdichtete Flächen sowie Standorte, an denen der Abtrag und die Abschwemmung von Bodenpartikeln und Nährstoffen ein Problem darstellen. Gehölze tragen durch ihre ausgeprägten Wurzelsysteme zur Aufwertung der Bodenstruktur bei und erhöhen den Gehalt an organischem Material im Boden. Im Ergebnis entsteht ein stabilisiertes Bodengefüge mit einem hohen Anteil an Mittelporen, die sich positiv auf den Wasserhaushalt und das Bodenleben auswirken. Nährstoffe werden von den Gehölzen aus tieferen Bodenbereichen aufgenommen und durch Blattstreu und beispielsweise herabfallende Früchte wieder an die Oberfläche gebracht, wodurch eine kontinuierliche und ausgeprägtere Nährstoffversorgung gewährleistet wird.

    Detailinformation, Seite: 16
  • 3 Schutz von Oberflächengewässern vor Nähr- und Schadstoffeintrag

    An kleinen Fließgewässern, die sich durch das Agrarland ziehen, sowie angrenzenden Flüssen oder stehenden Gewässern fehlen oft Pufferbereiche. Diese sind jedoch notwendig, um Oberflächengewässern vor dem Stoffeintrag aus intensiver landwirtschaftlicher Nutzung zu schützen. Die Verringerung der Stofflast ist entscheidend, um den guten ökologischen und chemischen Zustand der Gewässer zu bewahren. Gehölzvegetation in Form von extensiv bewirtschafteten Gewässerrandzonen dient als physische Barriere und Filter. Die Gehölze bremsen den Oberflächenabfluss ab und nehmen Nährstoffe über die Wurzeln auf, wodurch die Belastung der Gewässer reduziert wird. Agroforst-Maßnahmen sind selbst bei gut angepasstem Düngemanagement als zusätzlicher, effektiver Schutz sinnvoll und tragen erheblich zur Erhaltung und Verbesserung der Wasserqualität bei.

    Detailinformation, Seite: 20
  • 4 Schutz des Grundwassers vor Nähr- und Schadstoffeintrag

    In intensiv genutzten Agrarräumen wird die Qualität des Grundwassers und somit die Ressource Trinkwasser beeinträchtigt, da häufig mehr Nähr- und Schadstoffe eingetragen werden als durch die Pflanzen aufgenommen werden können. Besonders bei intensiver Nutzung von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und in der Tierhaltung sollten Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Dies gilt auch ausdrücklich für Böden mit geringer Wasserhaltekapazität, da diese zur Auswaschung von Nährstoffen neigen, sowie für grundwasserbeeinflusste Standorte. Dort erreichen versickernde Nähr- und Schadstoffe schnell das oberflächennahe Grundwasser. Gehölzstrukturen fungieren hierbei als natürliche Filter. Sie nehmen überschüssige Nährstoffe über ihre Wurzeln auf und verbessern die Bodenstruktur im Gehölzbereich, was die Versickerungsrate reduziert und das Wasser länger im Oberboden hält. Zudem werden im Bereich der Gehölze keine oder nur sehr geringe Mengen an Dünge- und Pflanzenschutzmittel ausgebracht. Dadurch wird die Stofflast im Grundwasser verringert. So werden unterhalb von Gehölzstreifen beispielsweise deutlich geringere Nitratkonzentrationen als unter Ackerkulturen gemessen.

    Detailinformation, Seite: 24
  • 5 Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt

    Eine vielfältig strukturierte Agrarlandschaft, die Räume zum Nisten, Brüten, für die Futtersuche, zum Rückzug und zur Überwinterung aufweist, ist die Grundvoraussetzung für eine hohe Biodiversität. Diese ist wiederum entscheidend zur Stabilisierung des Ökosystems. Viele Arten sind in ihrem Bestand rückläufig oder sogar vom Aussterben bedroht. Dies kann sich negativ auf die Lebensmittelproduktion auswirken, da weitere Ökosystemleistungen wie Bestäubung, Bodenregeneration und Schädlingskontrolle bei fehlender Biodiversität aus dem Gleichgewicht geraten oder gar verschwinden. Die intensive Bewirtschaftung von Rein- und Monokulturen sowie das allgemeine Fehlen von Strukturelementen führen zu einer ausgeräumten Agrarlandschaft, die von einer ökologischen Aufwertung profitiert. Gehölzflächen in Agroforstsystemen erhöhen die Vielfalt an Lebensräumen für Feldarten, Arten halboffener Landschaften und unter Umständen sogar Waldarten. Sie fungieren unter anderem als wertvolle Wanderkorridore, verbinden Biotope und schaffen verschiedene Habitattypen auf derselben Bewirtschaftungsfläche.

    Detailinformation, Seite: 28
  • 6 Förderung der Bestäuberleistung

    Für die gesunde Entwicklung aller Kulturen sind bestäubende Insekten unerlässlich, die wiederum Habitat und ein reiches Nahrungsangebot über das gesamte Jahr hinweg benötigen. Hohe Erträge und qualitativ hochwertige Produkte sind nur bei einer gut ausgeprägten Bestäuberleistung möglich. Im Agroforst können gezielt blühende Gehölzarten gepflanzt werden, die durch blütenreiche Saumstrukturen ergänzt werden können. So werden Lebensräume für Bestäuber geschaffen, was dem aktuellen Rückgang der Populationen entgegenwirkt. Neben einem verbesserten Nahrungsangebot finden Bestäuber in Agroforstsystemen auch eine Vielzahl an Nistmöglichkeiten sowie Rückzugs- und Entwicklungsräume und profitieren vom verbesserten Biotopverbund auf Landschaftsebene. Hierdurch werden sowohl eine größere Anzahl als auch eine höhere Diversität an bestäubenden Insekten in der Landschaft erreicht. Gemeinsam mit einem verringerten Gebrauch an Pestiziden oder deren gänzlichen Verzicht im Gehölzbereich, wird die Bestäuberleistung weiter gestärkt.

    Detailinformation, Seite: 32
  • 7 Beschattung und Unwetterschutz

    Die durchdachte Gestaltung der Freilandhaltung von Nutztieren ist äußerst wichtig, denn der alleinige Zugang zu frischer Luft reicht nicht aus, um das Tierwohl zu steigern. Für eine artgerechte Haltung benötigen Tiere Schutz vor Hitze und starker Sonneneinstrahlung im Sommer sowie vor Unwettern mit Starkniederschlägen und Sturm. Besonders kleinere Tiere, wie Geflügel, müssen vor Fressfeinden geschützt sein. Diese Schutzfunktion kann durch Gehölze, die auf oder angrenzend der Weidefläche wachsen, übernommen werden. Sie dienen als natürliche Zäune und bieten Schutz vor den zuvor genannten Einflüssen. Zudem sorgen sie für ein angenehmeres Mikroklima in den Sommermonaten. In diesem Zusammenhang sind die Gehölze primär für die Tierhaltung von Bedeutung, jedoch profitieren Ackerkulturen ebenso vom Schutz vor Unwettern. Hinzukommend ermöglichen sie optimale Bedingungen für schattenliebende oder windempfindliche Sonderkulturen, deren Anbau außerhalb vom Agroforstsystem oft nur mit hohem technischem und finanziellem Aufwand realisiert werden kann.

    Detailinformation, Seite: 36
  • 8 Klimaanpassung durch Wasserrückhalt

    Der Wasserhaushalt auf Agrarflächen gewinnt angesichts des Klimawandels immer mehr an Bedeutung. Ausgeprägtere Trockenperioden und Wasserknappheit durch den Rückgang von Niederschlagsmengen im Frühjahr und Sommer belasten den Boden und die Vegetation ebenso wie kurzzeitige, intensive Regenfälle. Besonders betroffen sind vor allem Standorte mit geringen Jahresniederschlägen, einem hohen Aufkommen von ausgeprägten Trockenperioden, schnell austrocknenden Böden und tiefliegendem Grundwasser. Eine Optimierung des Wasserrückhaltes ist unerlässlich und zielt darauf ab, den Verlust von Feuchtigkeit vom Boden und der Pflanzenoberfläche zu minimieren und gleichzeitig den Bedarf an zusätzlicher Bewässerung zu reduzieren. Gehölzstrukturen können hier helfen, indem sie das Mikroklima positiv beeinflussen, einen effektiven Windschutz darstellen und ihre Umgebung kühlen, wodurch mehr Wasser in der Fläche zurückgehalten und die Anpassung an klimatische Veränderungen unterstützt wird.

    Detailinformation, Seite: 40
  • 9 Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen

    Der Agrarsektor ist ein bedeutender Verursacher von Treibhausgasemissionen wie Kohlenstoffdioxid, Lachgas und Methan. Ausgestoßen werden die klimarelevanten Gase unter anderem durch die Herstellung und Anwendung von Düngemitteln, die Haltung von Wiederkäuern, den Treibstoffverbrauch von Landmaschinen und die intensive Bodenbearbeitung. Die Implementierung von Gehölzstrukturen in der Landwirtschaft bietet eine effektive Lösung, dem Klimawandel auf betrieblicher Ebene entgegenzuwirken. Durch den Aufbau von Humus und die Speicherung von Kohlenstoff in der Biomasse, einschließlich Wurzeln, Holz und Laub, wird die Funktion des Bodens als Kohlenstoffsenke ausgebaut. Darüber hinaus tragen Gehölzstrukturen zur Zirkulation überschüssiger Nährstoffe von angrenzenden Flächen bei und reduzieren so den Bedarf an Düngemitteln. Zudem werden große Mengen an Kohlenstoff in der ober- und unterirdischen Holzbiomasse gebunden, was gerade bei einer stofflichen Nutzung des Holzes über große Zeiträume beibehalten werden kann. Durch diese Maßnahmen können landwirtschaftliche Betriebe ihre Emissionen reduzieren, kompensieren und ihre Klimaziele erreichen.

    Detailinformation, Seite: 44
  • 10 Aufwertung des Landschaftsbildes

    Die Aufwertung der Landschaft spielt neben dem Naturschutz auch eine zentrale Rolle beim Erhalt von Kulturlandschaften. Traditionelle Agroforstsysteme wie Streuobstwiesen, Wallhecken - sogenannte Knicks - oder die Schneitelwirtschaft bewahren regionaltypische Landschaftsbilder und verleihen ihnen ihren einzigartigen Charakter. Agroforstsysteme bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten: Bäume, Sträucher und Saumstrukturen können gezielt kombiniert werden, um traditionelle Landnutzungsformen mit modernen Ansätzen zu vereinen. Ein positiver Nebeneffekt ist die Belebung und Verschönerung von monoton gestalteten, ausgeräumten Agrarlandschaften. Die höhere Diversität im Anbausystem hat dabei zum Beispiel positive Auswirkungen auf die Tierwelt, schafft ein angenehmeres Klima für Freizeitaktivitäten und erhöht den Erholungswert der Landschaft. Diese Faktoren werden von der Bevölkerung positiv wahrgenommen und steigern den kulturellen Wert der Agrarlandschaft, was letztlich auch den Tourismus und die lokale Wirtschaft fördert.

    Detailinformation, Seite: 48

Produktionsziele

  • 1 Stammholz

    Stammholz ist Rundholz zur hochwertigen, stofflichen Nutzung. Während bisher vor allem Nadelholz als Bau- und Konstruktionsholz verwendet wird, ist Laubholz in vielen Bereichen der edlen Verarbeitung, insbesondere im Innenbereich für Furniere und Massivholzanwendungen sehr gefragt. In der Agroforstwirtschaft werden überwiegend Laubbäume angebaut. Diese haben deutliche Vorteile hinsichtlich der Resilienz gegenüber dem Klimawandel. Zudem sind Agroforstsysteme für Baumarten geeignet, die in der Forstwirtschaft nur selten angebaut werden, deren Holz aber von hohem Wert ist. Die einzeln oder einreihig stehenden Bäume erreichen durch eine bessere Lichtausnutzung schneller entsprechende Zieldurchmesser als im dichten Waldbestand, müssen in der Regel allerdings geastet werden. Dieses Produktionsziel stellt eine langfristige Investition dar, die jedoch bei angemessener Pflege sehr lukrative Erlöse für die hochwertigen Stämme ermöglichen kann.

    Detailinformation, Seite: 62
  • 2 Industrieholz

    Industrieholz ist Rohholz, das für vielfältige stoffliche Nutzungszwecke weiterverarbeitet wird. Dabei gewinnt Laubholz zunehmend an Beliebtheit in der Holzstoffindustrie. Die Verarbeitung von Industrieholz umfasst mechanische Zerkleinerung und chemischen Aufschluss, je nach gewünschtem Sortiment, wie Schleifholz, Faserholz, Zelluloseholz oder auch Brennholz. In Agroforstsystemen kann aufgrund der höheren Lichtverfügbarkeit im Vergleich zum Wald oder zum Plantagenanbau eine höhere Stammzahl und damit ein höherer Holzvorrat je Flächeneinheit erreicht werden. Zudem sind bei Verwendung von schnellwachsenden Baumarten bereits nach 10 Jahren Stammdurchmesser von über 20 Zentimetern möglich. Generell gelten bei Industrieholz geringe Qualitätsansprüche an die Stämme.

    Detailinformation, Seite: 66
  • 3 Kurzumtriebsholz

    Der Anbau schnellwachsender, stockausschlagfähiger Baumarten mit hohen Pflanzdichten und kurzen Umtriebszeiten bietet eine nachhaltige Methode zur Produktion von Holzhackschnitzeln, vorrangig für die Energiegewinnung. Die einmalige Pflanzung und wiederholte Ernte, häufig im Alley-Cropping-System, ermöglichen eine kontinuierliche und effiziente Erzeugung von nachwachsenden Energieträgern. Sie können in die dezentrale Energieversorgung integriert werden und den eigenen Bedarf decken, indem sie in Heizanlagen oder durch Pyrolyse energetisch verwertet werden. Neben der Eigennutzung können überschüssige Hackschnitzel auch weiterverkauft werden, wobei Kooperationen mit benachbarten Betrieben zusätzliche Vorteile bieten. Holzhackschnitzel können darüber hinaus auch beispielsweise durch chemischen Aufschluss stofflich genutzt werden.

    Detailinformation, Seite: 70
  • 4 Früchte

    Durch die Integration von Obst- und Nussgehölzen können im Agroforstsystem Früchte geerntet werden. Die Obstgehölze umfassen eine Vielzahl von Fruchtsorten, darunter Steinobst oder Kernobst. Schalenfrüchte stammen von Nussbäumen und -sträuchern. Auch Beerenobst kann integriert werden. Die Anlage kann beispielsweise in obstdominierten Gehölzstreifen oder als flächige Verteilung in Hochstammgärten und Streuobstwiesen gestaltet werden. Dies ermöglicht eine hohe Arten- und Strukturdiversität im Agroforstsystem und sorgt für ein reichhaltiges Blühangebot, was oft mit einem sehr hohen ökologischen Wert verbunden ist. Die Früchte können entweder mit hohem Qualitätsstandard zum direkten Verzehr produziert oder für die Weiterverarbeitung vorgesehen werden.

    Detailinformation, Seite: 74
  • 5 Geflügel

    Die Produktion von Geflügelfleisch und Eiern erreicht ein höheres Qualitätsniveau, wenn die Tiere durch den Schutz der Gehölze sicher und stressfrei ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können. Zudem ist der Futterwert einer strukturreichen und diversen Fläche deutlich höher und der Bedarf an Zufütterung geringer. Durch den Schutz der Bäume nehmen die Tiere die gesamte Fläche in Anspruch, wodurch unter anderem auch eine bessere Verteilung der Exkremente gewährleistet wird. Mobile Ställe, die entlang der Gehölzstreifen bewegt werden können, eignen sich für Agroforstsysteme besonders gut und erleichtern das Rotieren der beweideten Flächen. Darüber hinaus trägt das Geflügel zur Pflege der Gehölze und des Geländes bei. Die Tiere beseitigen Schädlinge und durch ihr Scharren wird der Oberboden aufgeraut und Unkraut ferngehalten.

    Detailinformation, Seite: 78
  • 6 Weidetiere

    Auf bestehenden Weide- und Grünlandflächen können Gehölze integriert werden, um die Haltung von Weidetieren zu verbessern und qualitativ hochwertige, tierische Erzeugnisse zu produzieren. Diese verbesserte Haltungsform steigert das Tierwohl erheblich. Größere Weidetiere werden in der Regel außerhalb der Gehölzstreifen oder unter einzeln verteilt stehenden Bäumen gehalten, während kleinere Arten innerhalb der Streifen weiden können. Die Gehölze profitieren ebenfalls von den Weidetieren, so können diese zur Baumpflege eingesetzt werden. Sie unterstützen unter anderem die Schädlingsbekämpfung und helfen, die in der Laubstreu gebunden Nährstoffe vom Gehölznahbereich über die gesamte Fläche zu verteilen.

    Detailinformation, Seite: 82
  • 7 Futterlaub

    Futterlaub bietet eine wertvolle Ergänzung zur Ernährung von Nutztieren, insbesondere für Wiederkäuer, die sich in der Natur auch von Gehölzen ernähren. Neben Gräsern und krautigen Pflanzen liefert Futterlaub wichtige Nährstoffe und Spurenelemente, wodurch bei laktierenden Tieren eine höhere Milchqualität zu erwarten und eine emissionsärmere Verdauung der Wiederkäuer möglich ist. Durch die Nutzung von Futterlaub kann der Einsatz von Kraftfutter reduziert werden, was nicht nur kostensparend ist, sondern auch gesundheitliche Vorteile für die Tiere mit sich bringt. Die Futtergehölze können entweder auf der Weidefläche integriert werden, sodass die Tiere diese direkt beweiden, oder junge Triebe werden zusammen mit dem Laub außerhalb der Weide geerntet und im Trog verfüttert.

    Detailinformation, Seite: 86
  • 8 Sonderkulturen

    Die Anpflanzung von Gemüse und Kräutern in den gehölznahen Bereichen eines Agroforstsystems trägt zur Diversifizierung bei. Hierbei werden Flächen genutzt, die für herkömmliche Ackerkulturen aufgrund von Konkurrenz um Licht, Nährstoffe und Wasser neben den Gehölzstreifen weniger geeignet sind. Sonderkulturen sind an spezifische Bedingungen angepasst und können dort gut gedeihen beziehungsweise von den geschützten Bedingungen im Agroforstsystem profitieren. In stärker beschatteten Bereichen lassen sich auch schattentolerante Pflanzenarten anbauen. Oftmals ermöglichen Agroforstsysteme den Anbau von Sonderkulturen, die auf offenen Feldern oder in Gewächshäusern großen technischen und finanziellen Aufwand erfordern würden.

    Detailinformation, Seite: 90
  • 9 Honig

    Honig ist ein ergänzendes Produkt, das zur Diversifizierung der agroforstlichen Produktpalette beiträgt und in viele verschiedene Anbausysteme integriert werden kann. Voraussetzung dafür ist die Bereitstellung eines ausreichenden Nahrungsangebots für Honigbienen, bestehend aus Pollen und Nektar von Blüten sowie Honigtau von Trachtbäumen. Gehölzarten, die speziell die Honigbiene fördern, sind hierbei besonders wertvoll. Durch die Kombination unterschiedlicher Gehölzarten kann das Blühangebot im Jahresverlauf stark erweitert werden. Auch die zusätzliche Einbindung von Blühflächen ist der Honigproduktion zuträglich. Neben Honig können gleichzeitig auch andere Bienenprodukte wie Bienenwachs, Pollen und Propolis gewonnen werden. Für angehende Imker empfiehlt sich ein Einsteigerkurs, um die Grundsätze der Imkerei zu erlernen und sich mit den erforderlichen Arbeitsschritten und der Ausrüstung vertraut zu machen. Nach der Einarbeitungszeit ist die Fortführung der Imkerei jedoch sehr unkompliziert und bereichernd.

    Detailinformation, Seite: 94
  • 10 Pilze

    Die Integration von Pilzkulturen in einem Agroforstsystem ermöglicht eine effiziente Mehrfachnutzung des Bodens, besonders in Systemen, die Merkmale von Waldflächen aufweisen. Diese Bereiche sollten windgeschützt und schattig sein sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Auch auf kleiner Fläche können hohe Erträge erzielt werden, vor allem bei hochwertigen Pilzsorten. Baumpilze können an Totholz kultiviert werden, während Mykorrhiza-Pilze, wie Trüffel, in Symbiose mit den Gehölzen wachsen. Diese Symbiose wirkt sich zudem positiv auf das Wachstum der Bäume aus, da die Pilze die Nährstoff- und Wasserversorgung ihrer Symbiosepartner verbessern.

    Detailinformation, Seite: 98

Ergebnis: Agroforst-Werkzeuge

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  • Werkzeug 1

    1 Einzelbäume

    Beim Werkzeug „Einzelbäume“ werden Bäume oder Sträucher nicht in Streifen, Reihen oder Gruppen angeordnet, sondern sind alleinstehend auf der Fläche verteilt. Erkennbar ist dies dadurch, dass die Grünland- oder Ackerbewirtschaftung auch zwischen den Bäumen bzw. unterhalb der Baumkronen stattfindet. Die Pflanzdichte kann variieren, von locker stehenden Einzelbäumen mit größeren Lücken dazwischen bis hin zu einer Fläche mit weitestgehend geschlossenem Kronenschlussgrad. Aber auch bei Letzterem bleibt die Bewegungsfreiheit für Mensch und Tier erhalten. Jedoch gestaltet sich die Befahrbarkeit mit Maschinen schwieriger, besonders bei unregelmäßiger Anordnung der Gehölze. Einzelbäume bieten punktuell Schatten, wobei eine dichtere Pflanzung zu größeren, verbundenen Schattenflächen führt. Sie stellen einen vergleichsweise geringen Windschutz bereit, da die Stämme zu weit voneinander entfernt sind, um den Wind effektiv zu bremsen. Mit zunehmendem Alter der Bäume steigt ihr positiver Beitrag zu den Ökosystemleistungen.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung; Schutz des Grundwassers; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Förderung der Bestäuberleistung; Beschattung und Unwetterschutz; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Stammholz; Früchte und Nüsse; Geflügel und Eier; Weidetiere; Futterlaub; Honig; Pilze

    Varianten

    Variante 1

    In dieser Variante werden die Einzelbäume auf Grünland gepflanzt, ohne einer bestimmten Anordnung im Raster zu folgen. Der mittlere Abstand zwischen den Bäumen beträgt ungefähr 15 Meter. Es können verschiedene Baumarten mit variierender Nutzung der Bäume kombiniert werden. Durch die weiten Abstände der Einzelbäume haben diese genug Platz, sich voll zu entfalten. Zudem existieren größere, nicht beschattete Bereiche auf der Fläche.

    Seite: 117

    Variante 2

    Hier werden die Einzelbäume etwa alle 12 bis 15 Meter platziert. Darunter werden Ackerkulturen gepflanzt, weshalb sich die Anordnung im Raster zur vereinfachten maschinellen Bearbeitung der Fläche anbietet. Somit können die Einzelbäume einfacher umfahren und zwischen den Bäumen Pflanzreihen etabliert werden.

    Seite: 118

    Variante 3

    Eine weitere Option ist, im beschatteten Bereich unter den Bäumen Sonderkulturen anzubauen. Dazu werden die Gehölze in engeren Abständen, etwa alle 10 Meter voneinander entfernt im Raster angelegt. Die Bewirtschaftung mit größerer Technik ist hier allerdings nur eingeschränkt möglich.

    Seite: 119

    Variante 4

    Die Einzelbäume stehen sind hier vergleichsweise dicht im Raster von circa 10 x 10 Meter angeordnet, während darunter Nutztiere beliebiger Art gehalten werden. Es entstehen große Schattenflächen, unter denen die Haltungsbedingungen und somit das Tierwohl im Vergleich zu Weideflächen ohne Strukturelemente deutlich aufgewertet werden.

    Seite: 120

  • Werkzeug 2

    2 Stammholzreihe

    Die Pflanzung von Bäumen zur Erzeugung wertvoller Stämme in locker bestockten Streifen bietet mehrere Vorteile und bietet sich als langfristige Investition auf der Ackerfläche an. Ein solches System zeichnet sich durch Gehölzstreifen aus, in denen die Bäume in größeren Abständen zueinander gepflanzt und deren Stämme geastet sind. In der ersten Hälfte der Umtriebszeit haben die Bäume einen nur sehr geringen Einfluss auf die angrenzende Fläche. Der zunehmend stärkere Einfluss der alternden Gehölze muss jedoch bei der Planung in Betracht gezogen werden, da sie mit der Zeit mehr Ressourcen wie Licht, Wasser und Nährstoffe beanspruchen.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Beschattung und Unwetterschutz; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Stammholz; Weidetiere; Sonderkulturen; Pilze.

    Varianten

    Variante 1

    Die Stammholzbäume sind in einer klar zu erkennenden Reihe mit Abständen von etwa 20 Metern innerhalb der Reihe angelegt. Neben den Bäumen befinden sich Ackerkulturen. Insgesamt ist die Baumdichte auf dem Feld sehr gering gehalten.

    Seite: 124

    Variante 2

    In dieser Variante stehen die Bäume weiterhin mit großem Abstand (20 Meter) zueinander und die Lücken werden mit einzelnen Sträuchern gefüllt. So kann zusätzlich ein effektiverer Windschutz auf der Fläche erreicht werden. Der Streifen wird zudem durch beidseitige Saumstrukturen ergänzt und daneben werden Ackerkulturen angebaut.

    Seite: 124

    Variante 3

    Die Bäume innerhalb des Stammholzstreifens befinden sich ebenfalls in größeren Abständen zueinander, beispielsweise 15 bis 20 Meter. Dazwischen sowie im Übergangsbereich von den Gehölzen zur Ackerkultur werden jedoch Sonderkulturen angebaut.

    Seite: 125

    Variante 4

    Um die Stammholzproduktion mit der Tierhaltung zu kombinieren, werden die Bäume in Reihen mit 15 bis 20 Meter großen Abständen innerhalb der Reihe auf Grünland gepflanzt. Dazwischen können sich die Weidetiere frei bewegen und den Schatten der Bäume über die Fläche hinweg genießen.

    Seite: 127

  • Werkzeug 3

    3 Industrieholzstreifen

    Bäume zur Erzeugung von Industrieholz werden üblicherweise in Streifen als Alley-Cropping-System angepflanzt. Dies erlaubt eine effiziente Flächenbewirtschaftung und bewirkt, dass viele Vorteilswirkungen besonders effektiv genutzt werden können. Die Bäume werden in mittleren Umtriebszeiten (je nach Baumart und gewünschten Zieldurchmesser 10 bis 40 Jahre) bewirtschaftet und insbesondere als Brennholz und für die Herstellung von Schleif- und Faserholz genutzt, das für Papier und Zellstoff verwendet wird. Schnellwachsende Gehölze liefern bereits nach vergleichsweise kurzer Zeit industriell nutzbares Holz, während bei langsamer wachsenden Baumarten längere Umtriebszeiten erforderlich sein können, um Stämme mit höherem Durchmesser zu erzielen.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Schutz vor Bodenabtrag; Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung; Schutz von Oberflächengewässern; Schutz des Grundwassers; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Beschattung und Unwetterschutz; Klimaanpassung durch Wasserrückhalt; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Industrieholz; Geflügel und Eier; Weidetiere; Sonderkulturen.

    Varianten

    Variante 1

    In der Standardvariante der Industrieholzstreifen werden die Bäume einreihig, mit 1 bis 3 Meter Abstand zueinander gepflanzt. Dazwischen befinden sich Ackerkulturen.

    Seite: 130

    Variante 2

    Die einreihig gepflanzten Bäume stehen innerhalb einer Reihe dicht zueinander, mit einem Abstand von 1 Meter. Zwischen den Gehölzen und den angrenzenden Ackerstreifen befinden sich Saumstrukturen, welche äußerst liers gestaltet werden können, beispielsweise als Blühstreifen.

    Seite: 131

    Variante 3

    Die Industrieholzbäume werden innerhalb des Gehölzstreifens zweireihig angelegt. Die Reihen in diesem Beispiel werden in einem Abstand von 3 Metern gepflanzt und der Abstand der Bäume innerhalb der Reihe beträgt ebenfalls circa 3 Meter. Daneben befinden sich Sonderkulturen, die Halbschatten vertragen oder sogar waldähnliche Konditionen mit besonders geschütztem Mikroklima und humosem Boden bevorzugen.

    Seite: 132

    Variante 4

    Die Bäume stehen in zweireihigen Streifen mit einem Pflanzabstand von 3 Metern innerhalb der Reihe und 3 Metern zwischen den Reihen. Dazwischen werden Weidetiere oder Geflügel gehalten.

    Seite: 133

  • Werkzeug 4

    4 Kurzumtriebsstreifen

    In Kurzumtriebsstreifen werden schnellwachsende Baumarten in hoher Dichte gepflanzt und in kurzen Umtriebszeiten bewirtschaftet. Typischerweise werden die Bäume als Alley-Cropping-System angelegt, wo mehrreihige Gehölzstreifen in regelmäßigen Abständen gepflanzt und die dazwischen befindlichen Flächen zur Bewirtschaftung von Ackerkulturen oder Grünland genutzt werden. Die Pflanzung der Bäume erfolgt einmalig, danach wird das Holz regelmäßig geerntet. Nach der Ernte treiben die Stöcke erneut aus, sodass dieselben Bäume über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren mehrmals genutzt werden können.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Schutz vor Bodenabtrag; Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung; Schutz von Oberflächengewässern; Schutz des Grundwassers; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Beschattung und Unwetterschutz; Klimaanpassung durch Wasserrückhalt; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Kurzumtriebsholz; Geflügel und Eier; Weidetiere; Sonderkulturen; Pilze.

    Varianten

    Variante 1

    In der Standardvariante dieses Werkzeuges wird sich auf den Anbau von schnellwachsenden Baumarten beschränkt. Hier dargestellt ist ein System mit mindestens zwei Kurzumtriebsstreifen, bestehend aus je vier Baumreihen. Innerhalb der Reihe betragen die Pflanzabstände 0,5 Meter; zwischen den Reihen 3 Meter. Dazwischen werden wie gewohnt Ackerkulturen gepflanzt, welche vom Schutz der Bäume profitieren.

    Seite: 145

    Variante 2

    Bei dieser Variante wird der Kurzumtriebsstreifen fünfreihig (Pflanzabstände 0,5 x 3 Meter) angelegt, wobei die mittlere Reihe aus Nussbäumen besteht, die zwischen 15 und 30 Meter voneinander entfernt gepflanzt wurden. Um die Konkurrenzzone ökologisch aufzuwerten oder auch den wirtschaftlich weniger attraktiven Bereich besser auszunutzen, befinden sich auf beiden Seiten der Gehölzstreifen Saumstrukturen und zwischen den Agroforststreifen werden Ackerkulturen angebaut.

    Seite: 146

    Variante 3

    Hier werden die Gehölzstreifen vierreihig (Pflanzabstände 1 x 3 Meter) angelegt und entweder im Randbereich oder innerhalb der Gehölzstreifen durch die Kultivierung von Pilzen ergänzt. Zwischen den Gehölzstreifen befinden sich Ackerkulturen.

    Seite: 147

    Variante 4

    In dieser Variante werden die vierreihigen, dicht bepflanzten Gehölzstreifen (Pflanzabstände 1 x 3 Meter) mit Grünland kombiniert, auf dem Nutztiere gehalten werden. Diese finden im Windschatten der Gehölzstreifen geschützte Bereiche und Schatten. Zusammen mit einem stärker ausgeglichenen Mikroklima wird so das Tierwohl deutlich verbessert.

    Seite: 148

  • Werkzeug 5

    5 Frucht- und Nussstreifen

    In diesem Werkzeug werden verschiedene Obst- und Nussbäume sowie Sträucher entweder einreihig oder in wenigen Reihen nebeneinander gepflanzt. Dieses System ermöglicht eine hohe liersifizierung, da verschiedene Arten und Wuchstypen kombiniert und somit in unterschiedlichen Zeithorizonten kontinuierlich Früchte produziert werden können. Beispielsweise tragen Sträucher bereits nach relativ kurzer Zeit Früchte, während größere Bäume mehrere Jahre benötigen, um erste Erträge zu erbringen. Im Vergleich zu herkömmlichen Obst- und Nussplantagen werden beim Anbau von Obst- und Nussbäumen bzw. -sträuchern in Agroforstsystemen Monokulturen vermieden. Die Anordnung in Streifen sorgt für eine effiziente Ausnutzung des Lichts und bringt neben einer ökologischen Aufwertung der Fläche gleichzeitig Vorteile für die angrenzenden Ackerkulturen mit sich. Somit wird durch die Integration von Obst- und Nussgehölzen eine nachhaltigere und vi´elfältigere Nutzung der Fläche ermöglicht

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung; Schutz des Grundwassers; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Förderung der Bestäuber; Beschattung und Unwetterschutz; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Früchte und Nüsse; Geflügel und Eier; Weidetiere; Sonderkulturen; Honig; Pilze

    Varianten Variante 1

    Die Obstgehölze werden einreihig gepflanzt. Zwischen den Gehölzstreifen befindet sich Grünland mit Weidetieren. Bei Halbstämmen sollte der Abstand zwischen den Bäumen mindestens 5 Meter, bei Hochstämmen wenigstens 10 Meter betragen.

    Seite: 137

    Variante 2

    Zur Erweiterung der Frucht- und Nussstreifen werden in dieser Variante zusätzlich zu den Bäumen Sträucher in den Lücken platziert. Zudem werden Saumstrukturen mit beliebig lierser Gestaltung zwischen den Gehölzen und angrenzenden Ackerkulturen gepflanzt, um die ertragsschwache Konkurrenzzone ökologisch aufzuwerten.

    Seite: 138

    Variante 3

    In dieser Variante werden Obst- und Nusssträucher zweireihig angelegt. Zwischen den Gehölzstreifen befinden sich Sonderkulturen. Der Abstand zwischen den Sträuchern in einer Reihe sollte mindesten 3 Meter, jener zwischen den Strauchreihen eines Streifens mindestens 4 Meter betragen.

    Seite: 139

    Variante 4

    Der Streifen wird bei dieser Variante dreireihig und durch die Integration von mehreren Obst- und Nussgehölzarten deutlich lierser gestaltet. Das Beispiel zeigt die Mittelreihe mit Obstgehölzen zwischen welchen sich Nussbäume in großen Abständen (mindestens 20 Meter) zueinander befinden. Die beiden äußeren Reihen setzen sich aus kleinen Bäumen und Großsträuchern mit genügend Abstand (3 bis 6 Meter) zusammen.

    Seite: 140

  • Werkzeug 6

    6 Gewässerschutzstreifen

    Dieses Werkzeug zielt auf einen optimierten Gewässerschutz durch die Gestaltung von extensiv bewirtschafteten Randzonen ab. Als Agroforstsystem gehen diese über die Funktionen einfacher Gewässerrandstreifen hinaus und vereinen dabei Gewässerschutz mit Produktivität. Die Gehölzstrukturen werden dabei gezielt entlang von Oberflächengewässern gepflanzt, um eine breite Pufferzone zum Schutz vor Nähr- und Schadstoffeinträgen aus landwirtschaftlichen Quellen zu schaffen. Bei optimaler Anlage können die Stoffeinträge über Oberflächenabfluss, oberflächennahes Grundwasser, Drainagen und Abdrift effektiv verringert werden. Besonders in Regionen mit hoher landwirtschaftlicher Intensität und vielen Betrieben mit Tierhaltung sind aufgrund der hohen Anzahl von diffusen Quellen solche Schutzmaßnahmen wichtig.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Schutz von Oberflächengewässern; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Förderung der Bestäuberleistung; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Stammholz; Industrieholz; Kurzumtriebsholz; Früchte; Futterlaub.

    Varianten

    Variante 1

    Der Gehölzstreifen wird entlang des Gewässers dreireihig angelegt. Dieser besteht aus Frucht- und Nusssträuchern (Abstand zwischen den Reihen bis 6 Meter, innerhalb einer Reihe bis 3 Meter) welche für die vereinfachte Pflege in Blöcken angelegt werden. Zwischen den Ackerkulturen und den Gehölzstrukturen befinden sich Saumstrukturen, die beispielsweise entweder als Sukzessionsbrache belassen werden oder auch extensiv bewirtschaftet sein können.

    Seite: 153

    Variante 2

    Entlang des Gewässers werden zweireihig Bäume in regelmäßigen Abständen von 3 Metern für die Gewinnung von Industrieholz gepflanzt. Die Gehölzstrukturen werden von den Ackerkulturen durch Saumstrukturen getrennt.

    Seite: 154

    Variante 3

    Der Gewässerschutzstreifen ist als vierreihiger Kurzumtriebsstreifen angelegt, wobei die Reihen 3 Meter voneinander entfernt angelegt werden. In der Reihe beträgt der Abstand zwischen den Bäumen 0,5 Meter. Neben dem Gehölzstreifen befinden sich Ackerkulturen.

    Seite: 155

    Variante 4

    Hier wird der Gewässerschutzstreifen dreireihig angelegt, wobei die erste Reihe neben dem Gewässer aus geasteten Bäumen besteht, die circa 20 Meter Abstand voneinander haben, gefolgt von zwei dichter bestockten (1 Meter Abstand zwischen den Bäumen) Reihen Kurzumtriebsholz.

    Seite: 156

  • Werkzeug 7

    7 Baum-Strauch-Hecke

    Eine Baum-Strauch-Hecke kombiniert verschiedene Elemente aus allen Werkzeugen und ermöglicht somit eine breite Palette an Nutzungsmöglichkeiten. Die Hecke kann eine Vielfalt an Gehölztypen enthalten und weist Sträucher und Bäume auf. Es eignen sich Bäume, die sowohl im Kurzumtrieb bewirtschaftet als auch für die Produktion von Stammholz herangezogen werden. Außerdem können Obst- und Nussbäume sowie Blüh-, Frucht- und Nusssträucher integriert werden. Das Ziel ist eine ausgewogene Mischung verschiedener Wuchstypen von Bäumen und Sträuchern zu erreichen. Der Fokus liegt neben der Produktionsfunktion auf der liersität des Systems und der Maximierung von Ökosystemleistungen. Dabei kann die Gestaltung an traditionelle Systeme angelehnt sein. Historisch wurden Baum-Strauch-Hecken bereits für verschiedenste Zwecke angelegt. Unter anderem dienten diese als natürliche Zäune bei der Weidetierhaltung, zur Abgrenzung zwischen Parzellen und landwirtschaftlichen Nutzflächen oder zur Gewinnung von Holz, Obst, Nutztierfutter und Kräutern.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Schutz vor Bodenabtrag; Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung; Schutz von Oberflächengewässern; Schutz des Grundwassers; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Förderung der Bestäuberleistung; Beschattung und Unwetterschutz; Klimaanpassung durch Wasserrückhalt; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Stammholz; Industrieholz; Kurzumtriebsholz; Früchte und Nüsse; Geflügel und Eier; Weidetiere; Futterlaub; Sonderkulturen; Honig; Pilze.

    Varianten

    Variante 1

    In dieser Variante besteht die Baum-Strauch-Hecke aus Bäumen, die in weiteren Abständen, je nach angestrebtem Produktionsziel, alle 10 bis 20 Meter gepflanzt werden. In die Lücken zwischen den Bäumen werden Sträucher gesetzt, um die Heckenstruktur auch in Bodennähe zu schließen. Neben den Gehölzen befinden sich Saumstrukturen, die die Hecke von den angrenzenden Ackerkulturen trennt.

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    Variante 2

    Hier wird die Hecke zweireihig angelegt, wobei die erste Reihe aus großen Bäumen besteht, welche im Abstand von ungefähr 5 Metern stehen. Daneben folgen engstehende Sträucher, wobei verschiedene Arten zur vereinfachten Pflege blockweise angeordnet werden. Auf beiden Seiten der Hecke werden im Übergangsbereich zu den Ackerkulturen zudem Saumstrukturen angelegt.

    Seite: 162

    Variante 3

    Diese Variante vereint die positiven Effekte der Baum-Strauch-Hecke mit dem Anbau von Sonderkulturen. Der Gehölzstreifen besteht dabei aus einer Reihe Wertholzbäumen (15 bis 20 Meter Abstand), wobei die

    Lücken zwischen den geasteten Bäumen mit Blühsträuchern gefüllt werden. Darauf folgt eine Reihe halb- oder niederstämmiger Obstgehölze, die im Abstand von ca. 10 Meter gepflanzt werden, und eine Reihe Fruchtsträucher.

    Seite: 163

    Variante 4

    In dieser Variante besteht die Baum-Strauch-Hecke aus weit auseinander stehenden Einzelbäumen, wobei die ungefähr 20 Meter breiten Lücken abwechselnd mit verschiedenen Großsträuchern gefüllt werden. Die beiden äußeren Reihen werden mit kleinen Sträuchern bepflanzt. Daneben befinden sich Ackerkulturen.

    Seite: 164

  • Werkzeug 8

    8 Blühende Gehölzstreifen

    Neben der Förderung einer breiten Palette an Ökosystemleistungen steht bei diesem Werkzeug vor allem die Anreicherung der Landschaft mit Blüten und somit Nahrung für Bestäuber im Fokus. Verschiedene Ausführungen sind möglich, wobei die Gehölzstreifen bestenfalls eine Kombination aus produktiven sowie nicht-produktiven Elementen aufweisen. Somit können in Agroforstsystemen mit blühenden Gehölzstreifen zum einen fruchttragende Pflanzen überwiegen, aber andererseits können diese auch unproduktive Blühgehölze sowie blühende Saumstrukturen umfassen. Gerade in monotonen Agrarlandschaften mit geringem oder jahreszeitlich stark begrenztem Blühangebot stellen derartige Strukturen eine ökologische Aufwertung dar. Aber auch der wirtschaftliche Nutzen ist hoch zu bewerten. So ist die Bestäuberleistung von zentraler Bedeutung für die gesunde Entwicklung und Ertragserfolge vieler Kulturpflanzen. Nur bei einer ausreichenden Anzahl an bestäubenden Insekten wird hier eine stabile und qualitativ hochwertige Lebensmittelproduktion erreicht.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Schutz vor Bodenabtrag; Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung; Schutz von Oberflächengewässern; Schutz des Grundwassers; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Förderung der Bestäuberleistung; Beschattung und Unwetterschutz; Klimaanpassung durch Wasserrückhalt; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Früchte und Nüsse; Geflügel und Eier; Weidetiere; Sonderkulturen; Honig.

    Varianten

    Variante 1

    Die blühenden Sträucher, in einer Kombination von produktiven- und nicht-produktiven Arten, werden in diesem Gehölzstreifen einreihig im Abstand von 3 Metern gepflanzt. Auf beiden Seiten des Streifens werden Saumstrukturen aus möglichst vielfältig blühenden krautigen Pflanzen und Gräsern angelegt.

    Seite: 169

    Variante 2

    Der blühende Gehölzstreifen wird zweireihig angelegt, wobei die erste Reihe aus Fruchtbäumen und Sträuchern besteht, die 10 bzw. 3 Meter voneinander entfernt sind. Die zweite Reihe setzt sich aus nicht- produktiven Blühsträuchern im Abstand von 3 Metern zusammen. Daneben werden Ackerkulturen angebaut.

    Seite: 170

    Variante 3

    Hier besteht das Agroforstsystem aus drei Reihen blühender Gehölze in der Kombination mit Sonderkulturen. Im Wechsel werden Bäume zur Stammholzproduktion und Sträucher gepflanzt, gefolgt von einer Reihe mittelgroßer Bäume im Abstand von 8 Metern und einer Reihe Blühsträucher, die 3 Meter voneinander gepflanzt sind. Die Reihen sollten in etwa 5 bis 6 m Abstand zueinander haben.

    Seite: 171

    Variante 4

    Der blühende Gehölzstreifen wird als fruchtdominiertes und äußerst lierses System fünfreihig angelegt. In der Mitte befinden sich Wertholzbäume in großen Abständen (circa 20 Meter). In den Reihen rechts und links davon werden mittel- oder niederstämmige Obstbäume gepflanzt, gefolgt von jeweils einer Reihe Blüh- und Nusssträucher. Daneben werden Ackerfrüchte kultiviert.

    Seite: 173

  • Werkzeug 9

    9 Futterlaubstreifen

    Die Nutzung von Bäumen für Laubfutter ist eine traditionelle Praxis in der Nutztierhaltung und hat historisch gesehen eine große Bedeutung. Die Methoden variieren je nach Region und Landschaftsbild. Beim Futterlaubstreifen werden gezielt Bäume und Sträucher angepflanzt, die sich zur Verwendung als Nutztierfutter eignen, wobei es unterschiedliche Bewirtschaftungsarten gibt. Bei der Methode der direkten Beweidung haben die Tiere Zugang zu den Gehölzen und fressen das Laub von den Zweigen oder vom Boden gefallenes Laub und Früchte. Die Gehölze werden dazu entweder auf der Weide oder angrenzend an die Fläche gepflanzt. Die Option der Schneitelwirtschaft umfasst das Ernten der jungen Triebe und Zweige, wobei das Laub den Tieren im Anschluss als Futter vorgelegt wird. Schneiteln kann auf einer separaten Fläche oder direkt auf der Weide erfolgen. Wichtig ist hierbei die Trennung der Weidetiere von den Gehölzen, um zu verhindern, dass diese vor der Ernte verbissen werden. Die Bäume können zudem auch als Kopfbaum erzogen werden, bei dem zu Anfang der Bewirtschaftung der Leittrieb gekappt wird, Seitenäste regelmäßig entfernt werden und in den Folgejahren ein Schnitt der neuen Triebe an derselben Stelle erfolgt.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Schutz von Oberflächengewässern; Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Förderung der Bestäuberleistung; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Stammholz; Industrieholz; Geflügel und Eier; Weidetiere; Futterlaub.

    Varianten

    Variante 1

    In dieser Variante der Futterlaubstreifen werden die Bäume und Sträucher in Abständen von 3 bis 6 Metern zur direkten Beweidung einreihig angelegt. Weidetiere werden neben die Streifen gelassen.

    Seite: 177

    Variante 2

    Die Futterlaubbäume werden in locker gestalteten Streifen (ca. 10 Meter Abstand zwischen den Bäumen) auf dem Ackerland angebaut und entsprechend der Schneitelwirtschaft genutzt.

    Seite: 178

    Variante 3

    Der Futterlaubstreifen besteht aus zwei Reihen, wobei sich angrenzend an das durch Rinder beweidete Grünland eine Reihe aus kleinen Bäumen, die im Abstand von 3 bis 5 Metern gepflanzt wurden, befindet. Daran schließt sich eine Reihe dicht stehender (3 Meter) Frucht- und Nusssträucher an. Auf der anderen Seite befinden sich Sonderkulturen.

    Seite: 179

    Variante 4

    Die Gestaltung dieses Futterlaubstreifens ist dreireihig, wobei die Gehölze heckenartig, vergleichsweise dicht aneinander stehen. Das Beispiel zeigt eine Reihe kleiner Bäume zur direkten Beweidung durch Weidetiere, die im Abstand von 1 Meter gepflanzt wurden. Dahinter steht eine Reihe mittelgroßer Bäume, deren Abstand innerhalb der Reihe ca. 2 Meter beträgt, gefolgt von einer Reihe Großsträucher, die für die Fruchternte vorgesehen und ebenfalls im Abstand von 2 Meter gepflanzt sind. Zwischen den Reihen sollten mindestens 4 Meter Abstand eingeplant werden. Auf der anderen Seite des Streifens werden Ackerkulturen angebaut.

    Seite: 180

  • Werkzeug 10

    10 Waldgarten

    Ein Waldgarten ist sowohl hinsichtlich der Artenzusammensetzung als auch bezüglich der räumlichen Struktur ein sehr lierses Anbausystem. Der Anbau der Pflanzen erfolgt in mehreren Schichten. So gibt es neben einer oder mehreren Baumschichten auch eine Strauch- und Krautschicht, weiterhin können Pilze angebaut und der Wurzelraum genutzt werden. Die einzelnen Schichten gehen ineinander über und können sich teilweise überlappen, so dass häufig sehr heterogene Strukturen entstehen, wobei neben sehr dicht bepflanzten Zonen auch Lichtungen vorkommen können. Die Gehölze sind in der Regel unregelmäßig verteilt und dominieren weite Teile der Anbaufläche, was letztlich auch den Waldcharakter ausmacht. Bei den Bäumen und Sträuchern liegt der Fokus auf der Produktion von Nahrungsmitteln. Auch die Kulturen der Krautschicht sind zumeist essbar bzw. dienen vorrangig zur Erzeugung von Lebensmitteln. Typisch ist hierbei der Anbau von mehrjährigen Pflanzen. Diese können durch annuelle Kulturen ergänzt werden. Bei der Wahl der Pflanzen wird darauf geachtet, dass Kulturen nebeneinander gepflanzt werden, die sich gegenseitig fördern. Auf diese Weise fallen Konkurrenzeffekte zwischen einzelnen Kulturen wenig ins Gewicht bzw. werden durch Synergiewirkungen überlagert. Funktionierende Waldgartensysteme zeichnen sich durch eine sehr effiziente Nutzung von Ressourcen und weitestgehend geschlossene Stoffkreisläufe aus. Der Bewirtschaftungsaufwand von Waldgartenstandorten ist im Vergleich zu anderen Agroforstsystemen und in Bezug auf eine Flächeneinheit recht groß, wobei aufgrund der kleinräumig wechselnden Strukturen in der Regel keine größere Technik eingesetzt werden kann. Daher ist es sehr schwierig und aufwändig, Waldgärten auf großen Flächen umzusetzen und zu bewirtschaften. Die Fläche der in Deutschland vorkommenden Waldgärten ist zumeist kleiner als 1 Hektar.

    Erreichbare Ökosystemleistungen:

    Schutz vor Bodenabtrag; Verbesserung der Bodenstruktur, Humusaufbau und Nährstoffversorgung; Schutz von Oberflächengewässern; Schutz des Grundwassers;

    Förderung der Habitat- und Strukturvielfalt; Förderung der Bestäuberleistung; Beschattung und Unwetterschutz; Klimaanpassung durch Wasserrückhalt; Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und Verringerung von Treibhausgasen; Aufwertung des Landschaftsbildes.

    Erreichbare Produktionsziele:

    Früchte und Nüsse; Geflügel und Eier; Futterlaub; Sonderkulturen; Honig; Pilze.

    Seite: 186

Impressum

Der Pflanzen(Bau)Kasten ist im Rahmen des Projektes AgroBaLa, Teilprojekt 1: Entwicklung eines Pflanzen(Bau)Kastens (erarbeitet durch die BTU Cottbus-Senftenberg) entstanden. Das Projekt ist Teil der Initiative Land-Innovation-Lausitz, im Programm „WIR! - Wandel durch Innovation in der Region“ entstanden. Dieses wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 03WIR3006A gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Autoren.
AgroBaLa