DeFAF-Mitgliederversammlung in Thallwitz
Anke Hahn | 11.03.2026
Am 07.03.2026 kamen die DeFAF-Mitglieder im Kulturgut Thallwitz in der Nähe von Leipzig zusammen, um das letzte Wirtschaftsjahr des Verbands sowie durchgeführte Aktivitäten, anstehende Aufgaben und Ziele Revue passieren zu lassen.
Nachdem der Vorstand den Jahres- und Finanzbericht 2025 vorgetragen hatte und entsprechend entlastet werden konnte, waren die acht Fachbereiche, fünf Regionalgruppen und rund zehn Förderprojekte mit ihre Berichten an der Reihe. Es wurde wieder deutlich, welch zahlreiche Aktivitäten, Events und Publikationen der DeFAF durch seine Verbandsorgane und Projekte auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene aktuell realisiert. Die zunehmende Mitgliederschaft zeigt, dass die Bedeutung der Agroforstwirtschaft in der Gesellschaft steigt. Zum Jahreswechsel waren auf der Agroforst-Landkarte des DeFAF 239 Agroforstsysteme mit insgesamt 78 Baumarten gelistet, was auf eine hohe Diversität und Vielfalt dieser Landnutzung schließen lässt. Zudem werden die Veröffentlichungen und Beiträge zu Agroforst auf Webseite und Social Media von immer mehr Menschen gelesen und geteilt.
Mit Blick in die Zukunft liegt der Fokus der Verbandsarbeit auf einer stärkeren naturschutzrechtlichen Anerkennung der Agroforstwirtschaft, deren finanzieller Förderung durch Bund und Länder und der Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe und Bildung zu Agroforst. In einem intensiven Austausch während und nach der Versammlung sowie beim anschließenden Abendessen konnten die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands ihre neusten Infos, Pläne und Ideen zur Agroforstwirtschaft miteinander teilen.
Bei der Exkursion am Folgetag ging es zu Sachsens größtem Agroforstsystem der Böhlitzer Agrargenossenschaft. 18 ha Ackerfläche sind auf insgesamt 70 ha Pachtland mit rund 28.000 Pappeln und 3.000 Werthölzern bepflanzt. Das erstmals im September 2031 zu erntende Energieholz wird in Form von Hackschnitzeln das Nahwärmenetz der Wurzener Land-Werke GmbH und die daran angeschlossenen Gebäude im nur 5 km entfernten Röcknitz versorgen. Kurze Transportwege und lokale Wertschöpfung garantiert!
In interkommunaler Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden im Wurzener Land werden so lokale Wertschöpfungs-beziehungen aufgebaut, um einerseits im Energiesektor unabhängiger von fossilen Brennstoffen sowie importiertem Holz zu werden und andererseits regionale Lebensmittel, wie z. B. Obst und Nüsse, lokal erzeugen zu können.
Danach besichtigten die Teilnehmenden das direkt an die Agroforstfläche der Böhlitzer Agrar e. G. anschließende Gewässer-Renaturierungsprojekt „Tauchnitzgraben“. In Kooperation zwischen Wasser- und Landwirtschaft wird ein ehemals verrohrter landwirtschaftlicher Graben freigelegt, seinem natürlichen Lauf zugeführt und von diversen Agroforstgehölzen rechts und links beschattet werden. Im Rahmen des Projekts soll der Anlage von Agroforstsystemen entlang von Gewässern und zur Erreichung der Ziele der EU-Wasserrahmen-Richtlinie mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Während der Exkursion entstand ein reger Austausch zwischen den Akteuren vor Ort und den Teilnehmenden. Vielen Dank an die Referentin und Referenten Thomas Pöge (Bürgermeister Gemeinde Thallwitz), Alexander Krebs (Böhlitzer Agrar e. G.), Clara Thoma (IfaS, Projekt AgroFLOW) und Tobias Peschel (Lignovis GmbH) für den Einblick in dieses zukunftsfähige Projekt.

















