Unsere wichtigen stillen Mitarbeiter unter der Erde.
Das Forschungsteam um Dr. Anna Vaupel und Vera Marlene Thoß vom Julius Kühn-Institut erhob am 15. April 2026 beim Demonstrationsbetrieb für Agroforstwirtschaft Schneider Woellwarth GbR die Regenwurmgemeinschaften.
Unsere wichtigen Mitarbeiter im Agroforst sind Regenwürmer. Sie zeigen guten Boden an und machen ihn gut. Sie graben, düngen, zerkleinern. Wenn wir das Arbeitsumfeld dieser wunderbaren Mitarbeiter nicht gut gestalten, verschwinden sie. Also sorgen wir für Strukturvielfalt und pflanzen Feldbäume.
Erstaunliche Fakten über Regenwürmer zeigen, wie zentral sie für fruchtbare Böden sind: Einige Arten leben nur in den obersten Zentimetern, andere reichen bis zu zwei Meter in den Boden hinab und verbinden damit die oberflächennahen Schichten mit dem Unterboden. Ihre Röhren wirken wie ein dauerhaftes Belüftungs- und Entwässerungssystem. Wasser kann besser versickern, Wurzeln folgen den Gängen in die Tiefe, und selbst in Trockenzeiten bleibt der Boden länger feucht.
In mitteleuropäischen Böden können Regenwürmer je nach Art bis über 30 Zentimeter lang werden. Ein gesunder Boden kann mehrere hundert Tiere pro Quadratmeter beherbergen. Gemeinsam bewegen sie jährlich mehrere Tonnen Erde pro Hektar – ganz ohne Maschinen, emissionsfrei und kontinuierlich.
Beim Humusaufbau spielen Regenwürmer eine Schlüsselrolle. Sie ziehen abgestorbenes Pflanzenmaterial in ihre Gänge, zerkleinern es und vermischen es mit mineralischen Bodenbestandteilen. In ihrem Darm entstehen stabile Ton-Humus-Komplexe, die Nährstoffe binden und langfristig pflanzenverfügbar halten. Diese Krümelstruktur ist die Grundlage für fruchtbare, stabile Böden mit hoher Wasserspeicherfähigkeit.
Wo Bäume in landwirtschaftliche Systeme integriert werden, kann die Regenwurmbiomasse deutlich ansteigen. Die Folge u. a. bessere Bodenstruktur und höhere Infiltrationsraten. Regenwürmer sind damit nicht nur Indikatoren für Bodenqualität, sondern aktive Mitgestalter eines funktionierenden Agrarökosystems.
Gute Böden voll mit Regenwürmern bringen gute Ernten für uns und die folgenden Generationen. Deshalb geht Landwirtschaft, Gärtnerei und Tierhaltung besser mit Bäumen – weil sie die stillen Arbeiter unter der Erde fördern, die unverzichtbar für uns sind.
Betriebssteckbrief:
Beitrag von:
Annett Gernhardt •
Video von:
Tom Köhn •
Die Forschungsarbeiten und der Drehtag fanden dank der Förderung im Projekt MODEMA statt. Die Förderung des MODEMA Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“.




