Agroforstpflanzungen in Sachsen
Pünktlich zum Frühlingsanfang sind innerhalb von zwei Wochen an verschiedenen Standorten in Sachsen Agroforstsysteme entstanden. Wir haben uns die Flächen und Hintergründe zu Nutzung und erwarteten Effekten der Systeme genauer angeschaut.
02.04.2025
17 ha (!) Pappelstreifen stehen nun auf dem Acker von Andreas Lau von der Böhlitzer Agrargenossenschaft im Wurzener Land – das bisher größte Agroforstprojekt in Sachsen. Ein Teil der Pflanzung am 26.03.2025 wurde durch eine Gemeinschaftsaktion mit Schulklassen durchgeführt. Die Kinder konnten mit eigenen Händen die Stecklinge in die dafür vorgesehenen Pflanzlöcher einbringen und dabei mehr über Agroforst erfahren. Im mdr-Sachsenspiegel gab es noch am gleichen Tag einen Beitrag über die Pflanzung.
Bäume gegen Erosion auf den sandigen Böden und für die Speicherung des Wassers, das überhaupt noch von oben kommt. Rar sind die Niederschläge übers Jahr geworden auf die Äcker von Dirk Barthel in Greudnitz am Rande der Dübener Heide in Nordsachsen. Um Trockenheit und Winderosion entgegen zu wirken, wurden rund 1.400 Pappeln in fünf Dreierreihen auf etwa 7 ha Acker gepflanzt. Die Baumstreifen allein machen ca. 0,8 ha der Fläche aus. Um die klimatischen Erfolge des Systems messen zu können, wurden u. a. acht Sensoren installiert, welche die Bodenfeuchte und -temperatur bis zu 90 cm Tiefe messen können. Mit den Pappeln erhofft sich Bio-Landwirt Barthel relativ schnell positive klimatische Effekte auf seinem Feld.
Als dritter im Bunde wurde Mitte März der Gerstenacker am Lehr- und Versuchsgut Köllitsch des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mit zwei Pappelgehölzstreifen ausgestattet (12,3 ha Gesamt-, davon ca. 3 ha Gehölzfläche). Die Gehölzfläche besteht aus etwas mehr als 2 ha Pappeln (rd. 15.000 Stck.), die primär zur Energiegewinnung genutzt werden, und 0,5 ha diverser Werthölzer (ca. 70 Stck.). Die Bäume sollen auch hier den Bodenabtrag und die Wassererosion mindern sowie das Mikroklima am Standort verbessern.
Mehr Info zur Pflanzung in Köllitsch
Die Pflanzungen in Köllitsch und Greudnitz wurden im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf Trockenstandorten in Sachsen durchgeführt. Die Erkenntnisse dieses Projektes fließen auch in das bundesweite Modell-und Demonstrationsnetzwerk für Agroforstwirtschaft MODEMA (Finanzierung: BMEL) ein, das der DeFAF in Kooperation mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) koordiniert und in dem das LfULG Projektpartner ist.