Dr. Steffi Schillem & Annett Gernhardt| 30. September 2026
Ergebniskonferenz der fünf Geschwistervorhaben
AGROfloW • DigAForst • MODEMA • PappelWERT • SALIX AFS • 29. Sep 2026 in der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Die Teilnahme von fast 100 Personen unter Beisein und mit Grußworten von Caroline Hendrischke (BMLEH), Henning Schmidtke (ML NI) und Dr. Vinzenz Bauer (LWK NI) zeigte einmal mehr eindrucksvoll: Agroforstwirtschaft ist längst mehr als eine interessante Idee für einzelne Pionierbetriebe. Sie ist Gegenstand konkreter Forschung, praktischer Erprobung und einer wichtigen Debatte über die Zukunft unserer Landwirtschaft.
Agroforst verbindet dabei viele Fragen:
- Wie lassen sich Bäume sinnvoll in landwirtschaftliche Produktionssysteme integrieren?
- Welche Wirkungen entstehen für Boden, Wasserhaushalt, Biodiversität und Mikroklima?
- Welche Bewirtschaftungsformen sind standortgerecht und wirtschaftlich tragfähig?
Die Antworten darauf sind nicht überall gleich. Agroforst ist kein standardisiertes Modell, das an jedem Standort identisch umgesetzt werden kann. Es braucht:
- angepasste Lösungen,
- sorgfältige Planung,
- fachliche Begleitung,
- finanzielle Förderung
- und einen langen Atem.
Genau deshalb sind Projekte wie MODEMA und die Zusammenarbeit im AGROFORST-NETZWERK so wichtig. Sie schaffen Wissen, machen Erfahrungen sichtbar und helfen dabei, aus einzelnen Erprobungen übertragbare Erkenntnisse zu gewinnen. Die verschiedenen Vorhaben beleuchten unter anderem Wasserkreisläufe, interkommunale Kooperation, Digitalisierung, Kartierung und Simulation, Pappelanbau und Wertschöpfungsketten, Weidenanbau sowie vielfältige Pflanzungen. Zusammengenommen entsteht daraus ein umfassenderes Bild, als es ein einzelnes Projekt leisten könnte.
Die Ergebniskonferenz der 5 BMLEH-geförderten Vorhaben hat Ergebnisse präsentiert und zugleich Fragen sichtbar gemacht, die uns weiter beschäftigen werden: die langfristige Pflege und Bewirtschaftung der Systeme, die wirtschaftliche Bewertung verschiedener Gehölze und Produkte, die Messung von Ökosystemleistungen, die Integration in bestehende Förderstrukturen und der dauerhafte Wissenstransfer in die Praxis. Dafür braucht es die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Forschung, Beratung, Verwaltung und Politik. Dank gebührt Allen, die zum bisherigen Gelingen von MODEMA und des gesamten AGROFORST-NETZWERKS beigetragen haben: den beteiligten Betrieben, den Forschenden, den Beraterinnen und Beratern, den Projektpartnern, den Fördermittelgebern sowie Allen, die Planung, Koordination und Umsetzung im Hintergrund ermöglicht haben.
Ein besonderer Dank gilt denjenigen, die bei der Ergebniskonferenz ihre Erfahrungen und zum Teil noch unveröffentlichten Ergebnisse offen geteilt haben – einschließlich der Herausforderungen und offenen Fragen. Gerade daraus entsteht Fortschritt: indem wir gemeinsam lernen, Erkenntnisse auswerten und Lösungen weiterentwickeln.
Nehmen wir aus der Konferenz drei Botschaften mit:
- Erstens: Agroforstwirtschaft ist praktisch umsetzbar, wenn sie standortgerecht geplant und fachlich / fördernd begleitet wird.
- Zweitens: Ökologische Leistungen sind eine Grundlage wirtschaftlicher Wertschöpfung und keine freiwillige Zusatzleistung.
- Und drittens: Damit Agroforst sein Potenzial entfalten kann, müssen aus guten Projektergebnissen verlässliche Strukturen und passende Rahmenbedingungen entstehen.
In diesem Sinne geben die Geschwistervorhaben die Botschaft an den Fördermittelgeber, dass MODEMA und das AGROFORST-NETZWERK nicht mit dem Ende der ersten Förderperiode abgeschlossen sind. Es sollten mindestens die vorgesehenen zwei weiteren Jahren genehmigt werden, um die Ergebnisse durch zusätzliche Datenerhebungen zu validieren, Erfahrungen zu vertiefen und gemeinsam die nächsten Schritte zu gehen.
Vielen Dank für alle Beiträge und die engagierten Diskussionen.
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Besonders wichtig ist die Verbindung von Daten und Fakten mit den Erfahrungen der Betriebe. Das Netzwerk hat den Anspruch, belastbare Erkenntnisse als Basis für Förderentscheidungen und politische Rahmenbedingungen zu liefern. Gleichzeitig werden landwirtschaftliche Entscheidungen immer unter konkreten wirtschaftlichen, zeitlichen und betrieblichen Bedingungen getroffen. Wirksame Förderung muss deshalb nicht nur Ziele formulieren, sondern Umsetzung ermöglichen: verlässlich, praxistauglich und mit angemessenen Zeithorizonten. Die Erfahrungen aus MODEMA zeigen, dass Landwirtinnen und Landwirte bereit sind, Agroforstwirtschaft umzusetzen und weiterzuentwickeln, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Agroforst kann und muss nicht überall und in derselben Form umgesetzt werden. Aber die Möglichkeit, Agroforstsysteme sinnvoll und unkompliziert zu planen und zu bewirtschaften, sollte selbstverständlich werden.
Selbstverständlich sollte auch sein, Bäume, landwirtschaftliche Produktion, Klimaanpassung und Naturschutz nicht grundsätzlich getrennt zu denken. Dazu gehört auch, ökonomische Wertschöpfung und ökologische Leistungen zusammen zu betrachten. Agroforst kann neue Produkte und Wertschöpfungsmöglichkeiten schaffen. Gleichzeitig können Agroforstsysteme Böden schützen, den Wasserhaushalt verbessern, das Mikroklima stabilisieren und die biologische Vielfalt fördern. Diese ökologischen Leistungen sind kein bloßer Zusatznutzen. Sie sind eine Voraussetzung für erfolgreiche Landwirtschaft. Denn wirtschaftliche Wertschöpfung ist dauerhaft nur möglich, wenn ihre natürlichen Grundlagen – fruchtbare Böden, verfügbares Wasser und funktionsfähige Ökosysteme – erhalten bleiben.
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Die Förderung des MODEMA Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“.






























































Leonie Schmidtlein, vErde regenerativ e.V.