Projekte SEBAS und AUKM bauen Brücken zwischen Agroforstwirtschaft und Naturschutz

Das Fachgespräch „Agroforstwirtschaft: Chancen und Herausforderungen für den Naturschutz“ bringt Vertrer:innen des Naturschutzes und der Agroforstwirtschaft zusammen

12. Oktober 2023

Das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderte Naturschutzvorhaben SEBAS beleuchtet unter anderem, wie Agroforstwirtschaft und Naturschutz gemeinsam Lösungen für eine artenreiche Landwirtschaft schaffen können. Am 12. September 2023 fand hierzu ein Fachgespräch auf dem Betrieb Wilmars Gaerten in Märkisch-Wilmersdorf, Brandenburg, statt, welches gemeinsam von den Projekten SEBAS und AUKM ausgerichtet wurde. Anwesend waren Vertrer:innen folgender Institutionen:

  • Landesamt für Umwelt in Brandenburg (LfU)
  • Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz in Brandenburg (MLUK)
  • Bundesamt für Naturschutz (BfN)
  • Bundesumweltministerium (BMUV)
  • Lokale untere Naturschutzbehörden (UNBs),
  • Naturschutzbund Deutschland (NABU)
  • Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU Cottbus)
  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)
  • Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF e.V.)

Die Intention des Fachgespräches war es, mögliche Zielkonflikte zwischen Agroforstwirtschaft und Naturschutz zu identifizieren, sowie Lösungsansätze zu entwickeln.

Neben kurzen Impulsvorträgen lag der Fokus auf das gemeinsame diskutieren um in den Austausch zu kommen. Des weiteren führte die Landwirtin Maria Gimenéz nach einem reichhaltigen gemeinsamen Mittagessen durch die Agroforstsysteme ihres Betriebes, damit sich die Teilnehmenden ein eigenes Bild machen konnten.

Folgende Vortragsfolien stehen zur Verfügung:

Ergebnisse

Zwischen der Agroforstwirtschaft und dem Naturschutz wurden folgende mögliche Zielkonflikte identifiziert:

  1. Gesetzlicher Schutz von Biotopen und Rechtssicherheit für die uneingeschränkte Nutzung der Gehölze in einem Agroforstsystem
  2. Förderung von artenreichem Grünland und Etablierung sowie Bewirtschaftung von Agroforstsystemen
  3. Schutz von bestimmten Arten (Offenlandarten, Brut- und Zugvögel, Insekten) und Bewirtschaftung von Agroforstsystemen
  4. Einzelfallbetrachtung der Eingriffsregelung und weiträumige Etablierung von Agroforstsystemen gemäß der Ziele des GAP-Strategieplans
  5. Förderung der genetischen Vielfalt und Nutzung von Hybrid-Gehölzarten im Agroforstsystem

Während der Diskussionsrunde wurde die Notwendigkeit des Austausches mit den Behörden des Naturschutzes auf den verschiedenen Ebenen deutlich! Trotz der Einbindung von Agroforstsystemen in das Förderrecht der deutschen Landwirtschaft im Rahmen der GAP ab 2023, besteht weiterhin Klärungsbedarf bezüglich der Einschätzung von Agroforstsystemen aus naturschutzfachlicher Sicht. Hierbei wurde deutlich, dass das Bundes- sowie Landesnaturschutzgesetz eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Agroforstsystemen einnehmen kann. Zudem besteht seitens der Behörden ein großer Wissensbedarf bezüglich der Agroforstwirtschaft.

Nächste Schritte & Aufruf 

Im Rahmen des Projektes SEBAS werden die identifizierten Zielkonflikte näher analysiert und Lösungsansätze entwickelt um die naturschutzfachliche Einschätzung von Agroforstsystemen zu vereinfachen und so ihre Verbreitung zu beschleunigen! Hierzu möchten wir möglichst viele Praxisbeispiele sammeln, um mögliche Zielkonflikte zwischen der Anlage sowie Bewirtschaftung von Agroforstsystemen und dem Naturschutz aufzuzeigen.

Planen Sie ein Agroforstsystem und haben sich in diesem Zusammenhang naturschutzfachliche Zielkonflikte aufgetan? Dann melden Sie sich gerne bei Leon Bessert, Kontaktdaten auf der SEBAS-Projektseite. Ihr Beitrag hilft dabei, auftretende Zielkonflikte besser zu verstehen und zu lösen!