29. November 2021

Nachdem in diesem Jahr im Bundestag sowie auch im Bundesrat mit großen Mehrheiten für die Aufnahme der Agroforstwirtschaft in der neuen Agrarförderung gestimmt wurde, ist die jetzt konsolidierte Fassung der GAP-Direktzahlungen-Verordnung (GAPDZV) leider eine herbe Enttäuschung. Die für die Agroforstwirtschaft vorgesehenen Förderbedingungen bedeuten zahlreiche Fallstricke. Unter diesen Umständen ist eine deutliche Zunahme von Agroforstsystemen, deren Potenziale für eine klimaangepasste und zukunftsfähige Landwirtschaft mittlerweile allgemein bekannt sind und als anerkannt gelten, kaum realisierbar. Mit einer aktuellen Pressemitteilung hat der DeFAF e.V. sich daher an die Öffentlichkeit gewandt, denn ohne eine Anpassung der Verordnung wird die geplante Förderung von Agroforstsystemen keinen Mehrwert für die Landwirtschaft bringen.

Die geforderten Anpassungen beziehen sich vor allem auf die Förderhöhe für Agroforstsysteme, die mit 60 € pro Hektar deutlich zu niedrig ausfällt, vor allem im Vergleich zu anderen Maßnahmen. Auch Bedingungen wie die vorgesehenen Abstandsregelungen und die Listung der Robinie als nicht zulässige Baumart sind kontraproduktiv, um mit Agroforstsystemen die aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft zu bewältigen. Dass es in der Praxis bereits bereits viele positive und erfolgreiche Beispiele steht fest – die Agroforst-Landkarte zeigt dies zu einem gewissen Grad auf. Unter den vorgeschlagenen Förderbedingungen wird das Potenzial der Agroforstwirtschaft allerdings alles andere als gewürdigt.