Mehr als nur Bäume – Landwirt Domin zeigt die Zukunft

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Agroforstwirtschaft und Wertschöpfung – darum ging es bei einem Feldtag am 25. April 2026 beim Landwirtschaftsbetrieb Domin in Peickwitz bei Senftenberg. Mit dabei waren über 15 Teilnehmende, größtenteils Landwirte, aber auch Vertreter:innen aus dem weiterverarbeitenden Sektor. Auch der DeFAF, der u.a. in mehreren Projekten wie EELAP, SEBAS und DigitAF in der Region aktiv ist, war mit einem inhaltlichen Beitrag beteiligt.

Zu Beginn des Feldtags, der über das Projekt HumusKlimaNetz von Lena Guhrke organisiert wurde, erteilte Thomas Domin praxisnah seine Erfahrungen mit der Agroforstwirtschaft und den vorteilhaften Wirkungen der Bäume für seine Äcker, wie z.B. die Reduzierung der Bodenerosion. Er sprach außerdem auch von den Herausforderungen, denen er während der Umsetzung und vor allem in den ersten Jahren begegnete. Dies betraf unter anderem die Förderfähigkeit und die Abstimmung mit den Verpächtern. Im Anschluss präsentierte Julia Günzel vom DeFAF die Möglichkeiten der finanziellen Förderung von Agroforstsystemen vor. Außerdem stellte sie die Initiative Besser mit Bäumen vor, in der auch Thomas Domin als einer von drei Agroforstbetrieben involviert ist. Die Initiative, die im Rahmen des Projektes AgroWert-Regio entstanden ist, setzt sich dafür ein, dass der Mehrwert der Agroforstwirtschaft wie Klimaresilienz und Bodenschutz am Beispiel eines Agroforstbrotes und Agroforsteiern über ein Agroforst-Logo auf den Produkten den Konsumierenden besser vermittelt werden. Im Projekt EELAP soll an diese Initiative angeknüpft und ausgeweitet werden.

Nach einer kurzen Pause ging es auf den Kremser Richtung Agroforstsystem. Thomas Domin stellte bei einigen Zwischenstopps u.a. den Agroforstlehrpfad vor, der Interessierten am Wegesrand allerlei spannende Informationen zur Agroforstwirtschaft bietet. Eines der Systeme, die er in den letzten Jahren angelegt hat, wurde als Ausgleichs und Ersatzmaßnahme der Stadt Senftenberg etabliert. Dies ist eine Möglichkeit, Agroforstsysteme mitzufinanzieren, ist aber auch an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Angekommen bei den ältesten Agroforstsystemen des Betriebs, wurde den Teilnehmenden aufgrund des scharfen Windes schnell die schützende Wirkung durch die Gehölzstreifen bewusst. Thomas Domin sprach auch über die Vorteile der Energieholznutzung für seinen Hof und im Beisein von Ronny Kleinert, Geschäftsführer der Stadtwerke Senftenberg, wurden sogleich mögliche neue Wege für eine Kooperation für ein regionale, agroforstbasierte Strom- und Wärmeversorgung für zukünftige Wohnhaussiedlungen in Senftenberg abgesteckt. Zum Abschluss gab es neben der Austauschrunde eine Verkostung des über die Initiative Besser mit Bäumen entstandene Agroforstbrotes – eine gute Basis, die schon Ideen für weitere neue Produkte aus den Agroforstsystemen hervorbrachte.