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Bodenschutz durch Agroforst – SIGNAL-Projekt auf der BonaRes-Abschluss-Konferenz

29.05.2024

Am 28. und 29. Mai 2024 fand im Leipziger KUBUS die Abschlusskonferenz der BMBF-Förderinitiative „Boden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie –  Bonares“ statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler luden dazu ein, die Ergebnisse aus neun Jahren Forschung zur nachhaltigen Bodennutzung zu diskutieren. Zehn interdisziplinäre Verbundprojekte forschten dabei zu unterschiedlichen Fragestellungen, bei denen der Boden als Grundlage einer zukunftsfähigen Landwirtschaft im Mittelpunkt stand. Die von BonaRes geförderten Forschungsarbeiten haben das Ziel, die langfristige Produktivität und Effizienz der Ressource Boden zu sichern und, wenn möglich, zu steigern. Die Konferenz bot ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Diskussions- und Fragerunden und einem Austauschformat, bei dem Projekte ihre zentralen Ergebnisse an Postern präsentierten.

Das Projekt SIGNAL, eines der zehn Verbundprojekte, beschäftigt sich dabei mit der nachhaltigen Intensivierung der Landwirtschaft durch Agroforstsysteme. Vor neun Jahren gab es noch sehr wenig Forschung zu Agroforstsystemen in Deutschland. Mit einem einheitlichen Design wurde an mehreren Standorten in Brandenburg, Thüringen und Niedersachsen Agroforstsysteme mit Pappelstreifen zu verschiedenen Parametern geforscht und Ergebnisse verglichen. SIGNAL ist aktuell eines der größten Forschungsprojekte zur Agroforstwirtschaft in Deutschland.

Dr. Edzo Veldkamp, der Verbund-Koordinator und Wissenschaftler im SIGNAL-Projektes an der Universität Göttingen, ging in seinem Vortrag auf die Erfolgsgeschichte vom SIGNAL-Projekt ein. Zum Teil konnten politische Diskussionen mit wissenschaftlichen Ergebnissen angeregt und unterstützt werden. Weiterhin präsentierte er die Ergebnisse aus dem Synthese-Paper, in welchem unterschiedliche Ökosystemdienstleistungen verglichen wurden und die Agroforstwirtschaft vor allem im Erosionsschutz, der CO2-Speicherung und als Habitat für Bodenorganismen deutliche Vorteile gegenüber dem offenem Acker zeigte.

Dr. Lukas Beule vom Julius-Kühn-Institut berichtete über die positiven Effekte der Agroforstwirtschaft auf das Mikrobiom und die Regenwürmer (Mehr Infos dazu auch im Themenblatt 6: Boden-Biodiversität in Agroforstsystemen). Er präsentierte weiterhin neuere Untersuchungen von Kollegen aus dem SIGNAL-Projekt, die eine Zunahme der Spinnendiversität im Gesamtsystem zeigten. Dabei nahmen Waldspezialisten zu, ohne Offenlandspezialisten zu verdrängen. Die größere Vielfalt lässt auch auf ein höheres Pflanzenschutzpotenzial schließen. Veröffentlichungen sind dazu dieses Jahr noch geplant.

Dr. Carola Paul von der Universität Göttingen erläuterte in ihrem Vortrag die ökonomischen Aspekte der Agroforstwirtschaft. Sie präsentierte Ergebnisse der SIGNAL-Versuchsflächen und zeigte auf, dass sich die Agroforstsysteme an den Standorten Forst in Brandenburg und Vechta in Niedersachsen wirtschaftlich lohnten, während an den Standorten Dornburg in Thüringen und Wendhausen in Niedersachsen wirtschaftliche Nachteile festgestellt wurden. Dr. Carola Paul betonte, dass die Förderbedingungen als Hebel noch weiter ausgebaut werden sollten, um die Rentabilität von Agroforstsystemen zu erhöhen.

Im Foyer des KUBUS wurden zwei Poster präsentiert: Sarah Choe zeigte in ihrem Poster Ergebnisse zu Erträgen, aus denen hervorgeht, dass Winterkulturen im Anbau mit Gehölzstreifen besser geeignet sind, da bei den Winterkulturen die Mindererträge am Rand zur Mitte hin so kompensiert worden, dass sie im Durchschnitt gleiche Erträge lieferte wie der offene Acker. Sommerkulturen reagierten dabei eher auf Konkurrenzeffekte und eignen sich eher bei niedrigen Höhen der Pappeln.

Isabelle Frenzel erläuterte in ihrem Poster den Prozess des Wissenstransfers im SIGNAL-Projekt. Der DeFAF e.V. gestaltet seit der letzten Projektphase den Wissenstransfer als Teilprojekt, wobei verschiedene Veranstaltungsformate den Austausch von Wissen fördern und Infomaterialien zu Ergebnissen gestaltet werden (Hier geht´s zur Projektseite mit weitere Informationen dazu).

Die BonaRes-Abschlusskonferenz war ein bedeutender Meilenstein, der die erfolgreiche Zusammenarbeit und die wissenschaftlichen Fortschritte der letzten neun Jahre würdigte. Die präsentierten Ergebnisse und Diskussionen verdeutlichten die immense Bedeutung nachhaltiger Bodennutzung und die Notwendigkeit, diese Erkenntnisse (noch mehr) in die Praxis und Politik zu überführen.

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