22.01.2026

Was sind die kommunalen Handlungsspielräume, um Flächen zu sichern und nachhaltig für die regionale Versorgung zu nutzen? Welche Rolle kommt der Agroforstwirtschaft dabei zu? Um diese Fragen drehte sich das Fachforum „Flächen im Blick – nachhaltige Ernährung & Nahversorgung gemeinsam gestalten“, das am 21. Januar 2026 auf dem Programm des Zukunftsforum Ländliche Entwicklung (ZFLE) 2026 stand. Der DeFAF brachte hierzu seine Expertise zu den Vorteilswirkungen auf Landschaftsebene und für regionale Wertschöpfung mit ein.

Das Fachforum 8, das vom Bundesverband Regionalbewegung, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie der Europäischen Metropolregion Nürnberg organisiert wurde, bot ein interaktives Austauschformat, bei dem auch die Teilnehmenden mitdiskutieren konnten. Vorab lieferten die Referentinnen und Referenten kurze Impulse nach einer Begrüßung durch Nicole Nefzger vom Bundesverband der Regionalbewegung und Alexander Handschuh, Beigeordneter und Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Zwei Praxisbeispiele zu erfolgreichen Stadt-Land-Partnerschaften für die regionale Versorgung stellten Dr. Patricia Schläger-Zirlik (Geschäftsstelle Metropolregion Nürnberg) und Sebastian Pomm (Stadt Leipzig).

Mit einem Beitrag zu den Potentialen der Agroforstwirtschaft lenkte Julia Günzel vom DeFAF dann den Blick auf die eigentliche Flächennutzung in der Landwirtschaft. Essentiell sei hier, dass auch Kommunen diese vielversprechende Landnutzungsform im Blick haben und an verschiedener Stelle in der regionalen Entwicklung und Planung mit einbringen. Die Landwirtschaftsbetriebe dürfen nicht allein gelassen werden, gerade wenn es um behördliche Bestimmungen sowie auch mögliche kooperative Ansätze im Bereich der regionalen Wertschöpfungsketten geht. Die Agroforstwirtschaft als ein Lösungsansatz in z.B. Klimaanpassungskonzepten, Ernährungsstrategien oder auch regionalen Entwicklungskonzepten aufzunehmen könnte dafür ein Ansatz sein. Die Möglichkeiten dafür werden im Projekt EELAP derzeit stärker beleuchtet.

Das Gehörte traf bei den Teilnehmenden auf großes Interesse. Bei der anschließenden Fish Bowl Diskussion brachten sich mehrere Personen mit Fragen und Anmerkungen ein, die zusätzliche Einblicke zu den aktuellen Herausforderungen in Kommunen, aber auch praktischen Ansätzen für die Umsetzung ermöglichten. Die Agroforstwirtschaft schien hierbei ein spannender Ansatz zu sein, den es für sie weiter zu verfolgen lohne.

Julia Günzel | 12.12.2025

Für die Gestaltung nachhaltiger und regionaler Versorgungsstrukturen spielen die ländlichen Räume eine tragende Rolle. Mit der Agroforstwirtschaft bieten sich hierfür neue Potentiale: landwirtschaftliche Flächen werden mehrfach und nachhaltiger genutzt, gleichzeitig können neue Produkte die regionale Versorgung und Wertschöpfung bereichern. Wie das gehen kann ist u.a. Thema beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung (ZFLE), das im Rahmen der Internationalen Grünen Woche am 21. und 22. Januar 2026 in Berlin statt findet. Der DeFAF bringt sich hierzu im Fachforum „Flächen im Blick – nachhaltige Ernährung & Nahversorgung gemeinsam gestalten“ (Block A am 21. Januar) ein, organisiert vom Bundesverband der Regionalbewegung in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Nach kurzen Inputvorträgen wird gemeinsam und interaktiv diskutiert, welche Stellschrauben es auf kommunaler Ebene geben kann. Weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

Die Wertschöpfungspotentiale von Agroforstprodukten sowie Ansätze, um Agroforstsysteme auf regionaler Ebene stärker zu verankern, sind zwei der Themenschwerpunkte des Projektes EELAP. Das Vorhaben beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, agrarökologische Praktiken wie die Agroforstwirtschaft auf Landschaftsebene zu skalieren. Der DeFAF freut sich, beim ZFLE in Berlin mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Bereich regionale Entwicklung und Versorgung zu diesen Möglichkeiten in den Austausch zu treten.

 

 

 

v.l.n.r. hinten: Julia Ritsche, Burkhard Kayser, Philipp Burkhardt | v.l.n.r. vorn: Iruna Müller, Leon Bessert, Thomas Domin, María Giménez, Felix Riecken | (c) Kathleen Domin

Leon Bessert | 04. Dezember 2025

Ende November trafen sich in Berlin Abgeordnete des Bundestages, Landwirt:innen, Expert:innen und Teammitglieder von Agroforst Jetzt! für ein überparteiliches Abendessen zu Arbeitszwecken. Daraus sind neue Anknüpfungspunkte entstanden, wie Agroforst auf parlamentarischer Ebene „an Fahrt aufnehmen“ kann.

Das Bündnis Agroforst Jetzt!, getragen von der ProjectTogether gGmbH, dem DeFAF e.V. und der Baumland Kampagne des ackern und bewegen e.V., ist eine Initiative für die Verbesserung von Rahmenbedingungen der Agroforstwirtschaft.

Der DeFAF e.V. setzt sich seit seiner Gründung für verbesserte politische Rahmenbedingungen der Agrofortwirtschaft ein und das mit Erfolg. Neben der ehrenamtlichen Arbeit durch Vorstand und Fachbereiche wird dieses Thema aktuell in den Projekten MODEMA und EELAP bearbeitet.

Das bundesweite Modell- und Demonstrationsnetzwerk MODEMA arbeitet unter anderem an der Etablierung von Agroforstsystemen als produktionsintegrierte Kompensation (PIK).  Gemeinsam mit allen Akteuren werden in breiter Beteiligung Chancen, Herausforderungen und konkrete Schritte zur Umsetzung von Agroforstsystemen im Rahmen produktionsintegrierter Kompensation herausgearbeitet und auf einer Infoseite begleitet.

Das Projekt EELAP hat zum Ziel, dass agrarökologische Praktiken wie Agroforstwirtschaft im Agrar- und Ernährungssektor langfristig Fuß fassen und als essentielle Maßnahme für eine zukunftsfähige Landnutzung anerkannt werden. Hierfür werden auf Basis einer Analyse der politischen Rahmenbedingungen und bisherigen Erfahrungen Empfehlungen für die Politik erarbeitet, wie dies gelingen kann.

 

 

Julia Günzel | 16.09.2025

Brandenburg gilt für die Verbreitung der Agroforstwirtschaft als eine Pionierregion. In Cottbus, Brandenburg, entstehen nun neue urbane Agroforstsysteme, die teilweise auch durch Eigeninitiative der Bürger:innen mitgestaltet werden können: Auf Initiative der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz wird die ehemalige Baumuniversität aus dem Jahre 1846 wiederbelebt. In diesem Rahmen sollen mehrere Agroforstsysteme entstehen, unter anderem ein Waldgarten, für den seit Juli Mitstreitende gesucht werden.

Bei einem ersten Arbeitseinsatz mit rund 15 Engagierten wurden nun die ersten Arbeiten für die im Frühjahr 2026 geplante Pflanzung durchgeführt. Entstanden ist erstmal ein Kompostplatz, weitere Arbeitseinsätze sind geplant. Am 28. September 2025 findet zwischen 11 und 15 Uhr als eine Art Tag der offenen Tür die Open Baumuni am Standort der zukünftigen Agroforstsysteme statt. Auch der DeFAF wird dort mit einem Infostand vertreten sein.

Besonders im urbanen Kontext bietet die Agroforstwirtschaft die Möglichkeit, die Gesellschaft in kooperative Ansätze für mehr Agroforstwirtschaft einzubinden und sie so für die Potentiale von Gehölzen in der landwirtschaftlichen zu sensibilisieren. In Waldgärten spielt das gemeinsame Gestalten ganz besonders im Vordergrund und der DeFAF, der nicht nur seinen Sitz in Cottbus hat sondern seit 2020 auch die Hauptgeschäftsstelle, freut sich, dass nun direkt vor Ort die Agroforstwirtschaft erlebbar wird.