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Agroforst Summer School – vier lehrreiche Tage mit dem Jungen DeFAF

Allgemein, Fachbereiche, News, Veranstaltungen

(c) Christoph Kayser

Lisa Hillenbrand | 23.09.2026

Anpack-Einsatz mit der Agroforst Summer School

Mitte September 2026 fand die erste Agroforst Summer School statt.

Unter dem Motto: „Vier Tage Agroforst: praktisch und praxisnah“ kamen 16 junge Menschen auf dem Betrieb Warnke Agrar GmbH in Cobbel (Sachsen-Anhalt) zusammen, um sich gemeinsam weiterzubilden. Die langen Anreisen aus Wien und Freiburg zeigen, dass mit dieser Veranstaltung ein wichtiges neues Angebot geschaffen wurde.

Inhaltliche Schwerpunkte waren die Planung von Agroforstsystemen sowie die Frage: „Wie kommt die Planung auf die Fläche?“ – vorgestellt von Agroforstplaner Jan-Fritz Nierste.  Außerdem vermittelte die Baumwartin Chiara Pohl die Grundlagen des Baumschnitts, die im Anschluss in die Praxis umgesetzt wurden.

Von zentraler Bedeutung war die Vorstellung des Betriebs durch Dr. Uta Mitsch. Da die Warnke Agrar GmbH über 2.000 Hektar bewirtschaftet und im Laufe der Jahre viele Agroforstsysteme und Hecken gepflanzt hat, dauerte die anschließende Betriebsrundfahrt über zwei Stunden. Der Betrieb ist Teil des Demonstrationsnetzwerks „Bäume auf den Acker“.

Ein weiterer Baustein des Programms waren die gemeinsamen Arbeitseinsätze: Damit junge Bäume gut anwachsen, benötigen sie in den ersten Jahren regelmäßige Pflege – daher kamen die vielen helfenden Hände gerade recht, um ein einjähriges Agroforstsystem auf einer Rinderweide zu unterstützen.

Das Feedback der Teilnehmenden fiel sehr positiv aus. Besonders erfreulich waren die zahlreichen Anfragen, sich zu beteiligen oder eine Abschlussarbeit zum Thema Agroforst zu schreiben. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, das Angebot im nächsten Jahr zu wiederholen.

Die Agroforst Summer School wurde in Kooperation zwischen dem Jungen Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF e.V.) und dem Projekt „Bäume auf den Acker“ veranstaltet – welches durch die VRD Stiftung für Erneuerbare Energien und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.

Landwirtin und Agroforst-Botschafterin Dr. Uta Mitsch (Warnke Agrar GmbH, 2.v.r.)

 

https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/10/Agroforst-Summer-School-2026-Gruppenbild_cChristoph-Kayser.jpg 1367 2048 Annett Gernhardt https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Annett Gernhardt2026-10-14 12:39:282026-10-19 14:56:44Agroforst Summer School – vier lehrreiche Tage mit dem Jungen DeFAF

46. Gewässerforum: Gewässerentwicklung und Agroforstwirtschaft zusammendenken

EELAP-Projekt, News, Veranstaltungen

30.09.2026

Wie können Gewässer im ländlichen Raum naturnäher entwickelt werden, wenn die dafür benötigten Flächen landwirtschaftlich genutzt werden? Diese Frage zog sich als roter Faden durch das 46. Gewässerforum „Zukunft gestalten: Gewässerentwicklung im ländlichen Raum“ in Dresden. Im Mittelpunkt standen ausdrücklich praktikable Lösungen, die gemeinsam mit Landwirtschaft, Kommunen, Behörden und weiteren Akteuren entwickelt werden können. Etwa 160 Teilnehmer:innen fanden sich hierzu in der SAB ein.

Im Laufe der Veranstaltung boten sich widerholt Anknüpfungspunkte zur Agroforstwirtschaft und zur Integration von Gehölzen in die Agrarlandschaft. Bereits Staatssekretär Ulrich Menke griff in seiner Eröffnungsrede die Agroforstwirtschaft auf. Besonders verwies er auf die Agroforstanlage am Tauchnitzgraben bei Böhlitz.

Insbesondere aus gewässerökologischer Sicht wurde die Bedeutung von Gehölzen deutlich. PD Dr. Mario Brauns vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) plädierte für eine stärkere Beschattung der Gewässer durch Gehölze. Diese kann angesichts steigender Wassertemperaturen, sommerlicher Sauerstoffprobleme und zunehmender Austrocknung einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Gewässerökosysteme leisten.

Eine weitere Perspektive kam aus der kommunalen Praxis. Christiane Frohberg vom Amt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig berichtete am Beispiel des Projekts „Lebendige Luppe“ über Fließgewässerentwicklung und Auendynamisierung in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Besonders aufschlussreich war dabei eine Folie zu den Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung von Gewässerentwicklungsmaßnahmen – eine Darstellung, die später von Christina Kretzschmar, Geschäftsführerin des DVL Sachsen, ausdrücklich als besonders wichtige Folie hervorgehoben wurde.

Nach der Mittagspause gab es eine geführte Posterrunde. Ein Highlight war sicherlich die Podiumsdiskussion, hervorragend moderiert von Linda Leibhold vom Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V.

Aus den aktuellen Beiträgen im Sächsischen Gewässerforum ergeben sich interessante Parallelen zur Umsetzung von Agroforstsystemen. Auch dort sind die ökologischen Vorteile vielfach bekannt, während die praktische Umsetzung an Flächenverfügbarkeit, unterschiedlichen Förderinstrumenten, rechtlichen Rahmenbedingungen, Zuständigkeiten und den Interessen der Bewirtschaftenden hängt. Das Poster von Rico Hübner (DeFAF) zeigte konkrete Förderungsmöglichkeiten über das Naturwiederherstellungsgesetz, produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen (PIK), das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) und die GAP auf. Besonders deutlich werden die Synergien beim Gewässerschutz. Die Grafik zeigt Gehölze, Saumbereiche und Ufervegetation zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Gewässer. Solche Strukturen können unter anderem Nährstoffeinträge in Gewässer und Grundwasser reduzieren und gleichzeitig Bestandteil einer landwirtschaftlichen Nutzung bleiben. Interessanterweise taucht auch der zu Beginn der Veranstaltung vom Staatssekretär erwähnte Tauchnitzgraben auf auf dem Poster wieder auf. Die dortige Gewässerrenaturierung wird als positives Beispiel einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme angeführt. Gleichzeitig verweist das Poster mit Fokus auf Sachsen  –  da es Teil des EELAP Living Labs Lausitz ist – , dass bereits an der Weiterentwicklung produktionsintegrierter Kompensationsmaßnahmen (PIK) mit Agroforst gearbeitet wird.

Fazit: Das 46. Sächsische Gewässerforum zeigte aus unterschiedlichen Perspektiven letztlich ähnliche Herausforderungen: Nicht unbedingt das Wissen darüber, was ökologisch sinnvoll wäre, ist der Engpass, sondern häufig die praktische Umsetzung auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Genau hier lohnt es sich, Gewässerentwicklung und Agroforstwirtschaft stärker zusammenzudenken. Gehölzstrukturen entlang von Gewässern können gleichzeitig der Gewässerökologie, dem Nährstoffrückhalt, der Biodiversität, dem Klimaschutz und – bei entsprechender Gestaltung – der landwirtschaftlichen Produktion dienen.

https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/10/IMG_5559-scaled.jpg 1920 2560 Rico Hübner https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Rico Hübner2026-09-30 17:17:082026-10-06 08:59:0246. Gewässerforum: Gewässerentwicklung und Agroforstwirtschaft zusammendenken

Die Agroforst-Power von MODEMA plus 4 • neues Themenblatt „Investitionen“ zum Download

Allgemein, DeFAF-Infomaterialien, News, Veranstaltungen
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https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/10/260929_Ergebniskonferenz_Hannover_cAnnettGernhardt-scaled.jpg 1707 2560 Annett Gernhardt https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Annett Gernhardt2026-09-30 10:35:582026-10-01 10:37:02Die Agroforst-Power von MODEMA plus 4 • neues Themenblatt „Investitionen“ zum Download

SAFFT4EU-Food Forester Training Auftaktveranstaltung

Allgemein, News, Projekte, Veranstaltungen
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https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/09/20260915_SAFFT4EU_Kick_off_C_Leonie_Schmidtlein_vErde_regenerativ_eV_16-scaled.jpg 1707 2560 Leon Bessert https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Leon Bessert2026-09-24 09:24:022026-09-28 13:23:02SAFFT4EU-Food Forester Training Auftaktveranstaltung

Woche der Klimaanpassung 2026: DeFAF-Kolloquium zeigt Möglichkeiten für Wasserrückhalt mit Agroforstwirtschaft auf

Allgemein, News, Veranstaltungen

Julia Günzel | 15.09.2026

Die Verfügbarkeit von Wasser in der Landschaft ist ein zunehmend kritischer Faktor für die Landnutzung – der Sommer 2026 hat dies einmal mehr bewiesen. Zum Auftakt der Woche der Klimaanpassung 2026 wurde beim DeFAF-Kolloquium am 14.09.2026 aufgezeigt, wie Agroforstsysteme zu mehr Wasserrückhalt und zur Kühlung der Landschaft beitragen können.

Unter dem Motto „Wasser pflanzen“ drehte sich die Onlineveranstaltung mit rund 100 Teilnehmenden um die Vorteile und Gestaltungsmöglichkeiten von Agroforstsystemen für die Verbesserung des lokalen Wasserkreislaufes. Die beiden Referenten Jorin Herbst (Institut für angewandtes Stoffstrommangament e.V. (IfaS)) und Dr. Philipp Gerhardt (Baumfeldwirtschaft GmbH) berichteten dazu über ihre praktischen Erfahrungen im Bereich der Anlage entsprechender Systeme. Am Beispiel bisheriger Planungen und mit anschaulichen Darstellungen von Modellierungen der Wasserabflüsse auf landwirtschaftlichen Flächen zeigten sie z.B. auf, wie Agroforstsysteme am besten gestaltet werden, um z.B. das Wasser bei Starkniederschlägen in der Fläche zu halten.

Eine der wichtigsten Funktionen der Agroforstgehölze ist dabei die Erhöhung der Infiltration, also der Wassermenge, die z.B. bei Niederschlägen auf der Fläche versickern kann. Untersuchungen, die das IfaS dazu auf bestehenden Agroforstflächen im Rahmen der Projekt AFaktive und AGROfloW durchführt, zeigten, dass diese Menge in den Gehölzstreifen um einiges höher ist als auf der Ackerfläche. Aber auch weitere Vorteile wie mehr Verdunstungskühlung, weniger Oberflächenabfluss und Bodenabtrag und geringere Temperaturen durch mehr Beschattung können zum Wasserrückhalt beitragen. Herbst und auch Dr. Philipp Gerhardt in seinem anschließenden Vortrag bezogen sich dazu vor allem auf eine Studie von Jacobs et al. (2022) zum Mikroklima in Agroforstsystemen.

Im zweiten Beitrag zeigte Dr. Philipp Gerhardt auf, wie durch die Anlage von sogenannten Wässersystemen der Wasserrückhalt mit Agroforstwirtschaft noch gezielter optimiert werden kann. Durch die Anlage von Gräben entlang der Gehölzstreifen lässt sich das Wasser so noch besser verteilen. Für Starkregenereignisse, wie z.B. in 2021 im Ahrtal mit verheerenden Folgen, könnten solche Systeme Wassermengen zurück halten, wenn denn mehr davon in die Fläche kommt.

Und bei diesem Punkt waren sich beide Referenten einig: eine größere Anzahl von Agroforstsystemen, die für den Rückhalt von Wasser in der Landschaft angelegt werden, kann einen wichtigen Beitrag für den Landschaftswasserhaushalt leisten. Wichtig dafür sind einerseits flexiblere genehmigungsrechtliche Rahmenbedingungen, andererseits eine intensivere Zusammenarbeit von Kommunen und Landwirtschaftsbetrieben. Denn hier liegt großes Potential: Am Beispiel der Kooperation der Wurzener Landwerke GmbH und der Agrargenossenschaft Böhlitz eG am Tauchnitzgraben in Sachsen wurde aufgezeigt, wie Kommunen und Landwirtschaftsbetriebe gleichzeitig von einem Agroforstsystem profitieren können. Während der kommunale Wasserhaushalt verbessert und die Landnutzung gleichzeitig klimaresilienter wird, hat die Agrargenossenschaft durch die Kooperation und die Versorgung des Nahwärmenetzes mehr wirtschaftliche Sicherheit.

Das DeFAF-Kolloquium ist ein regelmäßiges Austauschformat von Mitgliedern für Mitglieder, das zum Anlass der Woche der Klimaanpassung 2026 für alle Interessierte geöffnet wurde. Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist hier zu finden.

https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/07/2607_Stefan-Schreiber-NI-Drusch_cVinzenzSpengler-9-scaled.jpg 1440 2560 Julia Günzel https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Julia Günzel2026-09-15 15:43:182026-09-16 22:08:08Woche der Klimaanpassung 2026: DeFAF-Kolloquium zeigt Möglichkeiten für Wasserrückhalt mit Agroforstwirtschaft auf

Neue Förderung für Brandenburg • Infos online 28.8. • Zuschuss Beratung & Pflanzung

Allgemein, News, Veranstaltungen

Leon Bessert | 21.08.2026

 

Brandenburg fördert ab sofort die Anlage von Agroforstsystemen. Betriebe können jetzt Anträge stellen und sich die Anlage streifenförmiger Agroforstsysteme (AFS) fördern lassen. Damit erhält die Agroforstwirtschaft im Land einen wichtigen finanziellen Anschub – und ein klares politisches Signal. Nach Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen ist Brandenburg damit das fünfte Bundesland, welches die Anlage von AFS gezielt fördert. Eine  regelmäßig aktualisierte Übersicht zu Bundeslandweiten Agroforst-Förderungen stellen wir über die Initative Agroforst Jetzt bereit: Agroforst Jetzt!

Was gefördert wird

Mit der neuen Agroforst-Richtlinie unterstützt Brandenburg die Anlage streifenförmiger Agroforstsysteme auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Einrichtung der Anlagen wird als Festbetragsfinanzierung gewährt, die Fördersätze orientieren sich am GAK-Rahmenplan. Die Höhe des Zuschusses beträgt:

  • bis zu 1.566 € je Hektar Gehölzstreifen bei der Pflanzung von Gehölzen für den Kurzumtrieb,
  • bis zu 4.138 € je Hektar Gehölzstreifen bei der Pflanzung von Sträuchern,
  • bis zu 5.271 € je Hektar Gehölzstreifen bei der Pflanzung von Bäumen, die der Nahrungsmittel- oder Stamm-/Wertholzproduktion oder für beide Zwecke genutzt werden, einschließlich Sträuchern zur Unterpflanzung, und
  • zusätzlich 1.820 € je Hektar Gehölzstreifen bei der Pflanzung von mindestens fünf verschiedenen Gehölzarten jeweils mit einem Anteil zwischen 10 und 30 Prozent, wobei in jedem Gehölzstreifen mindestens 2 unterschiedliche Gehölzarten kultiviert werden.

Mit dem Zuschlag für mindestens fünf Gehölzarten setzt die Richtlinie gezielt einen Anreiz für artenreiche, strukturvielfältige Systeme – ein wichtiger Beitrag zur biologischen Vielfalt.

Alle Informationen zur Förderung finden Sie auf der Seite des Ministeriums: Förderung von Agroforstsystemen | MLEUV

Auch die Beratung wird gefördert

Wer über den Einstieg in die Agroforstwirtschaft nachdenkt, muss den Weg nicht allein gehen: Auch die Beratung zu Agroforstsystemen in Brandenburg wird gefördert. Eine fundierte Planung ist entscheidend für den langfristigen Erfolg eines Agroforstsystems – von der Auswahl der Gehölzarten über die Streifenanordnung bis zur Bewirtschaftung.

Online-Infoveranstaltung am 28. August 2026

Sie möchten mehr über die Antragstellung und die Förderbedingungen erfahren? Das Ministerium lädt zu einer Online-Infoveranstaltung ein:

Freitag, 28. August 2026, 11:00 Uhr

Online-Infoveranstaltung Agroforst-Richtlinie | MLEUV

Biodiversität mitdenken – Impulse aus dem SEBAS-Projekt

Die Verbreitung von Agroforstsystemen in Brandenburg steht auch im Zusammenhang mit den Erfahrungen aus dem Projekt SEBAS, das sich unter anderem der Verstetigung von Agroforstsystemen in Brandenburg mit einem Schwerpunkt auf Biodiversität widmet. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Integration von Saumbereichen entlang der Gehölzstreifen – Strukturen, die den ökologischen Wert von Agroforstsystemen deutlich erhöhen und Lebensraum für Insekten, Vögel und weitere Arten schaffen.

Vertiefende Einblicke Video: Agroforst-Einstieg: von Praktikern für Praktiker

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Mit der Agroforst-Richtlinie, der geförderten Beratung und den Erkenntnissen aus SEBAS stehen Brandenburger Betrieben so gute Voraussetzungen für den Einstieg in die Agroforstwirtschaft zur Verfügung wie nie zuvor. Nutzen Sie die Gelegenheit – für Ihren Betrieb, für das Klima und für die biologische Vielfalt.

https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/08/Agroforst_Trebbin_Copyright_Lignovis_GmbH-scaled.jpg 1920 2560 Leon Bessert https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Leon Bessert2026-08-21 10:48:122026-08-21 11:18:21Neue Förderung für Brandenburg • Infos online 28.8. • Zuschuss Beratung & Pflanzung

11. Forum Agroforstsysteme

Allgemein, Veranstaltungen
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https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/09/11.-Forum-AFS-web.png 1592 1526 Annett Gernhardt https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Annett Gernhardt2026-07-13 08:47:442026-09-11 12:52:5511. Forum Agroforstsysteme

Fachkonferenz Agrar & Ernährung: Resilienz und Agroforst im Fokus

Allgemein, EELAP-Projekt, News, Projekte, Veranstaltungen

Keynote von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bei der Tagesspiegel Background Fachkonferenz Agrar & Ernährung                      © Tagesspiegel | Laurin Schmid

 

Isabelle Frenzel & Leon Bessert| 09.07.2026

Fachkonferenz Agrar & Ernährung: Resilienz und Agroforst im Fokus

Wie bleibt unsere Ernährung auch in Zeiten multipler Krisen gesichert? Diese Frage stand im Zentrum der Fachkonferenz „Agrar & Ernährung“ von Tagesspiegel Background, die Anfang Juli 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Praxis in Berlin zusammenbrachte. Ein Begriff zog sich durch nahezu alle Debatten: Resilienz – und dabei fiel auch ein Stichwort, das dem Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V. besonders am Herzen liegt: die Agroforstwirtschaft.

Resilienz und die neue GAP als Leitthemen

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, extreme Situationen ohne bleibende Schäden zu überstehen und ist für Agrarlandschaft sowie Ernährungssicherung essentiell. Intensiv diskutiert wurde die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP): Gefragt ist beides zugleich – die Honorierung von Gemeinwohlleistungen wie Klima-, Wasser- und Biodiversitätsschutz und eine Grundsicherung der landwirtschaftlichen Produktion, um Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und den Selbstversorgungsgrad zu stärken. Konkret gefordert wurden ein verbindliches Mindestbudget für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen sowie ein eigenständiges Agrar-Budget in der GAP.

Agroforst als zentrale Klimamaßnahme

In der Podiumsdiskussion wurde die Agroforstwirtschaft ausdrücklich als eine der wichtigsten Klimamaßnahmen in der Landwirtschaft genannt. Gehölze auf Acker und Grünland verbinden produktionsorientierte Landwirtschaft mit Klimaschutz und Biodiversität – sie speichern Kohlenstoff, schützen vor Erosion und stabilisieren Erträge.

Der Workshop: Hemmnisse und Lösungswege

Wenngleich Agroforst als produktionsintegrierte Klimamaßnahme in der Landwirtschaft in aller Munde ist, klafft nach wie vor eine große Lücke zwischen Potenzial und Praxis: Es hapert noch an hinreichender Förderung und tragfähigen Business-Cases, weshalb die Skalierung stockt.

Genau hier setzte der vom DeFAF gestaltete Workshop „Agroforstsysteme als Chance für Produktion, Klimaschutz und Klimaanpassung“ an. Die Teilnehmenden priorisierten per Live-Abstimmung vier zentralen Hemmnisse für die Skalierung:

  • Bürokratische und unzureichende Anlagen- und Bewirtschaftungsförderung
  • Naturschutzrechtliche Hürden und hoher Genehmigungsaufwand
  • Mangelnde langfristige Rechtssicherheit
  • Wissenslücken und unklare Zuständigkeiten in den Behörden

Als relevantestes Hemmnis wurde die bürokratische und unzureichende Förderung identifiziert. Die Folgen: Wo verlässliche Förderung fehlt, entstehen vor allem in der Startphase von innovativen Bewirtschaftungsformen wie Agroforst kaum Projekte – zumal Agroforstsysteme langfristige Investitionen sind, die sich erst über Jahre amortisieren. Als Lösungswege diskutierten die Teilnehmenden vor allem die langfristige Wirtschaftlichkeit als Grundlage, eine gezielte Honorierung von Gemeinwohlleistungen sowie das Zusammenspiel entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Förderung über die Nutzung bis zur Kommunikation.

Dass diese Lösungswege nicht theoretisch bleiben, zeigen zwei laufende, vom DeFAF koordinierte Vorhaben: MODEMA baut ein bundesweites Modell- und Demonstrationsnetzwerk für Agroforstwirtschaft auf und bringt die Systeme mit rund 30 Betrieben sichtbar in die Fläche; EELAP verankert agrarökologische Praktiken in regionalen „Living Labs“ und nimmt dabei politische Rahmenbedingungen und Wertschöpfungsketten in den Blick.

Fazit: Resilienz braucht Agroforst – und verlässliche Rahmenbedingungen

Die Fachkonferenz hat bestätigt, was der DeFAF seit 2019 vertritt: Agroforstsysteme sind ein Schlüssel für eine resiliente, klimaangepasste und zugleich produktive Landwirtschaft. Damit dieses Potenzial in der Praxis realisiert werden kann, müssen die politischen Rahmenbedingungen nachziehen – mit praxistauglicher Förderung sowie einem sicheren Rechtsrahmen, tragfähigen Business-Cases und einer GAP, die Gemeinwohlleistungen honoriert und die Produktion absichert.

Zur Veranstaltung: Fachkonferenz Agrar & Ernährung von Tagesspiegel Background

 

DeFAF-Workshop bei der Fachkonferenz © Tagesspiegel | Laurin Schmid

DeFAF-Stand bei der Fachkonferenz © Tagesspiegel | Laurin Schmid

—

Die Förderung des MODEMA Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“.

https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/07/260707-tagesspiegel-agrar-061_CTagesspiegel_Laurin_Schmid-scaled.jpg 1707 2560 Leon Bessert https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Leon Bessert2026-07-09 17:04:082026-07-14 11:09:31Fachkonferenz Agrar & Ernährung: Resilienz und Agroforst im Fokus

MODEMA trifft auf großes Interesse an Agroforst beim Deutschen Landschaftspflegetag in Kassel

Allgemein, News, Projekte, Veranstaltungen

Frank Wagener, Antonia Rehren, Dr. Steffi Schillem, Tobias Hoppe, Henning Rehren, Corinna Friedrich

Dr. Steffi Schillem | 29.06.2026

Dieser Deutsche Landschaftspflegetag vom 23.-25. Juni 2026 „war heiß“

…“heiß an Celsius und heiß an Themen“, so Maria Noichl, Vorstandsvorsitzende des DVL e. V.

Der Deutsche Landschaftspflegetag 2026 fand vom 23. bis 25. Juni 2026 unter dem Motto WERT. VOLL. LANDSCHAFT in Kassel und Schauenburg mit rund 250 Teilnehmenden statt. Im Fokus standen Themen wie Bioökonomie, Beweidung, neue EU-Agrarpolitik (GAP ab 2028) und die Praxis von Agroforstsystemen (AFS).

„Der Landschaftspflegetag machte deutlich, dass Agroforstsysteme ein großes Potenzial für die klimaangepasste Landwirtschaft bieten, insbesondere an solch heißen Tagen – zugleich aber weiterhin praktische, rechtliche und ökonomische Fragen zu klären sind.“ Dr. Steffi Schillem, Zentralkoordinatorin des DeFAF-Projekts MODEMA

Im Fachforum „Agroforst in der Praxis – Wie kann sich das lohnen?“, moderiert von Corinna Friedrich (DVL), wurde das Verbundvorhaben MODEMA als derzeit größtes Agroforstprojekt Deutschlands vorgestellt. Tobias Hoppe (Bioland Praxisforschung GmbH) zeigte anhand verschiedener Praxisbeispiele, wie vielfältig AFS ausgestaltet werden können. Die Wahl geeigneter Baumarten sowie die Ausgestaltung der Systeme hängen dabei maßgeblich von Standortbedingungen wie Wasserverfügbarkeit oder Winderosion sowie von den angestrebten Nutzungen – etwa Energieholz, Wertholz oder Nüsse – ab. Auch die aktuellen Fördermöglichkeiten standen im Fokus.

Dr. Steffi Schillem gab einen Überblick über den Projektstand von MODEMA mit aktuell 36 Betrieben in drei Modellregionen sowie den begleitenden Geschwisterprojekten. (LINK VORTRAGSFOLIEN) Erste Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede bei den Investitionskosten, insbesondere abhängig von Baumarten und Pflanzverfahren. Gleichzeitig wird ein hoher Anteil an Eigenleistungen in den Betrieben deutlich. Die Begleitforschung belegt zudem positive Effekte von AFS, darunter eine Reduktion der Windgeschwindigkeit um mehr als 50 Prozent, verringerte Verdunstung, niedrigere Bodentemperaturen sowie eine Zunahme der Regenwürmer, insbesondere in den Gehölzstreifen.

Einblicke in die betriebliche Praxis gaben die Projektlandwirte Eicke Zschoche (per Video) und Henning Rehren. Spannend war, dass die Motivation der Landwirte meist die Verbesserung bzw. der Erhalt der Produktionsbedingungen an den Klimawandel waren und dann erst die Wertschöpfung. Henning Rehren berichtete über Erfahrungen bei der Anlage von Agroforstsystemen mit Walnuss, Pappel und Ölweide, die vielfach bereits vor der Definition von AFS in der GAPDZV in Eigenleistung und mit Unterstützung aus dem lokalen Umfeld umgesetzt wurden.

Den Abschluss bildete ein ausführlicher Beitrag zu Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahme mit Agroforstsystemen, den Herausforderungen, Chancen und Erfahrungen insbesondere am Beispiel des Tauchnitzgrabens in der Gemeinde Thallwitz durch Frank Wagener (IfaS).

Am zweiten Veranstaltungstag standen Exkursionen zu Praxisstandorten im Mittelpunkt. Auf der Domäne Frankenhausen wurden unter anderem Streuobstränder sowie ein Alley-Cropping-System mit Walnuss, Haselnuss und Johannisbeeren vorgestellt. Ein weiterer Standort zeigte Herausforderungen beim Anbau von Weiden auf feuchten, tonigen Grünlandstandorten, insbesondere hinsichtlich Pflege und Etablierung. In Vellmar wurde zudem die Umsetzung kommunaler Streuobstprojekte im Rahmen der GAK-Förderung vorgestellt, die einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und Biotopvernetzung leisten.

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Die Förderung des MODEMA Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“.

https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/06/MODEMA-Session-Kassel-scaled.jpg 1820 2560 Annett Gernhardt https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Annett Gernhardt2026-06-29 11:11:292026-07-02 13:40:41MODEMA trifft auf großes Interesse an Agroforst beim Deutschen Landschaftspflegetag in Kassel

Feldtag • Agroforst anlegen mit Maschinenschau und Regenwurmzählung • Gut Köllitsch • Sachsen

News, Projekte, Veranstaltungen
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https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2026/05/PflegeFingerhacke_29.04.26©Moormann-scaled.png 2560 1920 Annett Gernhardt https://agroforst-info.de/wp-content/uploads/2024/01/Logo_neu.png Annett Gernhardt2026-05-13 12:44:302026-05-13 12:45:07Feldtag • Agroforst anlegen mit Maschinenschau und Regenwurmzählung • Gut Köllitsch • Sachsen
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