Julia Günzel | 27.02.2026

Regionale Wertschöpfungsketten gelten als nachhaltiger und robuster. Für noch mehr Nachhaltigkeit und Resilienz vor allem auf der Anbauseite sind Agroforstsysteme ein wichtiger Baustein. Auf dem Netzwerktreffen des Landesverbandes Regionalbewegung NRW e.V. am 26. Februar 2026 in Dortmund wurde die Rolle der Agroforstwirtschaft als eines von mehreren Schwerpunktthemen in einem Workshop diskutiert.

Wirtschaften in planetaren Grenzen – mit Agroforstsystemen lässt sich auf einer Fläche ökologischer und mehr produzieren. Teilweise entstehen dabei zusätzliche Produkte, für die es angepasste Ernte- und Verarbeitungsverfahren sowie neue Absatzwege braucht. Regionale Kooperationen z.B. mit dem Lebensmittelhandwerk sind daher essentiell, um Agroforstprodukte, die u.a. mehr Klimaschutz und -anpassung bedeuten, wirtschaftlich tragfähig und präsenter zu machen. Auf dem Netzwerktreffen in Dortmund mit rund 60 Teilnehmenden war genau das ein wichtiges Leitthema: Wie lassen sich Partnerschaften zwischen Kommunen, Landwirtschaftsbetrieben, regionalem Lebensmittelhandwerk und anderen Akteuren aus der Land- und Ernährungswirtschaft so gestalten, dass sie beständig sind, Vertrauen schaffen und langfristig erfolgreiche Ansätze aufbauen bzw. erhalten können?

Agroforst als wichtiger Baustein für nachhaltige regionale Versorgung

Im Projekt EELAP beschäftigt sich der DeFAF ebenfalls verstärkt mit diesen Fragen und dem Beitrag der Agroforstwirtschaft. Eingebracht wurde das Thema in Form von einem kurzen Pitch durch Julia Günzel.  Danach ging es in einen von drei Workshops, in dem die Rolle der Kommunen im Detail diskutiert wurde. Der Agroforstwirtschaft wurde hier Potential für mehr Klimaresilienz entlang von Wertschöpfungsketten zugesprochen. Gleichzeitig wurde angemerkt, dass es derzeit noch Bedarf an mehr Wissen aber auch Unterstützung seitens Kommunen für Praxispartner braucht. Die Diskussionsteilnehmenden wiesen ebenfalls auf den Bedarf nach einer stärkeren Honorierung von Gemeinwohlleistungen bzw. dem „public value“ nachhaltiger Anbauverfahren hin. Die Agroforstwirtschaft mit ihren Vorteilen für Boden, Klima, Artenvielfalt oder auch Landschaftsästhetik kann hier sehr stark punkten. Damit regionale Wertschöpfungsnetzwerke aber gestärkt werden, brauche dieses Thema in Kommunen aber eine bessere Einbindung und Verstetigung.

Insgesamt bot das Netzwerktreffen neue Anregungen und Anknüpfungspunkte, um das Wertschöpfungspotential von Agroforstsystemen in Nordrhein-Westfalen besser auszuschöpfen. Ein Ansatz, der in den nächsten weiterverfolgt wird, ist die Weiterentwicklung der Initiative Besser mit Bäumen, die im Projekt AgroWert-Regio entstanden ist. Weitere Aktivitäten dazu werden auf der EELAP-Seite veröffentlicht.

 

Julia Günzel | 19.02.2026

Wenn es darum geht, die Agroforstwirtschaft in die Praxis zu bringen, denkt man zuerst an Landwirtschaftsbetriebe. Agroforstsysteme bieten aber eine Vielzahl von Vorteilen und Anknüpfungspunkte, für die es auch die Zusammenarbeit oder gar Unterstützung anderer Personen- und Gesellschaftsgruppen braucht: von verarbeitenden Betrieben über regionale Entwicklungsakteure und Entscheidungsträger bis hin zur Gesellschaft im Ganzen als Konsumierende. Die Agroforstwirtschaft und ihre Chancen für Mensch und Natur auf der regionalen Ebene stärker zu berücksichtigen ist also sehr wichtig, um sie für eine zukunftsfähige Landnutzung weiter zu verbreiten. In welchen Themenbereichen und Sektoren regionaler Entwicklungsprozesse Berührungsspunkte für die Agroforstwirtschaft zu finden sind, wird derzeit im Projekt EELAP erarbeitet. Hier spielen z.B. Konzepte und Strategien für Klimaschutz und -anpassung, Biodiversitätssteigerung, Bioökonomie oder auch Nachhaltigkeit im Allgemeinen eine Rolle.

In einer Online-Veranstaltung am 21.04.2026, die der DeFAF e.V. in Kooperation mit der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) organisiert, soll gemeinsam mit Praxisbetrieben, regionalen Entwicklungsakteuren und anderen Interessierten diskutiert werden, welchen Beitrag die Agroforstwirtschaft für die Regionalentwicklung bietet. Dabei geht es um allgemeine Anknüpfungspunkte und Handlungsspielräume von Kommunen, aber auch um ganz praktische Beispiele, wie die Agroforstwirtschaft durch regionale Kooperationen in die Praxis gebracht werden kann. Neben Julia Günzel vom DeFAF sowie Camilla Bentkamp und Stefan Kämper von der DVS werden Sven Volkers (Landkreis Wolfenbüttel), Stefanie Kleine (Wurzener Landwerke GmbH) und Jan Große-Kleimann (Familienhof Große-Kleimann) als Referent:innen spannende Einblicke in die Praxis liefern. Alle Infos zur Veranstaltungen und die Möglichkeit zur Anmeldung sind auf der Veranstaltungsseite der DVS zu finden.

Annett Gernhardt| 19.02.2026

Agroforstsysteme als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme (PIK)

Infoblatt in Kooperation zwischen dem vom DeFAF e.V. koordinierten Projekt MODEMA und dem DeFAF-Fachbereich Recht und Verwaltung

Dr. Wolfgang Zehlius-Eckert leitet den Fachbereich Recht und Verwaltung beim Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft. Gemeinsam mit Iruna Müller, DeFAF-Praktikantin bzw. Studentin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, wurde nun ein neues Infoblatt veröffentlicht.

„Das Infoblatt stellt die Möglichkeit der Anlage und Bewirtschaftung von Agroforstsystemen als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme vor. Es bietet einen kompakten Überblick über eine multifunktionale Flächennutzung im gemeinsamen Interesse von Naturschutz und Landwirtschaft.“, so die Autoren.

Das Infoblatt wie auch ein im Dezember initiiertes PIK-Netzwerk mit laufenden Aktivitäten wurden auf einer Tagung in Hannover ins Leben gerufen.

Links zu Aktivitäten des PIK-Netzwerks:

Der DeFAF dankt für die ehrenamtliche, gemeinnützige Arbeit unserer Fachbereiche und der Netzwerkakteure für mehr frei verfügbares Agroforst-Wissen für alle.