Leon Bessert| 15.04.2026

Agroforst macht Waldgärten

DeFAF koordiniert europäisches Kooperations- und Partnerschaftsprojekt, um die Qualität und Innovation in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu fördern

Seit Dezember 2025 koordiniert der DeFAF e.V. das von der EU co-finanzierte Erasmus+ Projekt mit dem inspirierenden Titel:

SAFFT4EU – Food Forester Training: Species-rich agroforestry, food forest and forest garden training for Farmers in the EU.

  • Jetzt ist die Webseite www.safft4.eu online, informiert fortlaufend über die Projektaktivitäten und bietet eine Anmeldung zum Newsletter für Interessenten.
  • Eine erste Pilotierung der Trainings ist für das Frühjahr 2027 geplant, das Projekt läuft bis zum Juni 2028.

Für wen werden die Lehrgänge konzipiert?

Das Projekt richtet sich an Personen mit Erfahrung in den Bereichen Landwirtschaft und Gemüsebau, die artenreiche Waldgartensysteme (Food Forests) verstehen, betreiben und weiterentwickeln möchten. Zum Betrieb dieser Ökosysteme benötigen Praktiker:innen einige Zusatzqualifikationen. Der Lehrgang soll praxisorientierte Online-Module mit Vor-Ort-Workshops in vier europäischen Ländern (DE, BG, PT, AT) kombinieren. Inhalte werden in den jeweiligen Landessprachen vermittelt werden und alle relevanten Themen abdecken: von ökologischen Prinzipien über Pflanzen- und Bodenkenntnis bis hin zu Management und Vermarktung.

Welche Kompetenzen werden vermittelt?

Waldgärten bzw. Food Forests sind intensiv bewirtschafteten Agroforstsysteme. Sie bringen die Vorteile der Agroforstwirtschaft besonders stark zum tragen:

  • Sie stabilisieren Erträge, fördern Biodiversität und Humusaufbau,
  • verbessern die Bodengesundheit,
  • vermindern Bodenerosion und speichern Wasser.

Kurz gesagt – sie verbinden ökonomische Effizienz mit ökologischer Verantwortung.

Von wem werden die Lehrgänge konzipiert?

Gleichzeitig erfordert die Anlage und Bewirtschaftung solcher Agroforstsysteme besonders viel Wissen und intensives Management. Dieses Wissen wird das Projektkonsortium bündeln und als Best Practices zur Verfügung stellen. Die beteiligten Projektpartner sind langjährige Praktiker:innen im Bereich Waldgartensysteme. Sie arbeiten bei SAFFT4EU länderübergreifend zusammen, um einen europäischen Lehrgang zu entwickeln.

  • DeFAF e.V.
  • Nahrungswald e.V.
  • vErde regenerativ e.V.
  • Österreichisches Waldgarten-Institut
  • Wild Forest Farm
  • Balkan Ecology Project

Bei der Erstellung der Trainings wird der in der Realität bestehende Bedarf an Weiterbildung ermittelt und darauf ausgerichtete geeignete Lehrmaterialien erstellt. Am Ende steht ein für alle in ihrer Landessprache verfügbarer Online-Kurs und eine bei den Praxisbetrieben in den vier Ländern vor Ort stattfindenden Präsenzveranstaltung.

Dank der Einbettung in die Erasmus+ Förderung werden begeisterte Waldgärtnerinnen und Waldgärtner europaweit gestärkt.

Teilnehmende erwerben praxisnahes Know-how, das sie direkt in ihren Betrieben anwenden können – für eine regenerative Landwirtschaft, nachhaltige Lebensmittelproduktion und eine zukunftsfähige europäische Landwirtschaft.

Die Projektpartner bringen große Freude und Motivation ein, um die Bildungsaktivitäten in den Bereich der Waldgartensysteme sowie im europäischen Kontext auszuweiten.

 

Annett Gernhardt| 09.03.2026

Neues Info-Bundle für Interessenten am Einstieg in die Agroforst-Landwirtschaft

Infoblatt als Ergänzung zu den Video-Betriebsportraits jetzt verfügbar

Dr. Steffi Schillem (DeFAF e. V.) und Tobias Hoppe (Bioland Praxisforschung GmbH) adressieren mit dem jetzt neu veröffentlichten Infoblatt vor allem Landwirtinnen und Landwirte, die sich mit der Frage beschäftigen, ob und wie Agroforst zu ihrem Betrieb passt. Beide Autoren sind im Projekt MODEMA tätig. Das vom DeFAF e. V. getragene Projekt MODEMA verfolgt das Ziel, Agroforstsysteme als zukunftsfähige Landnutzungsform in Deutschland zu etablieren und praxisnahes Wissen für Betriebe bereitzustellen. Mit dem neuen Info-Bundle wurden grundlegende Informationen, wirtschaftliche Eckdaten und rechtliche Hinweise in einem leicht zugänglichen Format aufbereitet.

Das Info-Bundle ist so konzipiert, dass interessierte Landwirtinnen und Landwirte sich in kurzer Zeit einen strukturierten Überblick verschaffen können, ohne dass die Inhalte zu stark vereinfacht werden. Im Infoblatt sind beispielhafte Zahlen zu Investitionsaufwendungen und Pflegekosten, Wertschöpfungspotenzialen und betriebswirtschaftlichen Effekten enthalten, die eine erste wirtschaftliche Einordnung ermöglichen. Ergänzend werden relevante rechtliche Normen und zentrale Vorschriften benannt, sodass Betriebe frühzeitig ein Gefühl für rechtliche Anforderungen und Gestaltungsspielräume bekommen. Die drei Filme vertiefen diese Aspekte visuell und praxisnah: Anhand realer Betriebe und konkreter Flächengestaltungen wird gezeigt, wie Agroforstsysteme geplant und umgesetzt werden können, welche Anpassungen im Betriebsablauf notwendig sind und welche Chancen sich für Klimaresilienz, Biodiversität und betriebliche Stabilität bieten.

Die Informationen eignen sich sowohl für konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Betriebe und knüpfen unter anderem an die Erfahrungen des MODEMA-Projekts aus den umfangreichen Pflanzungen der Periode 2024/2025 an. (vgl. Pressemitteilung vom 7.10.2025).

Der DeFAF dankt für die ehrenamtliche, gemeinnützige Mitarbeit des Fachbereichs Beratung und Planung sowie von Dr. Christian Böhm.

Annett Gernhardt| 19.02.2026

Agroforstsysteme als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme (PIK)

Infoblatt in Kooperation zwischen dem vom DeFAF e.V. koordinierten Projekt MODEMA und dem DeFAF-Fachbereich Recht und Verwaltung

Dr. Wolfgang Zehlius-Eckert leitet den Fachbereich Recht und Verwaltung beim Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft. Gemeinsam mit Iruna Müller, DeFAF-Praktikantin bzw. Studentin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, wurde nun ein neues Infoblatt veröffentlicht.

„Das Infoblatt stellt die Möglichkeit der Anlage und Bewirtschaftung von Agroforstsystemen als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme vor. Es bietet einen kompakten Überblick über eine multifunktionale Flächennutzung im gemeinsamen Interesse von Naturschutz und Landwirtschaft.“, so die Autoren.

Das Infoblatt wie auch ein im Dezember initiiertes PIK-Netzwerk mit laufenden Aktivitäten wurden auf einer Tagung in Hannover ins Leben gerufen.

Links zu Aktivitäten des PIK-Netzwerks:

Der DeFAF dankt für die ehrenamtliche, gemeinnützige Arbeit unserer Fachbereiche und der Netzwerkakteure für mehr frei verfügbares Agroforst-Wissen für alle.