25. Juni 2021

Die Agroforstwirtschaft trägt zu mehr Klimaschutz bei, fördert die Biodiversität auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und erhöht deren Klimaresilienz. Deshalb lohnt es sich, sowohl für die Landwirte als auch für die Natur, mehr Agroforstsysteme anzulegen und dieses seitens der Politik zu fördern.

Vor diesem Hintergrund stellte das Land Thüringen am 19. Mai 2021 im Bundesrat einen Entschließungsantrag (Drucksache 420/21), der drei Kernforderungen an die Bundesregierung beinhaltet:

  • Feste Verankerung von Agroforstsystemen im Agrarfördersystem, wobei bestehende Hemmnisse bei der Etablierung und Förderung von Agroforstsystemen bis zum Inkrafttreten der neuen GAP-Förderperiode abzubauen sind.
  • Vorlage einer rechtsverbindlichen Definition von Agroforstsystemen im Kontext der Agrarförderung mit Inkrafttreten der neuen GAP-Förderperiode, bei der auf bestehenden Ackerflächen die reversiblen Gehölzelemente Teil der produktiven landwirtschaftlichen Nutzfläche bleiben.
  • Unterstützung der Länder bei der Umsetzung von Agroforstsystemen und in diesem Zusammenhang Aufnahme des Fördertatbestandes „Agroforstwirtschaft“ in den GAK-Rahmenplan.

Diesem Entschließungsantrag  wurde nach einer Rede von Anja Siegesmund (Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz) in der Bundesratssitzung am 25. Juni 2021 mehrheitlich zugestimmt. Einem zuvor eingebrachten Ergänzungsantrag (Drucksache 420/1/21), der im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit des Bundesrates eine Mehrheit fand, wurde nicht zugestimmt. Mit diesem Ergänzungsantrag wäre gefordert wurden, die Anlage von Agroforstsystemen an Restriktionen des Naturschutzes zu knüpfen, die die Akzeptanz für die Umsetzung von Agroforstsystemen in der landwirtschaftlichen Praxis stark eingeschränkt hätte. Aus Sicht des DeFAF e.V. sind derartige Bedingungen bei der Anlage eines Agroforstsystems nicht zielführend und zudem mit Blick auf den überwiegenden Teil der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland fachlich unbegründet.

Für das Vorankommen einer vielfältigen Agroforstwirtschaft in Deutschland stellt der Bundesratsbeschluss ein weiterer wichtiger Meilenstein dar. Nun gilt es, den in Bundestag und Bundesrat geäußerten politischen Willen auf Verordnungsebene im Sinne einer größtmöglichen Vielfalt an rechtlich möglichen und förderfähigen Agroforstsystemen umzusetzen.

20.06.2021

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, die am 19. Mai 2021 bei einem DeFAF-Mitglied in Rerik stattfand, wurden die Positionen des Vorstands sowie der neun Fachbereiche neu gewählt. Für den Vorstand wurden Christian Böhm (Vorsitzender), Thomas Domin (stellv. Vorsitzender), Anika Sebastian (Schatzmeisterin), Christian Siebert (stellv. Schatzmeister) und Leonie Göbel (Schriftführerin) wiedergewählt. Auch der Kassenprüfer Michael Weitz sowie sein Stellvertreter Nils Aguilar wurden in ihren Ämtern bestätigt. Bei der Leitung der Fachbereiche gab es mehrere Wechsel, sodass sie in den nächsten zwei Jahren in der folgenden Besetzung bestehen:

    • FB Öffentlichkeitsarbeit:
      Julia Günzel (Leitung), Sabine Wedemeyer (Stellvertretung)
    • FB Beratung und Planung:
      Burkhardt Kayser (Leitung), Philipp Gerhardt (Stellvertretung)
    • FB Bewirtschaftung und Ökonomie:
      Anja Chalmin (Leitung), Philipp Weckenbrock (Stellvertretung)
    • FB Forschung & Entwicklung:
      Christopher Morhart (Leitung), Eva-Maria Minarsch (Stellvertretung)
    • FB Aus- und Weiterbildung:
      Nicolas Haack (Leitung), Heiko Diestel (Stellvertretung)
    • FB Technik und Dienstleistung:
      Uwe Steidel (Leitung), Tobias Peschel / Lignovis GmbH (Stellvertretung)
    • FB Recht und Verwaltung:
      Wolfgang Zehlius-Eckert (Leitung)
    • FB Internationale Zusammenarbeit:
      Rico Hübner (Leitung), Eike Lüdeling (Stellvertretung)
    • FB Junger DeFAF (ehemals „Junger Verband“):
      Michelle Breezmann (Leitung), Philipp Hansen (Stellvertretung)

Der Vorstand des DeFAF e.V. dankt allen ausgeschiedenen sowie den neu gewählten Fachbereichsleiter*innen und ihren Stellvertreter*innen für ihr Engagement, das für die Arbeit des Verbands essentiell ist.

Für die Mitgliederversammlung, die in Form einer Hybrid-Veranstaltung stattfand, kamen rund 55 DeFAF-Mitglieder zusammen. Neben einem Rückblick auf die Verbandsarbeit in 2020 und dem ersten Halbjahr in 2021 wurde auch der Finanz- und Haushaltsplan diskutiert und beschlossen. Begrüßt wurde die gute Entwicklung der Mitgliederzahl um mehr als 100 % innerhalb von zwei Jahren. Auch die gute inhaltliche Arbeit des Verbands, durch die der DeFAF e.V. mittlerweile einen guten Bekanntheitsgrad im Agrarsektor hat und als kompetenter Ansprechpartner wahrgenommen wird, wurde gelobt.

Die teilnehmenden Mitglieder beteiligten sich rege an den folgenden Diskussionen zu Inhalten und organisatorischen Fragen der Verbandsarbeit. Großes Lob gab es für das ehrenamtliche Engagement der zahlreichen Mitglieder, die beim Aufbau der Geschäftsstelle, der inhaltlichen Arbeit z.B. auf politischer Ebene und der allgemeinen Verbandsarbeit so hilfreich unterstützen. Klar wurde, dass die Kapazitäten für den Betrieb der Geschäftsstelle ausgebaut werden müssen, wenn die Entwicklung des Verbands weiterhin so positiv verläuft. Der Vorstand dankte allen Mitgliedern für ihre bisherige Unterstützung, die die umfangreiche Arbeit des Verbands erst möglich macht.

Das Organisationsteam mit rund zehn Personen vor Ort in Rerik nutzte das schöne Wetter, um nach der Veranstaltung die im letzten Jahr angelegte Agroforstfläche des Biohof Garvsmühlen zu besichtigen. Das Agroforstsystem mit mehreren Gehölzstreifen bestehend aus Obstbäumen und Beerensträuchern hat eine Größe von 5 ha. Ziel ist u.a. die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, die Förderung der Biodiversität sowie die Steigerung der Strukturvielfalt und Ästhetik der Landschaft. Der Anblick der blühenden Pflanzen zwischen den Gehölzpflanzen zeigte anschaulich, wie die Vielfalt durch Agroforstsysteme gesteigert werden kann und wie wichtig auch die Experimentierfreudigkeit für die Weiterentwicklung der Agroforstwirtschaft in Deutschland ist.

11. Juni 2021

Der Bundestag hat in seiner gestrigen Sitzung ein Gesetzespaket zur Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) beschlossen. In der Neufassung des GAP-Direktzahlungen-Gesetzes (GAPDZG), einem der insgesamt vier beschlossenen GAP-Gesetze, wird die Öko-Regelung Agroforst, die in vorherigen Entwürfen des Gesetzes nur für Ackerland vorgesehen war, auf Grünland erweitert.

Ob die Agroforstwirtschaft zukünftig auch auf Grünland als Öko-Regelung anwendbar ist, wurde in den letzten Wochen intensiv diskutiert. Der gestrige Beschluss basiert auf einem Änderungsantrag der CDU/CSU und der SPD mit dem Ziel, mehr Anreize für Grünland- und Milchviehbetriebe zu schaffen, Agroforstsysteme auf ihren Flächen umzusetzen. Auch von den Umweltverbänden der AgarPlattform kam die Forderung, die Öko-Regelung auf Grünland auszuweiten, wenn keine naturschutzfachlichen Gründe dagegensprechen. Damit können Betriebe sich die vielen Vorteile der Agroforstwirtschaft wie Windschutz und Schatten auch auf Grünland zunutze machen und neben einem Beitrag zum Klimaschutz auch für mehr Tierwohl sorgen. Die vollständige Beschlussempfehlung ist auf der Seite des Bundestags einsehbar, die Debatte zum Gesetzespaket kann nachträglich hier angesehen werden. Zu den nächsten Schritten gehört, dass die Öko-Regelungen in nachgelagerten Verordnungen ausgestaltet und die Trilog-Verhandlungen auf EU-Ebene – als Rechtsgrundlage für die beschlossenen Gesetzte – abgeschlossen werden.

25. Januar 2021

Das Globale Forum für Ernährung und Landwirtschaft (GFFA) ist eine internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungspolitik, die parallel zur Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin stattfindet. Im diesjährigen Abschlusskommuniqué 22. Januar 2021 wird die Agroforstwirtschaft erstmalig als ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Ernährungspolitik genannt. Neben ihrem Beitrag zur nachhaltigen Lebensmittel-, Futtermittel- und Fasererzeugung spiele sie auch eine große Rolle im Klimaschutz sowie für den Schutz der biologischen Vielfalt.

Diese Erklärung würdigt die Agroforstwirtschaft auf internationaler Ebene als nachhaltige Landnutzungsform und lässt darauf hoffen, dass ihre Anwendung wie andere Maßnahmen vor ihr durch geeignete gesetzliche Regelungen und Förderinstrumente vorangebracht wird. Das gesamte Kommuniqué des GFFA 2021 finden Sie hier.

21. Januar 2021

Die Agroforstwirtschaft wird zunehmend als geeignete Landnutzungsform für eine zukunftsfähige Landwirtschaft anerkannt. Im diesjährigen Kritischen Agrarbericht (KAB), der seit heute online abrufbar ist, wird die Agroforstwirtschaft näher beleuchtet. In dem Artikel beschreibt Dr. agr. Rico Hübner die ökologischen sowie wirtschaftlichen Vorteile dieser Landnutzungsform und erläutert die Rahmenbedingungen für die Agroforstwirtschaft in der deutschen Agrarpolitik. Der Kritische Agrarbericht (KAB), der seit 1993 durch das AgrarBündnis e.V. erstellt wird, dokumentiert jedes Jahr ein vielfältiges Spektrum zur Agrarpolitik und beleuchtet aktuelle Entwicklungen in der Europäischen Union und auf globaler Ebene. Der Artiklel zur Agroforstwirtschaft kann hier eingesehen werden, weitere Informationen zum KAB gibt es auf der Internetseite des AgrarBündnisses.

 19.01.2021

Am 15. Dezember 2020 fand in Berlin eine Fachtagung des Brandenburger Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) zum Konzept für Agroforstwirtschaft als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM) statt. Die Live-Mitschnitte zu den Vorträgen der Veranstaltungen sind jetzt online verfügbar.

Das AUKM-Konzept entstand im Rahmen eines Projektes mit dem Ziel, die Agroforstwirtschaft, als förderfähige Agrarumwelt- und Klimamaßnahme im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) des Landes Brandenburg zu implementieren. Projektpartner waren unter anderem die DeFAF Vorstandsmitglieder Christian Böhm und Thomas Domin, die bei der Fachtagung das AUKM-Konzept vorstellten. In den nächsten zwei Jahren wird das Konzept in einem Folgeprojekt, bei dem der DeFAF Projektpartner ist, nun in die Praxis umgesetzt. Informationen dazu präsentierte Dr. agr. Rico Hübner, Mitarbeiter des DeFAF.

Die Live-Mitschnitte der Fachtagung sind auf der Internetseite des MLUK Brandenburg zu finden.